Ludwig Janus 

Bücher:

Der Seelenraum des Ungeborenen; Pränatale Psychologie und Therapie (2005)

Seelisches Erleben vor und während der Geburt

Wie die Seele entsteht - Unser psychisches Leben vor und nach der Geburt 

Psychogenetische Geschichte der Kindheit

 

wikipedia Autor *1939 

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ludwig-janus.de  

detopia:

J.htm    Psychobuch

B.Alberti   A.Janov    R.Spitz

deMause   Maaz   I.Behrmann

 

 

      

 

      

 

       

 

Vita

Dr. med. Ludwig Janus ist Psychoanalytiker und ärztlicher Psychotherapeut in eigener Praxis in Heidelberg seit 1975, außerdem Lehranalytiker am Institut für Psychoanalyse Frankfurt. Zahlreiche Veröffentlichungen von ihm widmen sich vor allem der pränatalen Psychologie und der Psychohistorie

 

Perlentaucher  zu SüZ am 26.02.2001 

Tilmann Moser erhofft sich für dieses Buch ausdrücklich starke Beachtung, zumal er der Ansicht ist, dass dieses "weise" Buch in seiner unpolemischen Art zu "Grenzöffnungen" führen könne. Seiner Ansicht nach sind die Spätfolgen von prä- und perinatalen Traumata (wie etwa Abtreibungsversuche, Geburtskomplikationen) für das spätere Leben der Betroffenen noch nicht ausreichend im Bewusstsein von Therapeuten verankert oder aber es fehle an entsprechenden Fortbildungs­möglichkeiten. 

Moser gefällt es, dass sich der Autor nicht nur in der Literatur bewandert zeigt, sondern vor allem, dass seine Überlegungen auch auf langjähriger Erfahrung beruhen, wobei Janus auch offen von eigenen Fehlern, Schwächen und zwischenzeitlichem Scheitern spricht. Doch die Thesen, die Janus schließlich nach langjähriger Beschäftigung mit dem Thema entwickelt hat, scheinen den Rezensenten durchaus zu überzeugen. 

So gehe der Autor "souverän kritisch und zugleich verständnisvoll" auf Freuds Thesen von der Bedeutung des Vaters bei Neurosen ein, wobei Janus jedoch selbst einen anderen Standpunkt vertrete, etwa bei Freuds Fallgeschichte des 'Wolfmannes'. Insgesamt eine "Fülle von fruchtbaren Ausblicken und Desideraten von Praxis und Forschung", so lautet das Fazit des Rezensenten.

 

2006 von R. Clade (Deutschland) bei Amazon

Das Buch befasst sich mit der Bedeutung der Bedingungen und Erfahrungen vor, während und nach der Geburt für psychische und historische Prozesse. Sowohl der Titel des Buches als auch der Text auf der Umschlaginnenseite sind etwas irreführend. Es wird der Anschein erweckt, als gehe es primär um praktische Erfahrungen, Fallbeispiele und Anwendungsmöglichkeiten pränataler Psychotherapie. Dies beschränkt sich jedoch weitestgehend auf das 58 Seiten umfassende Kapitel VIII des Buches, die absolut lesenswert sind. Der weitaus größere Teil ist der Entwicklung der Psychotherapie innerhalb des kulturellen und historischen Kontexts gewidmet.

Was bedeutet, dass Freud, Rank, Jung und eben jeder therapeutisch tätige Mensch Kind seiner Zeit war bzw. ist. D. h. den Erkenntnissen und entwickelten Theorien sind einerseits Grenzen gesetzt durch die Akzeptanzbereitschaft der Gesellschaft und andererseits ist der therapeutische Rahmen, in dem gearbeitet wird, deutlich eingefärbt von den gesellschaftlich geltenden Normen und Bedingungen. Folgt man den Ausführungen von Janus, wird man ihm zustimmen können, wenn er beispielsweise sagt, dass die Entwicklung der Psychoanalyse in einer Diktatur schwerlich möglich gewesen wäre, weil die Zielsetzung einer größeren Autonomie in gefährdende Konflikte mit der Gesellschaft führt". 

