Oswald

Spengler

 

Wikipedia.Autor  *1880 im Harz bis 1936 (56) 

DNB Spengler  (500 Publi)

Google.Buch  

detopiaS.htm   Sterbejahr

Umweltbuch    Geschichtsbuch 

Spenglers Rache.PDF    Reck.über.S    Friedell.über.S  

 

 

2020:

 

 

2018:

 

Ein paar Spengler-Bücher

1918:  Der Untergang des Abendlandes  (1917-1923) 

1920:  Preußentum und Sozialismus 

1931:  Der Mensch und die Technik 

1933:  Jahre der Entscheidung - Deutschland und die weltgeschichtliche Entwicklung   


detopia:  

Solowjew   Carlo Schmidt    Heidegger, Martin 

Toynbee   Mumford   Osborn   I.Iljin   Nietzsche   Schwanitz 


Audio

Audio 2008  90 Jahre Untergang des Abendlandes  

Audio 2012  Spnglers Endzeitszenarien 


2018

DLF   die kosmische apokalypse  -  das ende der welt ist gewiss 

Audio bei detopia  4 min mit Sibylle Anderl


UdA im Volltext hier:

zeno.org/Philosophie/M/Spengler,+Oswald?hl=spengler  


gut: beltwild.blogspot.de 2011 notizen-uber-den-geschichtsphilosophen 


Spengler's Rache -  Essay 1987  von französischem Professor 


 

detopia: einen zweiten Teil (von Jahre der Entscheidung) gibt es nicht; und es soll ihn auch nie gegeben haben; auch nicht als Manuskript)  

Siehe zu O.S. auch Herbert Gruhl, der viel aus Mensch und Technik zitiert.

Spengler wird oft als einer der geistigen Wegbereiter des deutschen Faschismus bezeichnet. Dieser Vorwurf wird wohl mit dem antidemokratischen Gehalt von UdA begründet. Und tatsächlich läßt sich nachweisen (etwa an internen Reden der Naziführer, Stichwort: Goebbels-Geheimrede: "Unser Sieg ist ein Naturgesetz!"), daß sie von UdA inspiriert sein könnten (oder von einem ähnlichen, also einem anderen Buch). - Jedoch: »Nichts hat das deutsche Volk – dies muß immer wieder ins Gedächtnis gerufen werden – so erbittert, so haßwütig, so hitlerreif gemacht wie die Inflation«, schrieb Stefan Zweig 1939 in seinen autobiographischen Erinnerungen. (Quelle: C. Zeile).


Zur Biografie 

 

Oswald Spengler Kultur- und Geschichtsphilosoph  www.dhm.de

  • 1880 
    29. Mai: Oswald Spengler wird als zweites Kind des Postsekretärs Bernhard Spengler und seiner Frau Pauline (geb. Grantzow) in Blankenburg (Harz) geboren.

  • 1899-1903 
    Nach dem Abitur Studium der Mathematik und der Naturwissenschaften in Halle, München und Berlin.

  • 1904 
    Promotion an der Universität Halle mit der Schrift "Der metaphysische Grundgedanke der Heraklitischen Philosophie".

  • 1908-1911 
    Gymnasiallehrer in Hamburg für die Fächer Naturwissenschaft, Mathematik, Deutsch und Geschichte.

  • 1911 
    Nach der Übersiedlung nach München arbeitet Spengler zunächst als Kulturredakteur für verschiedene Zeitungen, danach als freier Schriftsteller und Privatgelehrter.

  • ab 1914 
    Veröffentlichung mehrerer Schriften, in denen er sein stark monarchistisches und antiparlamentarisches Programm entwickelt.

  • 1915 
    Den Ausbruch des Ersten Weltkriegs bezeichnet Spengler in seiner Denkschrift "An den Kaiser Wilhelm" als "den größten Tag der Weltgeschichte".

  • 1918-1922 
    Veröffentlichung seines zweibändigen Hauptwerks "Der Untergang des Abendlandes", das in seiner kulturpessimistischen Geschichtsdeutung stark auf das vom Ausgang des Ersten Weltkriegs enttäuschte Bürgertum wirkt.

  • 1919 
    Januar: Spengler lehnt eine ihm angetragene Professur für Philosophie an der Universität Göttingen mit der Begründung ab, er wolle die noch verbleibende Zeit gänzlich für die Fortführung seines Werkes nutzen. 
    November: Auszeichnung mit dem Ehrenpreis der Stiftung des Nietzsche-Archivs.

