Professor Matthias Glaubrecht

Das Ende der Evolution

 

Der Mensch und die
Vernichtung der Arten

 

"Der Artenwandel ist der Klimawandel
des 21. Jahrhunderts" (Glaubrecht)

 

2019 im C.Bertelsmann-Verlag, München

Das Ende der Evolution (2019) Von Prof. Matthias Glaubrecht

2019    1000 Seiten

wikipedia Autor
*1962 in Hamburg

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Inhalt und Prolog vom Verlag in pdf 

 

Verlag zum Buch:

Der Klimawandel ist nur ein Nebenschauplatz angesichts der apokalyptischen Reiter, die über die Erde ziehen: Bevölkerungsexplosion, Ressourcenverknappung, Umweltzerstörung und Artensterben. Damit bedroht der Mensch das gesamte Leben auf unserem Planeten und beschwört das Ende der Evolution herauf.

Es geht Matthias Glaubrecht mit seinen pointierten Thesen nicht um ein weiteres Endzeitszenarium. Sein Blick in die Vergangenheit lehrt uns, wie der Mensch als stärkster Treiber geologischer und ökologischer Prozesse die Erde in eine düstere Zukunft manövriert.

Im Zentrum stehen der dramatische Verlust der Biodiversität von Pflanzen und Tieren und die Frage, warum er das Überleben des Menschen unmittelbar gefährdet. Ob das Ende der Evolution, das ab der Mitte des 21. Jahrhunderts droht, aufzuhalten sein wird, darüber entscheidet unser Tun in den unmittelbar vor uns liegenden Jahrzehnten.

In seiner ebenso umfassenden wie beklemmenden Analyse sieht der renommierte Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht mit dem sich abzeichnenden Massenexitus, dem größten Artenschwund seit dem Aussterben der Dinosaurier, eine weltweite biologische Tragödie auf uns zukommen.

Ob das Ende der Evolution, das spätestens ab Mitte des 21. Jahrhunderts ein realistisches Szenario zu werden droht, noch aufzuhalten sein wird, darüber wird allein unser Tun in den unmittelbar vor uns liegenden Jahrzehnten entscheiden.

Inhalt

 

Prolog - Über Mond und Mars, unsere Natur und Kultur (15)

Earthrise (17) Glücksfall Erde (19) Gibt es anderswo Leben? (21) Die neuen apokalyptischen Reiter (24)

Kassandra und die Eulen der Minerva (27) Über dieses Buch (30) Die Menschheit am Wendepunkt (37)

Mars? Mission Impossible (42)  Es steckt in unseren Genen (45-48)

 

I. ÜBER UNS
Wir sind alle Pioniere - eine kurze Geschichte des »weisen Menschen« (49)

 

1 Bali. Ramayana 51 

2 Evolutionäre Eintagsfliege: Das Werden des Menschen 60
Was ist der Mensch? 61 • Launische Natur oder unvermeidbares Schicksal 63 Auf der Suche nach den Anfängen 67 • Mensch Affe! Die Geschichte unserer Ahnen 71 t Kinder der Kreidezeit 73 t Die Wiege in den Wäldern 75 • Das Menschenaffenpuzzle 78 • Unsere Wiege in Afrika? 82 • »East Side Story« oder »North Side Story«? Vom Menschen als Savannentier 8s • Toumai. Oder: Der Mensch als »dritter Schimpanse- 92

3 Menschennische und Mesokosmos 100
Eine etwas andere Theorie der ökologischen Nische (103) Garten Eden oder: Die Ökonische des Menschen (106) Der Geist im Garten (110)  Topophilia oder: Die gefühlte Nische des Menschen (115) • Die ökische Komponente der Menschennische (121) Ein Kind des klimatischen Wandels 124 • Der aufrechte Gang. Oder: Die autozoische Komponente 127 • Der Mensch - ein aufrechtes Ufertier? 131 • Die andere Menschennische - vom Gehirn zum Geist 134 Vom Passungscharakter unserer Wahrnehmungsstrukturen 137  Der Mesokosmos - die Welt der mittleren Dimension 140 Mehr geliefert als bestellt 145 • Wir Smartphoner: Das soziale Netztier in uns 150

