James Jim E. Lovelock

 

1979:  Gaia - Überleben  

1988:  Gaiaprinzip - Biografie (D:1991)

1991:  Gaia - Lebewesen (D:1992)

2006:  Gaias Rache. Warum die Erde sich wehrt 

2009:  Gaias verschwindenes Gesicht 

2019:  Novozän. Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz. Audio-Lesebericht

James E. Lovelock :  Gaias Rache (2006)  Warum die Erde sich wehrt  - 

Wikipedia.Autor   *1919 in England

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JamesLovelock.org 

Weeber.Buch

 

detopiaL.htm  

Klimabuch   Ökobuch

Buch 2019

 dlf  james-lovelock-novozaen-wenn-nur-noch-cyborgs-die-welt 

Novacene: The coming age of hyperintelligence. Allen Lane, London 2019  --- Novozän: Das kommende Zeitalter der Hyperintelligenz. C.H.Beck, München 2020

 

 

 

 

        

 

         

 

     

 

 

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Audio 2007 J.Kaiser 

Audio 2009 S.Rahmstorf 

 

Kaiser 2007: 

deutschlandfunkkultur  atomenergie-als-heilsbringer  

 

 

(d-2013:) Zu Gaias Rache, 2006 

Der Megatechnik traut er Wunder zu. Marko Ferst fasst meine Meinung gut zusammen. Und auch J.Kaiser im dradio. 

Allerdings sehe ich auch den Mut der Verzweiflung in diesem Buch, der vl seinen Blick getrübt hat (*1919 !) bei der Einschätzung der Megatechnik, wie Atom, Sonnensegel, etc. 

Wichtig ist, dass er mehrmals betont, dass "Kriegsherren" die Welt regieren werden, nach dem die Zivilisation zusammenbricht; es wird also für die Überlebenden eine Mühsal werden. Das ist wichtig, denn im Volk besteht die Meinung: "Irgendwie geht es immer weiter." 

Es wurde einmal mehr ausgesprochen, dass dem nicht so ist. - Allerdings: Umfassendere Warnbücher gibt es schon seit Jahrzehnten (Gruhl, Fuller, Lauterburg). - Nun diesmal aus der Sicht eines Naturwissenschaftlers. Ich weiß nicht, ob der Autor als Experte bei der Klimafolgenforschung gelten darf.

Von der Sache her wurde alles schon gesagt. Neu ist (mir) die vielfältige sprachliche Ausgestaltung der (seiner) Zukunft, mit Hölle in der Kriegsherren die Menschen als Sklaven halten, usw. 

Lovelock versucht eine neue Sprache. Sie ist vielleicht noch nicht der Endpunkt der Suche nach Ausdrucksmöglichkeiten und Beschreibungen für die Endzeit bzw. "das Ende" (Fuller). - Lovelock bringt Neues (makaber), indem er die größtdenkbaren Schrecknisse scheinbar emotionslos darstellt. Im Prinzip sagt er: '2100 (noch) eine Millarde Menschen.' Ergo müssen acht Millarden bis dahin 'verschwinden'. usw. -- Andere 'Endzeitautoren' drücken das auch irgendwie aus, aber eben anders, nicht 'so deutlich'. -- Und ich glaube, es geht noch deutlicher, aber ich glaube auch, dass muss nicht sein... (weil es nichts ändert). 

Die beiden neuen Büchern der "Nuller Jahre" von James Lovelock finde ich nicht so toll. Eigentlich müßte er ja "Wasser auf meine Mühlen gießen". Er erschreckt uns mit Aussagen, die wir schon lange wußten und tut so, als sagt er etwas Neues. "Untergangsbewältigung sähe anders aus". 