  • 1920 
    Dezember: Veröffentlichung der Schrift "Preußentum und Sozialismus", abgefaßt aus "Ekel und Erbitterung" über die "dümmste und feigste ... Revolution der Weltgeschichte". Bekanntschaft mit Arthur Moeller van den Bruck, einem der Theoretiker der Konservativen Revolution, mit dem ihn fortan eine lockere Freundschaft verbindet.

  • 1923 
    8./9. November: Spengler wird Zeuge des Auftritts Adolf Hitlers im Münchener Bürgerbräukeller, der dem Hitler-Putsch unmittelbar vorangeht.

  • 1924 
    26. Februar: Vor dem "Hochschulring deutscher Studenten" hält Spengler eine Rede über "Politische Pflichten der deutschen Jugend" und verurteilt dabei "das Gaukelspiel allgemeiner Wahlen und einer freien Presse". In seinem Buch "Neubau des Deutschen Reiches" prangert er die Degeneration der "freien Verantwortlichkeit" an und brandmarkt deutsche Beamte als "philiströse Aktenschlepper".

  • 1925 
    Das Angebot Gregor Strassers, der ihn für die Mitarbeit an den "Nationalsozialistischen Monatsheften" zu gewinnen versucht, weist Spengler mit dem Hinweis auf die "primitive Lösung des Antisemitismus" durch die Nationalsozialisten zurück.

  • 1931 
    Veröffentlichung der Schrift "Der Mensch und die Technik", in der Spengler der abendländischen Kultur einen notwendigen und ausweglosen Sterbensvorgang voraussagt.

  • 1932 
    In der Abhandlung "Jahre der Entscheidung" führt er seine pessimistische Kulturphilosophie weiter aus und polemisiert gegen die Akademiker, die er als "Schwätzer und Hetzer" entlarvt.

  • 1933 
    18. März: Das Angebot von Joseph Goebbels, am "Tag von Potsdam" eine Rede zu halten, lehnt Spengler ab. 
    14. Juni: Dem Ruf auf eine Professorenstelle für Kultur- und Universalgeschichte in Leipzig kommt Spengler nicht nach. 
    25. Juli: Einzige persönliche Unterredung mit Hitler in Bayreuth. Vom Nationalsozialismus, mit dem er anfangs sympathisiert, rückt er in der Folgezeit immer deutlicher ab. 
    31. August: Im NS-Organ "Völkischer Beobachter" wird Spengler vorgeworfen, in seiner Schrift "Jahre der Entscheidung" weder Hitler noch die "nationalsozialistische Bewegung" gewürdigt zu haben. 
    27. September: Obwohl noch in den Senat der "Deutschen Akademie" gewählt, darf Spengler fortan im Rundfunk nicht mehr erwähnt werden.

  • 1936 
    8. Mai: Oswald Spengler stirbt in München.

 

 

 

 

 

Ist Weltfriede möglich? 

Telegraphische Antwort auf eine amerikanische Rundfrage (1936)

Von Oswald Spengler     zeno.org  Spengler Oswald Reden  Weltfriede 

 

Die Frage, ob der Weltfriede je möglich sein wird, kann nur ein Kenner der Weltgeschichte beantworten. Kenner der Weltgeschichte sein heißt aber, die Menschen kennen, wie sie waren und immer sein werden. 

Es ist ein gewaltiger Unterschied, den die meisten Menschen nie begreifen werden, ob man die Geschichte der Zukunft betrachtet, wie sie sein wird oder wie man sie gern haben möchte. 

Der Friede ist ein Wunsch, der Krieg eine Tatsache und die Menschengeschichte hat sich nie um menschliche Wünsche und Ideale gekümmert. Das Leben ist Kampf unter Pflanzen, Tieren und Menschen, ein Kampf zwischen einzelnen, Klassen der Gesellschaft, Völkern und Staaten, ob er sich nun in wirtschaftlichen, sozialen, politischen oder militärischen Formen abspielt. Es ist ein Kampf um die Macht, seinen Willen, Vorteil oder seine Meinung vom Nützlichen oder Gerechten durchzusetzen, und wenn andre Mittel versagen, wird man immer wieder zum letzten greifen, der Gewalt. 

