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Manès Sperber

Die Tyrannis und andere Essays 
aus der Zeit der Verachtung 

Herausgegeben von Jenka Sperber  

Originalausgabe 1987 by dtv  #  isbn 3-423-10770-7 
Umschlag: Celestino Piatti  #  Foto: Jenka Sperber: Manes Sperber und Andre Malraux 

Der Essay "Analyse der Tyrannis" wurde entnommen aus: Manes Sperber: 
Zur Analyse der Tyrannis. Das Unglück, begabt zu sein.
Zwei sozial-psycho­logische Essays, Europa Verlag, Wien 1975. 

Manès Sperber Die Tyrannis und andere Essays aus der Zeit der Verachtung 

1937   (1905-1984) 

178 Seiten

Amazon.Buch 

detopia: (Ordner
Jürgen.Fuchs  Wilhelm.Reich 

 

»Dabei (im Gespräch mit Dionysios) führte Platon den Beweis, daß alles andere eher die Bezeichnung Tapferkeit verdiene als ein Tyrann.« Plutarch (Dion)

»Die Sucht, über die Geister zu herrschen, ist die stärkste aller Leidenschaften.« Napoleon  (Maximes et Pensees, choisies pur Honore de Balzac)

Zu dieser Ausgabe - von Jenka Sperber: 

Es mag noch recht lange dauern, bis der Nachlaß von Manès Sperber chronologisch erfaßt und bearbeitet wird. 

Wir wollen seine Leser nicht so lange warten lassen. Daher haben wir der Neuausgabe der <Analyse der Tyrannis> eine Auswahl von Aufsätzen aus der gleichen Periode beigefügt, die in der Zeitschrift <Die Zukunft> veröffentlicht wurden, um so den Psychologen und Theoretiker mit dem exilierten politischen Kämpfer zu konfrontieren. 

Es ging darum, jene Einheit wieder herzustellen, die das Wirken und Sein von Manès Sperber während seines ganzen Lebens charakterisiert hat: die »endlose Zwiesprache zwischen Leidenschaft und suchender Vernunft«.


Nach seiner Abwendung vom Kommunismus wurde Manes Sperber zu einem der schärfsten Kritiker totalitärer Systeme. Herausragendes Dokument seiner Absage an die Gewaltherrschaft ist der 1937 verfaßte Essay  Zur Analyse der Tyrannis

Unter dem Eindruck des Hitler-Stalin-Paktes und des Kriegsausbruches sind im Pariser Exil eine Reihe weiterer Aufsätze zu diesem Thema entstanden, von denen neun im vorliegenden Band erstmalig nachgedruckt werden. 

Daß sich Manes Sperber, jahrelang einer der theoretischen Köpfe der kommunistischen Partei, 1937 im französischen Exil von seinen früheren Kampfgefährten trennte und zu einem der schärfsten Kritiker totalitärer Systeme und ihrer Auswüchse wurde, ist seit langem bekannt. 

Er selbst hat den Vorgang in seinen autobiographischen Schriften beschrieben. Herausragendes Dokument seiner Absage an die Gewaltherrschaft ist Sperbers >Analyse der Tyrannis<, die bereits im Jahre 1937 eine grundlegende Theorie des Totalitarismus versuchte.

Wie schwierig der Ablösungsprozeß aber im einzelnen, in der konkreten tagespolitischen Auseinandersetzung mit der Bedrohung durch Hitler tatsächlich verlief, bezeugen die im vorliegenden Band erstmalig nachgedruckten Aufsätze, die Manes Sperber 1939/40 für die Emigrantenzeitschrift >Die Zukunft< verfaßte. 

Es sind Schriften eines lebendigen, kämpferischen, heimatlos gewordenen Sozialisten, die viele Diskussionen der Nachkriegsjahre vorwegnehmen.

 

Inhalt 1  Zur Analyse der Tyrannis  (1937)

Vorwort und Rückblick 1974  (9)  
Vorwort 1937  (20)

1. Widerspruch und Überwindung  (25)  
2. Sein und Schein (36)  
3. Die Voraussetzungen der Tyrannis  (44)  
4. Auf dem Wege zur Macht  (60) 
5. Die Gewaltherrschaft  (73)   
6. Führung und Tyrannis (90) 

 

2 Die Zeit der Erniedrigung (103)  

3 Verachtung der Masse (109)

Zwischen dem 14. Juli und dem 9. Thermidor (116)

Ende und Anfang (126)

Das Bündnis (132)  1 Warum Hitler mit Stalin?  2 Warum Stalin mit Hitler?

7 Der totalitäre Staat (147)  

8 Petersburger Politik 1939 (154)

Ton in des Töpfers Hand (160) 

10 Drei Fragen — drei Antworten (167)

   

Zur Analyse der Tyrannis: Vorwort und Rückblick (1974)

 

9

Warum schreiben, wozu? Für wen? — Der Schriftsteller stellt sich diese Fragen immer wieder, denn keine der vielen Antworten, die sich ihm anbieten, ist endgültig, jede ruft neue Zweifel hervor.