Wer sich mit solchen historischen Prozessen und philosophischen Gedanken im Zusammenhang mit pränataler Psychotherapie befassen will, findet in Janus Buch sicher interessanten Lesestoff. Wer den Schwerpunkt seines Interesses auf praxisbezogene Informationen legt, für den ist dieses Buch von Ludwig Janus wohl weniger geeignet.

 

 

Zum Buch "Ungewollte Kinder" Von Bernhard Maul (Körperpsychotherapeut), Freiburg i.Br.,  2001 Amazon 
Aktuelle Forschungsergebnisse in einem Band 

Es war ein langer Entwicklungsprozeß, der keineswegs abgeschlossen ist, bis die Kinder im Zusamm­en­hang mit den Entdeckungen der Tiefenpsychologie in ihren eigenen Entwicklungs­bedingungen und Entwicklungs­bedürfnissen wahrgenommen wurden. Die Tracht Prügel, die noch niemandem geschadet hat, und die Stärkung der Lungen durch Schreienlassen entsprachen dem allgemeinen Menschen­verstand. Erst in unseren Tagen vollzieht sich ein Umdenken.

Gewalt gegen Kinder, öffentlich und privat, gerät in Mißkredit und die Sensibilität gegenüber Mißhandlungen von Kindern und sexuellem Mißbrauch nimmt erheblich zu. Warum ein Buch über ungewollte Kinder, fragen die beiden Autoren Helga Häsing, Buchautorin und freie Journalistin, und Ludwig Janus, Psychoanalytiker und Lehrbeauftragter der Universität Frankfurt für pränatale Psychologie.

Nach vorsichtigen Schätzungen von Experten kommt jedes dritte Kind unerwünscht zur Welt. Fast die Hälfte aller Schwangerschaften in der Bundesrepublik ist ungeplant. Die Forschung über das Schicksal unerwünschter Kinder sei vielfältig und gründlich. Doch stießen diese Erkenntnisse in der Öffentlichkeit bisher auf wenig Resonanz.

Die Benachteiligung der Ungeliebten beginne bereits vor der Geburt. Wie sich der Fötus im Mutterleib entwickele, sei nicht allein eine physiologische Angelegenheit. Auch die Gefühle der Eltern und besonders die der Mutter gegenüber dem werdenden Leben wären von großer Bedeutung für das Kind und seine spätere Entwicklung. Die moderne Medizin und pränatale psychologische Forschung habe es an den Tag gebracht. Die Herausgeber: 

"Wir sind da, mit unseren Sinnen und unserem Fühlen, noch ehe wir auf die Welt gekomm­en sind. Der Mutterleib bietet uns nur einen relativ geschützten Raum für unsere physiologische und psychische Reifung. Er kann zum Himmel oder zur Hölle werden. Schon das ungeborene Kind spürt, ob es willkommen ist oder nicht. Nichts ist vergessen. Nicht nur unsere ersten Lebensjahre, sondern auch unser vorgeburtliches Leben läßt bleibende Spuren, geistige und seelische Eindrücke, Wunden, positive oder negative Erfahrungen in uns zurück."   

Die frühen Erinnerungsbilder können unser ganzes Leben überschatten oder in späteren schwierigen Lebenssituationen wieder auftauchen. Es sind keine Erinnerungen in dem uns vertrauten Sinn, sie können sich in Körpersymptomen, Ängsten, Träumen, Depressionen oder Phantasien, in der Ausgestaltung unseres Lebens Ausdruck verschaffen. Wie die 31 Artikel der 25 Autoren in diesem Buch zeigen, entwickeln wir in dieser ersten Zeit unsere "primäre Ich-Haltung", unsere Urerfahrung mit der Welt. Im Unterbewußten bleiben die vorgeburtlichen Erinnerungen lebendig. Sie sind Grundsteine unseres Lebensgefühls. 