Man kann den einzelnen, der Gewalt anwendet, einen Verbrecher nennen, eine Klasse revolutionär oder Landesverräter, ein Volk blutdürstig, aber das ändert nichts an der Tatsache. 

Der heutige Weltkommunismus bezeichnet seine Kriege als Aufstände, Kolonialreiche als Befriedung fremder Völker, und wenn die Welt ein Einheitsstaat wäre, würde man die Kriege Aufstände nennen. 

Das sind alles nur Unterschiede in Worten. Es ist eine gefährliche Tatsache, daß heute nur die weißen Völker vom Weltfrieden reden, nicht die viel zahlreicheren farbigen. Solange einzelne Denker und Idealisten das tun – sie haben es zu allen Zeiten getan –, ist es wirkungslos. 

Wenn aber ganze Völker pazifistisch werden, ist es ein Symptom von Altersschwäche. Starke und unverbrauchte Rassen sind es nicht. Es ist ein Verzicht auf die Zukunft, denn das pazifistische Ideal bedeutet einen Endzustand, welcher der [293] Tatsache des Lebens widerspricht. 

So lange es menschliche Entwicklung gibt, wird es Kriege geben. Wenn aber die weißen Völker des Krieges so müde werden sollten, daß die Regierungen sie unter keinen Umständen mehr dazu bringen könnten, dann würde die Welt das Opfer der Farbigen sein, wie das römische Reich den Germanen zufiel. 

Pazifismus heißt, den geborenen Nichtpazifisten die Herrschaft überlassen, unter denen immer auch Weiße sein werden, Abenteurer, Eroberer, Herrenmenschen, die Zulauf finden, sobald sie Erfolg haben. Wenn heute in Asien eine große Erhebung gegen die Weißen stattfände, würden sich unzählige Weiße ihr anschließen, weil sie des friedlichen Lebens müde sind. 

Der Pazifismus wird ein Ideal bleiben, der Krieg eine Tatsache, und wenn die weißen Völker entschlossen sind, keinen mehr zu führen, werden die farbigen es tun und die Herrscher der Welt sein. 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Thomas Tartsch

Denn der Mensch ist ein Raubtier. 

Eine Einführung in die politischen 

Schriften und Theorien Oswald Spenglers.  


Books on Demand, 2001. ISBN: 3-8311-2795-6  - Stefanie Agerer, 11. November 2001 -    www.inter-cultural.de 

 

An Spengler führt heute wohl kein Weg mehr vorbei, berufen sich doch Autoren wie Huntington nicht zuletzt auf seine Kulturkreistheorien und seine Vorstellungen vom Aufstieg und Niedergang der großen Weltkulturen. Unsterblich geworden durch sein Mammutwerk "Der Untergang des Abendlandes", ist Spengler heute wieder in die Diskussion zurückgekehrt. Das beweisen zum Beispiel einige Veröffentlichungen in letzter Zeit, wie die von Thomas Tartsch.

Der Autor hat sich der Aufgabe angenommen, eine Einführung zu Spengler zu schreiben, die sicherlich lange schon nötig war. Sein Buch teilt sich in zwei große Kapitel, von denen das erstere die Biographie Spenglers behandelt, während sich der zweite Teil mit den wichtigsten Werken Spenglers auseinandersetzt.

Spenglers Leben zu beschreiben erfordert immer ein gewisses psychologisches Gespür, denn anders kann man der Persönlichkeit Spenglers nicht Herr werden. Man muss sich ganz auf seine Gedankenwelt einlassen und verstehen, welche psychologischen Ursachen hinter vielen seiner Aussagen, seinen Handlungen und letztlich hinter seinem gesamten Werk stehen. Tartsch beweist genau das. Der knüpft die nötigen Verbindungen zwischen Spenglers Persönlichkeit und seinem Werk und wirbt dabei um Verständnis für den Denker Spengler. Die Biographie ist lesenswert. Sie ist - und das hat Tartsch natürlich erkannt - Grundvoraussetzung, um Spenglers Aussagen wirklich nachvollziehen und verstehen zu können.