Als ich im frühen Herbst des Jahres 1937 den Essay »Zur Analyse der Tyrannis« schrieb, wußte ich genau, was mich dazu so stürmisch drängte, daß es mir während jener Wochen nicht gelingen wollte, an irgend etwas anderes zu denken. Und stand es für mich fest, an welche Leser ich mich wenden mußte, so war es mir nicht weniger gewiß, daß mir der Zugang zu den meisten von ihnen verwehrt war und auf lange Zeit verschlossen bleiben würde. 

In der Tat hatte ich wenige Monate vorher mit der kommunistischen Partei und ihren Deckorganisationen gebrochen, folglich auch mit all jenen, die, Parteimitglieder oder Sympathisanten, jeden nach solcher Abwendung in eine schalldichte Isolation verstießen. Wehrlos müßte ich verstummen, dachten sie, da ich ja nicht erwarten könnte, daß auch nur eines meiner Worte bei den früheren Gefährten Gehör finde.

Meinem Wesen und meiner Denkart gemäß hatte ich gewiß schon seit langem Zweifel an der Politik der Komintern gehegt und manche ihrer grundsätzlichen Stellungnahmen und strategischen Entscheidungen kritisiert — so etwa die »Theorie« vom Sozial­faschismus und den aus ihr abgeleiteten Beschluß, die Sozialdemokraten so zu bekämpfen, als ob sie die Hauptfeinde der Arbeiterklasse wären; so das Dogma, daß die Partei immer in allem recht hätte; so die hirnrissige Verleumdung, daß Trotzki ein Konterrevolutionär im Dienste des Kapitalismus sei.

Wir waren nicht gar wenige, die glaubten, daß eben die Maßlosigkeit der dogmatisierten Irrtümer das Ende des unerträglichen Stalin-Kultes beschleunigen mußte. 

In unseren Augen gehörten das »Il Duce a sempre ragione« und die wohlorganisierte Hysterie des »Heil Hitler!« zum Wesen des Faschismus, indes die systematisch organisierte Vergötterung Stalins nur im eklatanten Widerspruch zum historischen Materialismus und zu den Prinzipien der marxistischen Arbeiterbewegung betrieben werden konnte. 

Diese und andere »Abweichungen« diskutierten wir noch ungescheut in den zwanziger Jahren, aber nur geheim und im engsten Freundeskreis zu Beginn der dreißiger Jahre, als die Drohung des Faschismus so gefährlich anwuchs, daß wir alle Aufmerk­samkeit auf ihn und die unvermeidliche, schnell herannahende Auseinandersetzung mit dem Nazismus richten mußten.

Für uns war es eine unerschütterliche Gewißheit, daß die Sowjetunion unter allen Umständen unser sicherster und vielleicht sogar unser einziger Verbündeter war. Daher galt es, in den Kampfreihen der Partei zu bleiben, sagten wir, und solange die faschistische Gefahr nicht völlig beseitigt war, die Kritik an der Generallinie der Komintern und an den Zuständen in Rußland zu mildern, ja sie außerhalb des allerengsten Kreises nie laut werden zu lassen. Am Ende genügte aber das Verschweigen nicht, man unterwarf sich dem Zwang, öffentlich auch dann zuzustimmen, wenn man insgeheim ganz entschieden einer anderen Meinung zuneigte.

Eines Tages entdeckten wir, daß wir nicht nur in Versammlungen oder anläßlich größerer Zusammenkünfte, sondern immer öfter auch gegenüber einzelnen Genossen uns genauso äußerten, als ob wir zu den Horchern eines Machthabers sprächen, mit dem wir es uns nicht verderben durften, nicht verderben wollten. 

10


Eines Tages entdeckten wir... ? Das stimmt nicht. Denn es handelte sich tatsächlich um einen fortlaufenden Prozeß, den wir täglich wahrnahmen und dennoch nicht wahrhaben wollten: Mitten in einem freien Lande — in Paris, in London oder in Prag — verhielten wir uns, als ob wir in der Reichweite der GPU wären; wie Untertanen einer totalitären Diktatur hatten wir uns allmählich in Doppelzüngler verwandelt. 

Warum? Was konnte meinesgleichen zu solch selbstgewählter Unterwerfung bewegen? Die Verpflichtung zur Treue gegenüber der Partei, deren Anhänger im Dritten Reich grausam verfolgt, in Konzentrationslagern gequält und vernichtet wurden! Ja, dies in erster Reihe. Es verging kaum ein Tag, an dem ich nicht an sie gedacht hätte, und um ihnen die Treue zu halten, galt es, den wahren Feind nie aus den Augen zu verlieren und, solange es ihn gab, kein anderes Übel in der Welt zu beachten.