4 Der Mensch als Pionier: »Frontier«-Mentalität als universelles Muster 154
Analyse des archaischen Beischlafs 156 • Baum, Busch, Fluss - ein buntes Häuflein an Menschen 160 • Es kann nur einen geben 164  Der Mensch als »Unkrautart« 167 • Die Besiedlung der Welt 171  Dmanisi. Oder: Der erste Auszug aus Afrika 175 • Das Megafauna-Paradoxon 179 • Von den Anfängen der Menschheit 183  Vorstoß ins Gelobte Land. Oder: Kreuzweg der zerplatzten Träume 186  Finaler Auszug aus Afrika 189 • Katastrophe auf zwei Beinen 194  Weltgeschichte einmal anders: Die zwei großen Erzählungen 196  Zur Heldensaga menschlicher Pioniergeschichten 200  Warum sind wir hier? Ein universelles Muster unserer Natur 206

 


 

II.
ÜBER-BEVÖLKERUNG
Elf Milliarden: Wann sind wir zu viele?  (211)

 

1 Bangkok. Sawadee KrungThep (213)

2 Mission accomplished: »Seid fruchtbar und mehret euch« 219
 
Zur Biologie der Bevölkerungszunahme 222  Kein Lonely Planet - der Blick zurück 225 • Geschichte - eine Frage der Bevölkerungsarithmetik? 229 • Der Mythos von terra nullius 231 Demographische Katastrophen der Menschheit 235 Die Explosion der Weltbevölkerung: Wie konnte es dazu kommen? 242

3 »Population bomb«: Das Problem von Prognosen (245)
 Johann Peter Süßmilch, Thomas Malthus und das »Bevölkerungsgesetz« 250  Auftritt Malthus 254 • Was hat Biologie damit zu tun? Von Malthus zu Darwin und zurück 258 • Alfred Russel Wallace und das »grundlegende Prinzip« 262 • Die Entschärfung der »population bomb« 265 Wie gut sind die Prognosen wirklich? 269 • Ein gewagtes Experiment 270

4 Das Baby-Paradoxon: Weniger Geburten, mehr Menschen 273
Was treibt die Weltbevölkerung? 276 • Ungewollt schwanger oder kluge Familienplanung 282 • Der »ergrauende« Planet 285 • Fazit: Was wir sicher wissen 288

5 Nicht die Zahl ist das Problem: Kein Brot für die Welt? 290
 Der große Hunger - heute und morgen 293 • Wird es genug Nahrung und Wasser geben? 297 • Die Zukunft der Welternährung 303  Mehr Landwirtschaft oder eine neue »grüne Revolution«? 307 Fazit: Von Rettungsbooten und der ewigen Ressourcen-Frage 311

6 Metropolen und Megacitys; Von der grünen Morgenstadt 315
 Die Verstädterung hält an, Megacitys nehmen zu 316  Prognosen zum Umzug der Menschheit 318 • Urbane Welt und die Folgen 320 • Morgenstadt. Oder: Wie managt man Megacitys? 325


 

 III. ÜBER ARTEN
Vom vielfachen Verlust des Lebens 335

 

1 Sulawesi. Insel der Inselwelt (337)

2 Vom Tod der Kindheitstiere (345)
Entdeckung als Verlustgeschichte 353 ♦ Ein globaler Großversuch des Homo sapiens 359 • Biodiversität - was ist das eigentlich? 363

3 Die Illusion eines gründlich erforschten Planeten (368)

Wer kennt die Namen, zählt die Arten? 369 • Linnes Vermächtnis 372 Von der Obsession der Artenzahl 376 • Ein goldenes Zeitalter der Artenentdeckung 383 • Wanzen, Würmer, Weichtiere. Oder: Die anderen 99 Prozent 387 • Vielfältige Tropen 393 • Wir haben mit dem Zählen gerade erst begonnen 395 • Über die seltsame Vermehrung der Arten 403 Die weitaus größte Dummheit 409 ♦ Das Paradoxon schwindender Arten 410