In diesem Sinne erkunden die Autoren, wenn sie den lebensgeschichtlichen Auswirkungen des Ungewolltseins nachspüren, psychisches und soziales Neuland, das die meisten Psychologen in ihren Landkarten unserer seelischen Erlebnismöglichkeiten noch nicht verzeichnet haben. So ist das Buch in Teilen psychotherapeutisches Lehrbuch, indem es neue Befunde aus der psychotherapeutischen Erfahrung in und durch Behandlungen von ungewollten Kindern darstellt. Wie auch sonst in der Wissenschaftsgeschichte werden neue Einsichten oft zunächst an Extrembeispielen gewonnen, in denen sich neuartige Zusammenhänge besonders klar erkennen lassen. 

Der Forschungsstand ist jedoch heutzutage so, daß es sich nicht um überraschende Einzel­erkenntnisse in die Bedeutsamkeit vorgeburtlicher Erfahrungen handelt, deren Generalisierbar­keit erst in einem längeren Prozeß abzuklären wäre. Ganz im Gegenteil sind die in diesem Buch mitgeteilten Beobachtungen Frucht einer nun schon über mehrere Generationen gehenden Forschungsarbeit, deren Väter in der psychoanalytischen Entdecker­tradition Freud, Jung, Rank, Ferenczi und Graber heißen. Entscheidende Fortentwicklungen verbinden sich, so die Herausgeber, mit den Namen Janov, Grof und Lake für die Entwicklung neuer therapeutischer Techniken zur regressiven Erschließung vorsprachlicher Erfahrung und mit dem Namen DeMause und Wasdell für die Erschließung der kulturellen Verarbeitung vorgeburtlicher und geburtlicher Erlebnisse. 

Trotzdem habe die Lebenswirklichkeit des ungewollten Kindes bisher noch keine so geschlossene Darstellung gefunden, wie sie von den Autoren nun vorgelegt werde. Dies möge mit den vielfältigen äußeren und inneren Widerständen zusammenhängen, die sich mit dem Thema verbänden. Die Zahl der in dieser Fragestellung kompetenten Fachleute sei so klein, daß der vorliegende Band einen Großteil der führenden Forschung in diesem Bereich versammle. Das Buch ist für Fachleute gleichermaßen interessant wie für Betroffene, die es aufklären und ermuntern will, sich mit dem eigenen Schicksal auseinanderzusetzen. 

Sein Aufbau soll dem Leser ein allmähliches Hineinfinden in das schwierige Thema des Ungewolltseins ermöglichen. Darum stehen am Anfang die Gestaltungen im kindlichen Spiel. Dies ermöglicht ein leichteres Verständnis der Berichte aus der Erfahrung Erwachsener in Therapien mit Ungewolltsein. Ein Abschnitt mit Selbstaussagen von Betroffenen soll einen Zugang in die Unmittelbarkeit des persönlichen Lebens geben.

Verbindungen zum Grundthema des Ungewolltseins bestehen zur Problematik ungeplanter und zu früher Mutterschaft und ebenso zu den Konflikten junger Mütter. Ein eigenes Kapitel schildert die verhängnisvollen Belastungen, denen Kriegskinder ausgesetzt sind. Danach folgt ein psycho­historischer Exkurs zum Thema Gewalt gegen Kinder in der Geschichte am Beispiel der Kindestötung. Eine exemplarische Langzeituntersuchung aus der tschechischen Republik wird als Einblick in die empirische Forschung vorgestellt. 

Den Abschluß bilden Beiträge zu Hilfen durch eine sehr ausführliche und vorbildliche Darstellung des Adoptionsproblems und zum Umgang mit Adoption und durch allgemeine Orientierung zu den Möglichkeiten eigener Auseinandersetzung, zur Hilfe durch Psychotherapie und zu den Unterstützungen für werdende Eltern. #

 

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