Hans Widmer

(Peter M., p.m.)

 

 

Subcoma - Nachhaltig vorsorgen für 
das Leben nach der Wirtschaft
  (2000, 180 Seiten)  

 

 

bolo-bolo 1983 (-2015)

 

 

Weltgeist Superstar 1980/83/91 (DNB!)

P. M. :  Subcoma   (2000)   Das hilfreiche Haushaltbuch     -  

wikipedia  Hans Widmer *1947

Amazon.Subcoma 

DNB.Amberland 207 Seiten 

paranoiacity.ch  Verlag Zürich 

Email an Widmer über Verlag

 

detopia:

P.htm    Utopiebuch 

Panokratie   Chlada   Schwendter   Strasser   

Zacharias   Joensson   Maresch  Saage 

Pestalozzi/HAP  <Schweiz> Lauterburg/Crash  

   

 

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Artikel über bolo'bolo  (2007, pdf, Zeitschrift Utopie-Creativ)  von Idler

 


 

detopia:

In Bolobolo (1983) gibt es Worterfindungen. In Panokratie (1992) auch. Man kann sich durchkämpfen. Das geht schon. Aber förderlich finde ich es nicht. 

Es ist alles gut und richtig, was die beiden schreiben. Viele Dinge können heute (2019 noch mehr als 1983) auch gar nicht mehr als (alleinige) Staatsutopie gelöst werden. Auf der anderen Seite ändert der Neuaufbau der Gesellschaft von unten auch nicht automatisch die Weltmegatrends. Wir müssen also von oben und unten arbeiten, sprich: Einerseits eine Detopia-Partei auf den Weg bringen (Panokratie-Partei, Bolo-Partei, Survival-Partei) und andererseits eine genügende Ideologie für die Genossenschaften bereitstellen. 

 

 


Zum Autor:

P.M. lebt und arbeitet in Zürich. Seit der Veröffentlichung von bolo'bolo, das sich seit 1983 weltweit verbreitet hat, befasst er sich theoretisch und praktisch mit Alternativen zur herrschenden Wirtschaftsgesellschaft. Dabei setzt er nicht auf moralische Appelle, sondern auf die Lust an Veränderungen.

"Immer wieder befällt mich ungläubiges Staunen, wenn ich mich umschaue und feststelle, dass wir immer noch Kapital­is­mus haben. Wie ist es möglich, dass dieses krude, menschenverachtende System noch nicht beseitigt wurde? Warum sind alle noch daran, sich täglich abzustrampeln, um irgendwelche Zinsen auf ein Kapital zu zahlen, das andere mühelos ererbt haben? Warum müssen die Vermögen, das Bruttosozialprodukt, der Energie­verbrauch jedes Jahr wachsen? Wohin? Um was für ein Projekt geht es hier? — Keiner weiss es, alle machen mit."

In bolo’bolo ist ein bolo eine autonome Gruppe von einigen hundert Menschen, die dem entspricht, was in der Anthropologie als Volksstamm bezeichnet wird. Der Begriff gehört zu einer fiktiven Plansprache, die in einer auf bolos aufgebauten Weltgemeinschaft verwendet werden soll. 

 


 

Inhalt Subcoma

1. Holen wir uns die Welt zurück  (7) 

2. Wovon wollen wir weg?   (12) 

3. Wie kommen wir davon weg?   (36) 

Regulationsvorschläge (42)  Der garantierte Minimallohn (42)  Energiesteuern (45)  

Arbeitszeitmodelle (46)  Währungs­politik, Tobm-Tax, Verbesserung von WTO, IWF (48)  Tauschsysteme, Alternativgeld (49)  Autonomievorschläge (52)  Die Subsistenzperspektive (53)  

Der «Dritte Sektor» (58)  Gemeinschaftsprojekte, Siedlungen, Kommunen (64)  Die Kommune Niederkaufungen (67)  Exodus (69)  Gemeinschaft Hard (70)  Karthago (73)  

Wie stehen unsere Chancen? (74) Die «Zweite Linke» (87)  Die militanten NGOs (88)  Alternative Zentren (89)  Läden, Kneipen, Cafes (90)  Eine neue Genossenschafts­bewegung? (90)  

Welt-AG (91)  Subcoma (94)  Die Wunderfrage (95)  70 Milliarden für den LMO-Umbau der Schweiz (99)  Der arbeitsfreie Mittwoch (101)  Saucengummelitag (104)  Wir sind der Mega-Crash (107)

4. Wo wollen wir hin?  (108)  

Das «gute Leben» und seine Grenzen (109)  Das Programm Öko-Nord (123)  Eine planetarische Alternative (135)  LMO etc. (136)  Der planetarische Haushalt (163)

5. Ideen für Zürich danach  (168)  

Ein neues Zentrum für Zürich (170)  Limmat-Plaza (172)  Ein globales Forum (173)  Wenn die Dandy-Nomadinnen kommen (177)  Ein Kanal für Zürich-West (179)

Schluss (180)   Nützliche Adressen (182)    Literatur (184) 

 


 

Leider gibt es zu wenig solcher Bücher

(eixl 2011 amazon)

Subcoma basiert auf der vom Autor 1983 formulierten Gesellschaftsutopie "Bolo Bolo". In "Subcoma" geht er auf die Idee seriöser und umfassender ein. Eine Sammlung verschiedener, nicht schlecht zusammengetragener Statistiken bildet die Einleitung. Allein diese Einleitung kann in vielen Diskussionen hilfreich sein, um fundiert auf die herrschende und grundlegende "Kaputtheit" des Systems hinzuweisen.