4 Die biologische Vielfalt in der Krise 414

Der drohende Verlust von einer Million Arten 417  Friedhof der Arten. Oder: Das Sterberegister der Natur 421  Das große Sterben im Stillen 424 • Sterben nach Zahlen, Sterben auf Raten 427 • Von den Treibern des Artentods 430 

5 Vom Tod des Tigers 435

Tigermord und Trophäenwahn 437  Kein Tigerland mehr 439  Majestät als Pflegefall 443 • Das »Phantom der Berge" stirbt unbemerkt 447  Vom Leoparden und Jaguar 449 • Auch der König verliert sein Reich 453  Im Meer der mageren Überlebensmöglichkeiten 456 • Der Gepard im genetischen Flaschenhals 461 • Zum Tod der »Top-Räuber« 463  Wildkatzensprung 466 • Ist der Luchs nur Luxus? 469  Das europäische Experiment 474

6 »Big Five«: Das Ende der Safari 477

Vom Elend der letzten Elefanten. Oder: Düsteres Dasein der Dickhäuter 481 Der rundohrige Elefant des Waldes im Westen 486  Ein kurzer Blick nach Asien: Wald ohne Elefanten 490  Das letzte Rhinozeros - Krieg ums Hörn 492 • Vom Tod der Hornträger 496 • Blutiges Afrika 500 • Krieg gegen Arten: Das Mordsgeschäft mit Elfenbein und Nashorn 502 • Die grausame Gier nach dem »weißen Gold« 506 • Das große Sterben der großen Tiere 510 • Die Megafauna der Menschenzeit 514 • Eine Arche nur für die Schönen? 516 • Tiger, Tigerhai oder Tigermücke: Welche Tiere wollen wir erhalten? 522

7 Aktion Freie Frontscheibe: Das große Sterben der ganz Kleinen 526

Die Fakten zu Massenschwund und Massensterben 528 • Insekten: Eine flüchtige Geschichte des Verschwindens 532 • Wenn die Bestäuber sich aus dem Staub machen 536 • Das Dilemma aus Datenarmut und Dringlichkeit: Wo sind nur all die Insekten hin? 539 • Verwirrung um »Biene Maja«: Von der Honigbiene als Hausschwein 541 Verarmte Landschaft: Die wahre Botschaft der wilden Bienen 544 Wenn sich Pflanzen vom Acker machen 546

8 Alle Vögel sind schon weg 550

Barometer der Biodiversität 551 • Vom »Vogelfresserland« zum Verlust der Vielfalt 556 • Vom Tod der Allerweltsarten und Ackerarmutsflüchtlinge 560 Die Geschichte von Adebar und den anderen Ackervögeln 565  Leiser Frühling, stumme Flure: Vom Kiebitz und Rebhuhn 568  »Missing the bigger picture«: Die Drogentoten des Artensterbens 572  Wenn einer eine Reise tut - Tod im Süden 578

9 Die größte Jagd: Wie »Moby Dick« wirklich starb  (586)

"Frontier" und der Untergang der Wale (588)  69° Süd und 2° West - Chronik eines angekündigten Kollapses (593)  Die Geschichte von »Finni« und der letzte Walfang heute (596)  Wenn der Tod nicht mehr rentabel ist (599) • Was Wale heute tötet (602) • Logik der Gegenwart: Warum Vaquita, die »kleine Kuh«, ausstirbt 605 • Die Erschöpfung und Verwüstung der Meere 609  Wieder Fisch auf den Tisch kam 612 • Vier Fakten über Fische 614  Artenschwund als Kollateralschaden 619 • Wenn Raubtische verschwinden 623 • Tödlicher Biss - vom Jäger zum Gejagten 627  Wenn Schwarmfische verschwinden 632 • Brotfische in Bedrängnis - die Geschichte vom Hering 638 • Der Fisch ist aus, das Meer ist leer 642  Fischen mit Verstand? 644 • Kein frischer Fisch mehr 649  Wehe, wenn Wehre die Wanderung verwehren 652  Vom armen Aal zum Arme-Leute-Stint 656 • Was den Stör stört: Vom Tod eines lebenden Fossils 659 • Schwarze Eier, schwarzer Markt: Es muss kein Kaviar mehr sein 666 • Coda: Stör-Manöver (669)