Doch auch im zweiten Teil seines Buch überzeugt Thomas Tartsch mit profundem Wissen über das Spenglersche Werk. Relativ komprimiert widmet er sich jeweils den wichtigsten Veröffentlichung Spenglers: dem "Untergang des Abendlandes", "Preußentum und Sozialismus", "Politische Pflichten der deutschen Jugend", "Neubau des Deutschen Reiches", "Der Mensch und die Technik" sowie "Jahr der Entscheidung". Natürlich ist es gerade bei so umfangreichen Werken wie dem "Untergang des Abendlandes" schwer, die Gesamtheit der Aussagen darzustellen, doch Tartsch meistert diese Aufgabe durchaus mit viel Geschick, so dass man am Ende die wesentlichen Eindrücke aus den verschiedenen Publikationen Spenglers mitnimmt.

Tartsch konzentriert sich natürlich vor allem auf die komprimierte und möglichst verständliche Wiedergabe der Inhalte der einzelnen Texte, schließlich versteht sich sein Buch als "Einführung in die politischen Schriften und Theorien Oswald Spenglers". Dennoch geht er immer auch mit Kritik an Spengler um, ist sich der Schwachstellen dessen Theorien offensichtlich im Klaren und verschweigt diese auch nicht. Gleichzeitig durchleuchtet er auch immer die Gründe für Spenglers Erfolg oder Nicht-Erfolg. Noch ausführlicher geht er auf die historische Einordnung der Texte ein. 

Gerade die Bewertung Spenglers als "Wegbereiter des Nationalsozialismus", als der er oft gesehen wird, erfährt eine gründliche Behandlung - und vehemente Widerlegung - durch Tartsch, der immer wieder auf Spenglers harsche Kritik an Hitler und der Politik des Nationalsozialismus zurück kommt. Allgemein lässt sich sagen, dass Thomas Tartsch eher um die Einordnung Spenglers in den Zeitkontext bemüht ist und leider nur sehr wenig oder eher vage auf Spenglers Bedeutung für die heutige Zeit eingeht. Hoch anzurechnen ist dem Autor allerdings wiederum, dass er einen der für die Aktualität wohl wichtigsten Punkte anspricht: Spenglers Demokratiekritik, deren Betrachtung sich gerade in diesen Tagen lohnen würde.

Leider wird das Lesevergnügen durch etliche orthographische Fehler beeinträchtigt. Sie ändern zwar nichts an der Qualität der Aussagen des Buches, doch sind sie dem Gesamteindruck ein wenig abträglich. Nichtsdestotrotz ist Thomas Tartsch' Buch ein wichtiger, nützlicher und längst nötiger Beitrag zur Spengler-Forschung, der jedem Interessierten einen ersten Einblick in das Werk des Denkers geben wird. Ich lege es jedem ans Herz, der sich für Spengler interessiert.

 

 

amazon.de

Der Autor über sein Buch

Der politische Theoretiker Oswald Spengler- wieder aktuell

Oswald Spengler ist den meisten nur als Kulturphilosoph- und -pessimist bekannt. Berühmt wurde er durch sein Monumentalwerk "Der Untergang des Abendlandes", dessen Titel als Schlagwort zum Synonym für die bis dahin nicht gekannten sozialen und politischen Umwälzungen wurde, welche die Republik erlebte, und an dessen Ende das "Dritte Reich" und die Verbrechen der Nationalsozialisten standen. Nicht zuletzt, da die Weimarer Republik nicht in der Lage war, die verschiedenen Bevölkerungsklassen sozial zu integrieren.

Seit den Ereignissen vom 11.09. findet seine Kulturkreistheorie wieder vermehrt Beachtung, obwohl sie sich im Grunde nicht mit dem von Samuel P. Huntington (der unzweifelhaft von Spengler inspiriert wurde) vorhergesagten "Kampf der Kulturen" befasst. Für Spengler fanden die zukünftigen kriegerischen Konflikte innerhalb des Abendlandes zwischen den zwei philosophischen Schulen des englischen Liberalsimus und des preußischen Staatssozialismus (wobei Sozialismus keine Ideologie, sondern einen Ethos darstellt) statt, von denen eine nach einem totalen Krieg die Herrschaft über das Abendland übernehmen würde. Erst um das Jahr 2200 n.Chr., in der Endphase der abendländischen Zivilisation, wenn die dekadenten und müde gewordenen westlichen Völker, der "Beutelust junger Kulturvölker" zum Opfer fallen würden, kommt es zu einem Kampf der Kulturen. Ein Umstand, der gerne übersehen wird. Ebenso wie den Umstand, dass Spengler nicht der Kulturpessimist war, für den man ihn hielt und hält. 