Und Kräftesammlung für das "letzte Gefecht" (richtiger Rettungsweg; meines Wissens nur oder hauptsächlich eine GBGO) ebenfalls. - Ein Fachwissenschaftler, auch ein hervorragender, auch ein genialer, ist kein Universalwissenschaftler, kein Filosof, kein Ökosoph, kein Gesellschaftler. Mit beiden Bücher fallen wir auf den Diskussionsstand von 1983 zurück. (Horstmann, Untier). Schon 25 Jahre vorher wies Horstmann unüberlesbar darauf hin, dass es das nicht geben kann, was Lovelock (heutzutage) "sieht" und behauptet. Es kann kein einfaches Abschmelzen der Menschheit auf eine Milliarde geben. VOR diesem sich anbahnenden Völkertod würden die Massenvernichtungswaffen eingesetzt. Und das würde auch die Zivilisation zerstören. Und darauf kommt es ja an.

Das kann man dann nicht mehr bezeichnen mit: "eine Milliarde überleben". Das ist dann etwas völlig anderes, nämlich ein Vegetieren und permanentes Kämpfen. - Außerdem kommt überhaupt "der Soziacrash vor dem Ökocrash" (Lauterburg, 1998). Und darauf kommt es letztendlich an. Nämlich, ab wann das Leben so unangenehm wird, so dass man es gar nicht mehr haben möchte. Auch medientechnisch sahnt Lovelock die Schlagsahne ab. Die Diskussion wird versauert. Denn so wie nach Däniken- und Buttlar-Lektüre weiß der einfache deutsche Michel nun "bescheid". (Auch wenn diese beiden Bücher in D. nicht sofort die Verbreitung finden, so werden die Aussagen doch von den Nachäffern bekannt gemacht.)

J. Kaiser und S. Rahmstorf sollen angehört werden. 

Ich kann Bücher nicht ignorieren, wenn sie mir einmal bekannt wurden, deshalb müssen sie hier einen Platz und Erwähnung finden.  Mich stört das Medientechnische an ihnen. Ich muss mich immer mit neuen "Bolzen" beschäftigen - und finde nie einen würdigen Abschluss. Die Buchproduktion wird immer fortgesetzt. 

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<Independent> vom 16.01.2006  

Die Erde ist dabei, ein tödliches Fieber zu bekommen, das 100.000 Jahre dauern kann. 

Jede Nation muss den besten Nutzen der Ressourcen finden, um die Zivilisation so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

Von James Lovelock

Ubersetzt von Bert Brandt  

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Stellen sie sich eine junge Polizistin bei der Ausübung ihres Berufes vor und sie hätte einer Familie, deren Kind sich verirrte, zu sagen, dass es den Tod gefunden hat, ermordet in einem nahe gelegenen Wald. Oder denken sie an einen erst kürzlich neu angestellten Arzt, der ihnen sagen muss, dass die Gewebeprobe das Eindringen eines aggressiven metastierenden Tumors zeigte. Ärzte und die Polizei wissen, dass viele die einfache schreckliche Wahrheit mit Würde akzeptieren, aber dass andere vergebens versuchen, sie zu leugnen.

Was auch immer die Reaktion ist, die Überbringer einer solchen schlechten Nachricht stumpfen selten gegen ihre Aufgabe ab und einige fürchten sie. Wir haben die Richter von der schrecklichen Verantwortung entlastet, ein Todesurteil zu sprechen, aber wenigstens hatten sie einen gewissen Trost durch deren häufige moralische Rechtfertigung. Die Ärzte und die Polizei können ihrer Pflicht nicht entfliehen.

Dieser Artikel ist aus diesem Grund der schwierigste, den ich je geschrieben habe. Meine Gaia-Theorie sieht die Erde so funktionierend als wäre sie lebendig, und offensichtlich kann sich so etwas Lebendiges guter Gesundheit erfreuen oder Krankheiten erleiden. Gaia hat mich zu einem planetarischen Arzt gemacht und ich nehme meinen Beruf ernst, und nun muss ich auch schlechte Nachrichten überbringen.