 


 

 IV. ÜBERLEBEN

Von Kettengliedern und Netzwerken (675)

 

1 Singapur. Eine Spur von Natur unter Glas  (677)

2 Willkommen im Anthropozan - das neue Erdzeitalter des Menschen  (690)
Das vom Menschen gemachte Neue 694 • Der Anfang des Anthro-pozäns 697 • Der Wendepunkt zur Menschenzeit 700

3 »Defaunation«: Leere Wälder, leere Wiesen, leere Meere  (704)
Die Lehre eines biologischen Bankenskandals 706 Pioniermentalität - Plündern bis zuletzt 709 • Die globale Ausrottung der Arten 713 • Massensterben und Megafauna - der Mensch als Artenkiller 715 • Das sechste Sterben - zur Arithmetik des Artensterbens 720 »Death by a thousand cuts«: Zur Chronik des Aussterbens 723  Tod von Milliarden Tieren 726 • Nur Krise oder schon Katastrophe? 730  Freie Flüsse, wilde Meere: Vom Verlust des Raumes und seiner Arten 733  Das Ende der Evolution 737

4 Räuber und Bestäuber: Keiner stirbt für sich allein 743
Vom vielfältigen Nutzen der Vielfalt 745  Bedrohte Bilanz: Warum Arten wie Geld sind und jeder Rückgang ein Verlust 749 • Wie alles mit allem zusammenhängt 754 Vom ökologischen Miteinander und Gegeneinander 757  Was Bananen mit stabilen Ökosystemen zu tun haben 762  Stabilität und funktionelle Biodiversität 766  Blue Planet Aktiengesellschaft. Oder: Die Idee vom »ecosystem Service« 769

5 Das Ende der Wildnis. Oder: Gute Nachricht Fehlanzeige 773
»Shifting baseline«. Oder: Die Entfremdung von der Natur 776  Über Natur. Oder; Thoreaus Irrtum 779 • Vom Versagen des Naturschutzes 784 • Wahre Wildnis: Vom Verlust der letzten Naturräume 790  Geographie des Artensterbens - das Ringen um regionale Schatztruhen 794  Was noch übrig ist: Zur Rolle von Schutzgebieten 799 »Half Earth«: Die grünere Hälfte der Welt 803


 

V. ÜBER-MORGEN
Von der Zukunft der Arten und unserer eigenen (809)

 

1 Angkor. Mysteriöse Metropole im Urwald  (811)
Tomb Raider - Entdeckung im Urwald 812  Wenn eine Metropole das Maß verliert 817 

2 Zivilisation, Kollaps und die menschliche Natur  (822)
Die Hybris des Homo sapiens am Rand der Welt 826 • Sic transit gloria mundi: Vom Ende früherer Kulturen 829 • Die Umwelt ist nicht alles, aber ohne sie ist alles nichts 834 • Unsere Welt, die erst gestern war 836

3 Über die wahre Natur des Menschen  (841)
Eine kurze Erfolgsgeschichte der Menschheit 843 • Von den drei Naturen des Menschen 846 • Die Natur der Kultur des Menschen 849  Schlau denken, blöd handeln: Unsere Vernunftnatur und ihre kognitiven Konflikte (851)  Ist der Mensch ein vernunftloses Tier? (853)  Erkenntnis, Einsicht und Verantwortung 857

4 Die Welt unserer Kinder: Die Erde im Jahr 2062  (862)
Prognose und Irrtum 862 • Wie werden wir im Jahr 2062 leben? (866)

5 Rückschau auf 2062, Version eins (870)
Das Ende der Evolution. Oder: Der Untergang  (870)

6 Rückschau auf 2062, Version zwei  (881)
Das Erbe der Evolution. Oder: Die Rettung  (881)

 

EPILOG
Noch eine unbequeme Wahrheit  (897)
Pale Blue Dot (899) • Das Artensterben ist der neue Klimawandel (904)

 

  • Dank (909)

  • Zeitläufte-Meilensteine und Wendemarken der (Natur-)Geschichte (913)

  • Anmerkungen (917)

  • Literatur (991)

  • Sachregister (1039)

  • Personenregister (1067)