Im ersten Teil widmet sich der Autor dann verschiedenen Konzepten, deren Ziel die "Überwindung des Kapitalismus" oder allgemein die gerechtere Verteilung von Ressourcen sind: Grundeinkommen, Tobin-Steuer, Mindestlohn, Arbeitszeitreduzierung usw. Schlüssig verwirft der Autor diese Konzepte als nicht hilfreich bzw. ungenügend. Der zweite Teil widmet sich existierenden "Selbstversorgungkonzepten" (Kommune Karthago, Gemeinschaft Hard, Niederkaufungen).

Der Hauptteil des Buches dreht sich um das vom Autor verfeinerte Bolo Bolo-Gesamtkonzept unter dem Namen Subcoma ("Subsistenz, Community, A-Patriarchat"), eine Art lose anarchistische Hierarchie, bis hin zur weltumspannenden Organisation.

Ich bin von der Utopie selbst nicht überzeugt bzw. sehe darin keine Ansätze, die die "Wiederentstehung" einer ungerechten Gesellschaft und die Ausbildung von Machtstrukturen verhindern. Im Gegenteil, die beschriebenen Strukturen könnte man gar gleichsetzen mit den existierenden oder zumindest in Grundzügen angelegten Strukturen einer modernen Demokratie.

Nichtsdestotrotz halte ich das Buch für ein wichtiges Buch: Es gibt einfach zu wenige allumfassende Utopien, die den Problemen des Kapitalismus (Überproduktion, Verteilungsungerechtigkeit, geplante Obsoleszenz, ...) entgegen stehen. Auch ich glaube nicht an eine immer wiederkehrende "Symptombehandlung", wie sie heutzutage der Dritte Sektor durchführt. Wir brauchen definitiv Utopien, damit wir uns gruppenübergreifend auf gemeinsame Ziele einigen können, und uns darauf verständigen können, wohin es überhaupt gehen soll.

Abzüge gibt es. Nicht deshalb, weil ich nicht an die Vision glaube - das sei jedem selbst überlassen. Einen Punktabzug gibt es, weil die Quellen/Referenzen etwas mager sind. Ein weiterer Abzug für die isolierte Betrachtungsweise: Schon bei "Bolo Bolo" hat P.M. wenig versucht, 'seine' Utopie historisch herzuleiten (die Konzepte sind ja nicht neu).

Mir fehlt auch eine Verteidigung gegen durchaus gerechtfertigte Kritik.

Einen Bonuspunkt gibt es hingegen, weil mir sonst keine (!) Bücher bekannt sind, die sich so detailliert einer speziellen, modernen Gesellschaftsutopie widmen

Ich könnte mir gut Romane und Filme vorstellen, die in einer Bolo/Subcoma-Welt spielen.

 


 

Über den Verlag

Der Paranoia-City-Verlag entstand Anfang der achtziger Jahre mit der Publikation von >Arbeit, Entropie, Apokalypse<, einer politisch-physik-theoretischen Abhandlung, verfasst von der Gruppe 'Midnight Notes' amerikanischer Soziologen und Ökonomen, zur Anwendung des zweiten thermodynamischen Grundgesetzes auf gesellschaftliche Prozesse.

Doch eigentlich fing es mit P.M. an, der 'Arbeit, Entropie, Apokalypse' übersetzt hatte. 

1983 erschien sein 'bolo'bolo', mittlerweile in fünf Sprachen übersetzt und, was die Analyse unserer Gesellschaften und seine Vorschläge für eine Welt ohne Geld, immer noch gültig und lesenswert.

P.M. ist das Pseudonym eines sympathischen, leicht lukullischen und blitzgescheiten Wahlzürchers, der sein Thema - gibt es eine andere Welt ausser dieser und wie sieht sie aus - in immer wieder neuen und mehr oder weniger phantastischen Variationen abhandelt.

Der Paranoia City Verlag hat seine Bücher, die eher die politische 'bolo' Schiene fahren, veröffentlicht, während seine Sozial-Fiktionen im Verlag Roter Stern (Weltgeist Superstar, TripuraTransfer, Permafrost und Regenwald) und im Rotpunktverlag (Die Schrecken des Jahres Tausend) herausgekommen sind.

P.M.Theorie der drei Welten umfasst die Welt ohne Geld - 'bolo'bolo', die Welt mit Amberland - ein Reiseführer zur Insel in der Transkaribik - und die Welt ohne Schweiz - 'Olten - alles aussteigen', drei Freunde machen sich auf dem Weg nach Olten Gedanken über eine andere Welt und Schweiz.

In 'Agbaladoo!' hat P.M. mit der virtuellen Geschichte experimentiert: Was wäre passiert, wenn ab 1800 die Geschichte anders verlaufen wäre...

Mit 'Subcoma - nachhaltig vorsorgen für das Leben ohne Wirtschaft' schaltet sich P.M. in die Antiglobalisierungsdebatte ein. Seine Analyse der Welt zur Jahrtausendwende und der mehr oder weniger untauglichen Versuche, die Arbeits­maschine oder den Kapitalismus zu reformieren, bieten einen exzellenten Überblick über die politischen und ökologischen Debatten der Gegenwart.

 

 

 

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