Die Klimazentren überall auf der Welt, die den Pathologielabors der Hospitale ähnlich sind, haben über die physischen Bedingungen der Erde berichtet und die Klimaspezialisten sehen sie ernstlich krank und bald in ein krankhaftes Fieber übergehen, das 100.000 Jahre dauern kann. Ich muss ihnen als Mitglieder der Erdenfamilie und einem originären Teil von ihr sagen, dass sie und besonders die Zivilisation Gefahr laufen, sich ihr eigenes Grab zu schaufeln.

Unser Planet hat sich selbst gesund und fit für das Leben erhalten, so wie das ein Tier tut, mehr als 3 Milliarden Jahre seiner Existenz. Es war verhängnisvoll, dass wir begonnen haben, sie zu verschmutzen, da die Sonne zu heiß ist, uns zu helfen. Wir haben Gaia ein Fieber verpasst und bald wird sich ihr Zustand verschlechtern bis zu einem Zustand, der an ein Koma erinnert. Sie war zuvor schon einmal in einem solchen Zustand und hat sich erholt, aber es hat mehr als 100.000 Jahre gedauert.

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Wir sind dafür verantwortlich und wir werden die Konsequenzen zu tragen haben: im Verlauf dieses Jahrhunderts wird die Temperatur um 8 Grad in den gemäßigten Zonen und um 5 Grad in den Tropen ansteigen. Ein großer Teil der tropischen Landmasse wird Buschwald und Wüste werden, und wird nicht länger der Regulation dienen; das kommt zu den 40 % der Erdoberfläche hinzu, an denen wir Raubbau getrieben haben, sodass sie nicht mehr für die Erzeugung von Nahrung geeignet sind. 

Seltsamerweise reduziert die Luftverschmutzung auf der nördlichen Hemisphäre die globale Erwärmung, indem sie das Sonnenlicht zurück in den Weltraum reflektiert. Diese <globale Verdunkelung> ist aber nur vorübergehend und kann in ein paar Tagen wie Rauch, was sie ist, verschwinden und uns voll der Hitze des globalen Treibhauses aussetzen. Wir befinden uns in einem verrückten Klima, zufällig kühl gehalten durch Rauch. 

Bevor dieses Jahrhundert zu Ende ist, werden Milliarden von uns sterben und einige wenige Paare von Menschen, die überleben, werden sich in der Arktis befinden, wo das Klima erträglich bleibt.

Da wir nicht zur Kenntnis genommen haben, dass die Erde ihr Klima und ihren Zustand selbst reguliert, sind wir in den Versuch gestolpert, es selbst zu tun, und so zu handeln, als hätten wir die Verantwortung. Indem wir das tun, verdammen wir uns zu der schlimmsten Form der Sklaverei. Wenn wir uns dazu entschließen, die Verwalter der Erde zu sein, dann sind wir auch verantwortlich für die Erhaltung der Atmosphäre, des Ozeans und der Landoberfläche, um dort zu leben. Das ist eine Aufgabe, die wir bald als unmöglich empfinden werden – und als etwas, bevor wir Gaia so schlecht behandelt haben, was sie aber so bereitwillig für uns getan hat.

Um zu verstehen, wie unmöglich es ist, denkt daran, wie ihr euer eigenes Temperament oder den Zustand eures Blutes regulieren würdet. Diejenigen, die versagende Nieren haben, kennen die nicht endende tägliche Schwierigkeit, Wasser, Salz und Proteinzusatz richtig einzusetzen. Die technologische Festlegung der Dialyse hilft, aber sie ist kein Ersatz für funktionierende gesunde Nieren.

Mein neues Buch <Gaias Rache> führt diese Gedanken weiter aus, aber sie können immer noch fragen, warum die Wissenschaft so lange gebraucht hat, um die wahre Natur der Erde zu erkennen. Ich denke, das kommt daher, dass Darwins Vision so gut und klar war, dass es bis jetzt gebraucht hat, sie zu verarbeiten. Zu seiner Zeit war über die Chemie der Atmosphäre und der Ozeane wenig bekannt und er hatte wenig Grund, sich zu fragen, ob die Organismen ihre Umgebung genauso veränderten, wie sie sich an sie anpaßten.