Oswald Spengler war aber auch ein polarisierender politischer Schriftsteller und Theoretiker, der das Denken vieler Politiker der Weimarer Republik beeinflusste, auch wenn er sich selbst immer gegen politische Theorie aussprach. Meine Einführung widemt sich diesem Oswald Spengler, der in den letzten jahrzehnten kaum Aufmerksamkeit fand, zumal er (und die sogenannte Konservative Revolution in der Weimarer Republik) in Folge der Studie von Kurt Sontheimer "Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik" in der politikwissenschaftlichen Forschung und Lehre fast ausschließlich als "Geistiger Wegbereiter des Nationalsozialismus" stigmatisiert wurde und wird. 

Der erste Teil der Einführung beschäftigt sich mit der Biographie Spenglers, wobei ich aufzeige, dass die publizistischen Erfolge und Misserfolge Parallel zur Geschichte der Weimarer Republik verliefen. Denn Spengler konnte die größten Erfolge immer dann verbuchen, wenn die Republik in eine Krise geriet. Bezüglich des Wesens von Spengler stütze ich mich hierbei vermehrt auf die Tagebuchaufzeichnungen seiner Schwester Hildegard, sowie auf den von ihm geführten Briefwechsel, da diese Quellen aufschlußreicher sind als ein Großteil der Sekundärliteratur. Empfehlenswert sind dort die Biographie von Anton Mirko Koktanek und die Dissertation von Detlev Felken.

Im zweiten Teil werden die grossen politischen Schriften (Preußentum und Sozialismus, Politische Pflichten der Deutschen Jugend, Neubau des Deutschen Reiches, Der Mensch und die Technik, Jahre der Entscheidung), sowie die politisch relevanten Themen aus dem Untergang des Abendlandes analysiert. Hierbei zeigt sich die Widersprüchlichkeit Spenglers, die die Leserschaft immer in Anhänger und Gegner polarisiert hat. Denn Spengler war einerseits ein Gegner der Weimarer Republik und der Demokratie, da er sie nur als Zwischenschritt zum Zeitalter des von ihm vorhergesagten Cäsarismus ansah, aber er war auch ein Gegner der primitiven völkischen und antisemitischen Politik und Propaganda der Nationalsozialisten. Insbesondere in der Frage der "Rasse" traten unüberbrückbare Gegensätze auf. 

Gleichwohl sah er wie viele Gegner der Weimarer Republik Adolf Hitler und die NSDAP als Mittel zur Beseitigung derselbigen an, um danach einen autoritären Staat zu errichten, der im Stande sein sollte, die wirtschaftlichen und sozialen Gräben innerhalb der Gesellschaft zu überbrücken, die in der Moderne aufgebrochen waren. Spengler stand damit in einer Reihe von linken und rechten Denkern (z.B. walter Rathenau, Ernst Niekisch, Hans Zehrer), die einen "dritten Weg" zwischen Kapitalismus und Sozialismus/Kommunismus suchten, und den Spengler im deutschen Sonderweg eines preußischen Staatssozialismus sah. Aber ebenso wie viele andere erkannte Spengler nicht das wahre Gesicht Adolf Hilters, der die einmal gewonnene Macht zur Verwirklichung seiner idelogischen Wahnideen nutzte, und sich von niemanden beeinflussen ließ.  

Aber Spengler erkannte schon in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts Entwicklungen, die heute aktuell sind. So die ökologische Zerstörung durch den technischen Fortschritt, oder die Globalisierung, die er als die "Lösung des Besitzes vom Gegenstand" bezeichnet. Ebenso sind einige Vorschläge zur Reform des Staatswesens überlegenswert, wenn man sie auf das System der parlamentarischen Demokratie transformiert. Besonders aktuell ist aber seine These einer "farbigen Weltrevolution (aufbauend auf die Anfänge der beginnenden Dekolonialiserung vor dem zweiten Weltkrieg)". Spengler spricht dort von der "Rache der ausgebeuteten Völker gegenüber ihren Herrn", und nennt damit einen der Hauptgründe für den sich heute immer weiter ausbreitenden Islamischen Fundamentalismus. 