  • Bildnachweis (1072)

 

 

 

 

Leseberichte

Tagesspiegel  -  schlimmer-als-der-klimawandel-das-verschwinden-der-arten-ist-die-krise-des-jahrhunderts

radioeins.de/programm/sendungen/die_profis/archivierte_sendungen/beitraege/das-ende-der-evolution.html

deutschlandfunkkultur.de/evolutionsbiologe-ueber-die-zukunft-der-erde-das-ende-der-evolution

ndr.de/fernsehen/sendungen/kulturjournal/Ende-der-Evolution-Bedrohungen-fuer-die-Erde,kulturjournal

ndr.de/kultur/buch/Das-Ende-der-Evolution-Biologe-warnt-vor-Artensterben,dasendederevolution100.html

dlf  auslese-das-erbe-der-evolution-egoismus-und-kooperation.740.de.html?dram:article_id=474073 

 

dlf   matthias-glaubrecht-das-ende-der-evolution-die-folgen-des.740.de.html?dram:article_id=474075 

 

Matthias Glaubrecht im

Gespräch mit Dieter Kassel

DLF  02.12.2019

dlf  evolotionsbiologe-ueber-die-zukunft-der-erde-das-ende-der 

Selbst wenn wir den Klimawandel stoppen, ist unser Leben in großer Gefahr, sagt der Biologe Matthias Glaubrecht. Denn gehen Artensterben und Bevölkerungswachstum so weiter wie jetzt, werde es die Welt, wie wir sie kennen, bald nicht mehr geben.

In Science-Fiction-Filmen wurde immer wieder skizziert, wie das Ende der Welt wohl mal aussieht – graue, staubige Weiten ohne jedes Anzeichen von Leben. Ganz so weit geht der Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht in seinem neuen Buch „Das Ende der Evolution“ zwar nicht. Das Leben auf der Erde werde sich aber in absehbarer Zukunft dramatisch verändern, ist der Wissenschaftler überzeugt.

„Wir verlieren eigentlich alle Mitlebewesen, in den wir in den letzten Jahrmillionen unsere Evolution geteilt haben“, so Glaubrecht. „Wir verlieren wahrscheinlich vor allen Dingen uns selber, einen Großteil der Menschheit. Es wird das Ende der Evolution sein mit den Tieren und Pflanzen und die belebte Welt, wie wir sie kennen.“ Die Entwicklung sei hier bereits viel weiter, als befürchtet – und Jahrzehnte ignoriert worden. So habe die Biomasse der Insekten in den letzten 30 bis 40 Jahren um drei Viertel abgenommen. In der Vogelwelt gebe es seit den 80er Jahren 300 Millionen Ackervögel weniger.

„Überall auf der Welt – von den Regenwäldern bis zu den Ozeanen – sehen wir einen dramatischen Schwund an Arten“, so Glaubrecht. Es gehe um Heerscharen von Tieren, bei denen die Bestände verloren gingen, „weil wir ihnen keinen Raum mehr lassen und eigentlich überall, auf allen Kontinenten, den Raum und die Ressourcen für uns selber nutzen“. Diese Entwicklung werde sich auch dann nicht aufhalten lassen, wenn es gelingen würde, den CO2-Ausstoß zu reduzieren: „Das Artensterben bleibt uns auch dann erhalten, wenn wir alle Probleme beim Klimawandel längst in den Griff bekommen haben.“

Das zweite Problem neben dem Artensterben ist dem Wissenschaftler zufolge das Bevölkerungswachstum. Es sei erstaunlich, dass dieses Thema völlig aus unserem Bewusstsein und den Medien verschwunden sei. Laut Prognosen würden bis Ende des Jahrhunderts elf Milliarden Menschen auf der Erde leben, erst danach werde sich dieses Wachstum verlangsamen. „Es hilft uns aber nichts, wenn wir wissen, irgendwann flacht die Kurve von alleine ab – bis dahin haben wir extreme Krisensituationen, wenn wir nicht anfangen, über dieses Problem zu reden.“  #

 

 

 

 

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Matthias Glaubrecht (Professor in Hamburg) - Das Ende der Evolution - Der Mensch und die Vernichtung der Arten