Wäre es damals bekannt gewesen, dass das Leben und die Umwelt eng verbunden sind, dann hätte Darwin gesehen, dass die Evolution nicht nur die die Organismen umfasst hätte, sondern auch die gesamte Erdoberfläche. Wir hätten dann die Erde betrachtet als ob sie lebendig wäre und wir hätten erkannt, dass wir die Luft nicht verschmutzen und die Erdoberfläche - ihre Wälder und Meeresökosysteme - nicht einfach nur als Quelle der Produkte betrachten können, um uns zu ernähren und unsere Heime auszustatten. Wir würden instinktiv gefühlt haben, dass solche Ökosysteme unberührt gelassen werden müssen, denn sie sind Teil der lebendigen Erde.

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Also, was sollen wir tun? 

Zuerst müssen wir uns das schreckliche Tempo der Veränderungen vor Augen halten und erkennen, wie wenig Zeit noch übrig ist, um zu handeln; und dann muss jede Gemeinschaft und Nation die beste Verwendung ihrer Ressourcen herausfinden, um die Zivilisation so lange sie können zu erhalten. 

Die Zivilisation ist energieintensiv und wir können sie nicht beseitigen, ohne selbst zu zerbrechen., so brauchen wir die Sicherheit eines gestützten Abstiegs. Auf diesen britischen Inseln sind wir gewöhnt, an die ganze Menschheit zu denken und nicht nur an uns selbst; die Umweltveränderung ist global, aber wir müssen uns mit den Konsequenzen hier im Vereinigten Königreich auseinandersetzen.

Unglücklicherweise ist unsere Nation so verstädtert wie eine große Stadt und wir haben nur eine kleine Fläche für Land- und Forstwirtschaft. Wir sind abhängig vom Welthandel; eine Klimaveränderung wird uns regulären Nachschub von Nahrungsmitteln und Brennstoffen von Übersee versagen.

Wir könnten genug anbauen, um uns auf dem Niveau des 2. Weltkrieges zu ernähren, aber die Vorstellung, dass genug Land da ist, um Biobrennstoffe oder Windparks anzulegen, ist lächerlich. 

Wir sollten unser bestes tun, um zu überleben, aber traurigerweise kann ich nicht sehen, dass sich die USA oder die wachsenden Wirtschaften Chinas und Indiens rechtzeitig einschränken, und sie sind die Hauptquelle der Emissionen.  

Das Schlimmste wird passieren und die Überlebenden werden sich an ein Höllenklimas anzupassen haben.

Vielleicht ist die traurigste Sache, dass die Erde genau so viel oder mehr verlieren wird als wir. Es wird nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt und das ganze Ökosystem dem Aussterben entgegen gehen, aber in der menschlichen Zivilisation hat der Planet eine wertvolle Ressource. Wir sind nicht nur eine Krankheit, sondern wir sind durch unsere Intelligenz und Kommunikation das Nervensystem dieses Planeten. Durch uns hat sich Gaia selbst vom Universum aus gesehen und beginnt ihren Platz im Universum zu erkennen.

Wir sollten das Herz und der Verstand der Erde sein, nicht seine Krankheit. So laßt uns mutig sein und aufhören, allein an die menschlichen Bedürfnisse und Rechte zu denken, und sehen, dass wir der lebenden Erde geschadet und unseren Frieden mit Gaia zu machen haben. 

Wir müssen es tun, solange wir noch stark genug sind, um zu handeln und solange wir noch nicht ein gebrochener Pöbelhaufen sind, geführt von brutalen Kriegsherren. Am meisten sollten wir uns daran erinnern, dass wir ein Teil davon sind, und es ist in der Tat unser Heim.  

 

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