Denn der Kampf der Kulturen ist nur vordergründig religiös motiviert. Vielmehr besteht er aus einem Gemisch von Machtpolitik, ungelösten politischen Problemen in den islamischen Ländern, fortschreitender Verarmung und sozialer Ungerechtigkeit durch die Globalisierung und Religion. Gerade die westliche Wertegemeinschaft scheint diese Gründe nicht zu erkennen, bzw. erkennen zu wollen, sondern sie zeichnet sich nach dem 11. September gegenüber anderen Kulturen durch eine Arroganz aus, die an das Zeitalter des Kolonialismus erinnert.Denn ob der von Huntington propagierte Weg der vollständigen Übertragung des westlichen Demokratiemodells auf andere Kulturen und alle Länder ein Weg zur Beendigung der immer größer werdenden Krisen ist, darf bezweifelt werden.  

Ebenso wirkt die Demokratiekritik Spenglers prophetisch. Gerade in einer Zeit, wo im Namen der Terrorismusbekämpfung immer mehr Grundrechte eingeschränkt werden. Obwohl so nicht gewollt, warnt er vor einer totalitären Meinungs- und "Tugend"dikatur in der Demokratie.
Diese Beispiele zeigen, dass der politische Theoretiker Oswald Spengler gerade heute zur Diskussion und Reflexion einlädt, zumal seine Theorien teileweise sehr provokativ sind. Ich hoffe, mit meiner Einführung dazu beizutragen , dass die Person Oswald Spengler und seine politischen Schriften in Zukunft differenzierter beurteilt werden.

 


 

Brauchbarer Inhalt mit schwerwiegenden Schreibfehlern      

2004, Christian aus Österreich 

 

Wer an einer Kurzfassung zum Thema Oswald Spengler und sein Werk interessiert ist, findet hier eine einigermaßen umfassende Biographie und eine Bewertung der Aussagen seiner Werke. Es liegt wohl in der Natur des Sache, daß der Inhalt eines monumentalen Werkes wie „Der Untergang des Abendlandes" nur ansatzweise umrissen werden kann. Trotzdem wird leider gerade dieses Hauptwerk etwas vernachlässigt, während weitere Schriften (z.B. „Preußentum und Sozialismus") deutlich ausführlicher behandelt werden. Auch hat der Autor zumindest zwei Aussagen aus „Der Untergang des Abendlandes" verfälscht:

Was allerdings aus der Kurzbeschreibung nicht hervorgeht ist die fast schon religiös anmutende Form in der Spengler schrieb (Toynbee nannte ihn einmal den Hohepriester seiner Philosophie). Aber um dies zu erfahren muß man „Der Untergang des Abendlandes" wohl selbst lesen.
Insgesamt stellt das Buch tatsächlich eine ganz brauchbare Einführung in das Leben und die Werke Spenglers dar. Die inhaltlichen Schönheitsfehler sind zu verschmerzen. Vor allem für solche Leser, die nur „Der Untergang des Abendlandes" kennen, bietet dieses Buch genau das, was es vorgibt zu sein. Gerade in diesen Fällen ist es empfehlenswert, und 4 Sterne wären wohl angebracht gewesen.
Die Fehler in der Ausführung sind jedoch keinesfalls zu verschmerzen, und sie sind auch der Grund für meine relativ schlechte Bewertung. Nicht nur, daß die Schrift deutlich zu klein ist und einem Leser in fortgeschrittenem Alter Schwierigkeiten macht (ich schätze die Schriftgröße auf vielleicht 9 Punkte). Die folgenden Fehler sind besonders störend:
- Rechtschreibung (sehr häufige Fehler in der Groß- und Kleinschreibung; sogar wenn er Spengler zitiert und eigentlich nur abschreiben mußte)
- Interpunktion (unmotivierte Beistriche)
- Grammatik (mehrmals 4. statt 3. Fall)
- Wortwiederholungen (zuweilen scheint der Autor in der Mitte des Satzes das Satzgefüge umgedreht zu haben)
- Textaufbereitung (allgemeine Tippfehler wie fehlende Buchstaben, überflüssige Buchstaben, fehlende oder doppelte Leerzeichen und fehlende Punkte am Satzende)
- Ich bin etwas entäuscht darüber, daß der Autor die "englische" Form der Anführungszeichen der „deutschen" Form vorzieht.
Viele der Fehler sind extrem offensichtlich. Das Manuskript erweckt den Eindruck eines schnell getippten Werkes welches nicht einmal durchgelesen wurde. Ansonsten hätten viele der Fehler auffallen müssen. Sogar die Rechtschreibprüfung eines einfachen Textverarbeitungsprogrammes hätte die meisten der Fehler beseitigt.

 

 

 

 

 

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