Dieses Jahrhundert der Emanzipation der Frau, des Kindes, der Kolonialvölker, des Proletariats — dieses Jahrhundert der Revolutionen und Weltkriege wurde zu Beginn seines zweiten Drittels zum Jahrhundert der Erpresser. Immer bedrängender wurde damals das Gefühl, daß wir dem Sturmwind auf einem beängstigend schmalen Grat standhalten mußten, wir konnten keinen Schritt machen, ohne — rechts oder links — in den Abgrund zu stürzen. 

Es war damals, es ist noch immer die Herrschaft der falschen Alternative. Ich habe sie später einmal wie folgt gekennzeichnet: 

11


Seit fünfzig Jahren liefert die totalitäre Pseudo-Alternative der bedrohlichsten Erpressung unserer Zeit ihre doppelt falsche Argumentation: Die Ermordung Rosa Luxemburgs und Karl Liebknechts, Kurt Eisners, Gustav Landauers und so vieler anderer Sozialisten und Kommunisten in Deutschland; die Ermordung Matteotis; der faschistische Terror in Italien; die Schandtaten des semifaschistischen Regimes der balkanischen und lateinamerikanischen Länder; und schließlich das permanente Verbrechen des Nazismus — dies Wüten der Gewalt begründeten alle Diktatoren und ihre Schergen, ihre Diplomaten und gefügigen Intellektuellen mit der Erpressung: »Wer gegen uns ist, hilft den Kommunisten und fördert ihren Aufstieg zur Diktatur. Vergeßt keinen einzigen Augenblick: Es gibt nur sie oder uns! Wählt!«

Gleichzeitig verkündeten Stalins Propagandisten überall: 

»Wer es wagt, die Zwangskollektivierung zu kritisieren oder die Unterdrückung der Opposition oder die administrativen Verschickungen nach Sibirien, wer es wagt, die Moskauer Prozesse zu bekritteln, der stellt sich damit hinter Mussolini und gegen die Verbannten auf den Liparischen Inseln, hinter Hitler und gegen seine Opfer in Dachau, Oranienburg und Buchenwald, hinter Franco und gegen das ermordete Volk von Guernica! Es gilt zu wählen: sie oder wir!«

Jedes Parteimitglied hörte und wiederholte pausenlos: 

»Wer auch nur im Gedanken einen Zweifel daran aufkommen läßt, daß in der Sowjetunion die Freiheit der Person ebenso gewährleistet ist wie das Recht auf nationale Selbstbestimmung, auf unbeschränkte Äußerung von Meinung und Glauben — wer bestreitet, daß die Sowjetunion unter Stalins unfehlbarer Führung die sozialistische Heimat der einzig wahren Demokratie ist, der leistet Hitler Schützenhilfe, der ist objektiv ein Feind der Arbeiter­klasse und auf dem besten Weg, ein Faschist zu werden.«

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Genau das wiederholten auch fast alle Intellektuellen und bürgerlichen Sympathisanten, das schrieben in den repräsentativen Zeitungen der ganzen freien Welt bekannte Schriftsteller, Philosophen und Priester, welche betonten, keineswegs Kommunisten zu sein, aber eben deshalb umso mehr verpflichtet, allen Menschen guten Willens zur Kenntnis zu bringen, daß ein Antifaschist weder an der Sowjetunion noch an der kommunistischen Weltbewegung Kritik üben dürfte. Sie wiederholten dies am eindringlichsten in den Jahren der Moskauer Prozesse und der sogenannten Jeschowtschina, über die zwanzig Jahre später Chruschtschow einige Geständnisse ablegen und dabei Stalin als den einzigen diabolischen Ursacher allen Unglücks anprangern sollte. 

 

Wahrnehmen, verifizierbares Wissen erlangen und schließlich verstehen, ehe man irgendein Urteil fällt — diese Regel braucht ein Psychologe sich nicht erst in Erinnerung zu rufen, um sich angesichts komplexer Verhältnisse, nur teilweise bekannter Sachverhalte vor jeglicher Denk- und Urteilshast zu bewahren. Dies mag erklären, warum ich sowohl in der Einsamkeit wie im Gespräch mit den intimsten Freunden nicht so sehr darauf aus war, das, was in der Sowjetunion geschah, zu verurteilen, als vor allem zu ergründen, welche Ursachen und Motive dort Geschehnisse hervorriefen, die meinesgleichen seit Jahren störten, unsicher machten, oft bestürzten und schließlich geradezu verstörten.

Manches erklärte sich daraus, daß die Revolution sich im rückständigen Rußland und nicht in einem sozial und industriell hochentwickelten Lande ereignet hatte, wie es gemäß der marxistischen Auffassung hätte geschehen müssen. Vieles andere sahen wir als Folge des Bürgerkrieges an, der nicht nur das Land an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds gebracht, sondern dem Volke unheilbare psychische Wunden geschlagen hatte.

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In Stalins Sieg über Trotzki fanden wir die Bestätigung für die Echtheit des im Westen veröffentlichten Testaments, in welchem Lenin vor den zerstörerischen Charakterzügen Stalins gewarnt hatte. Wir wußten es nicht genau, doch ahnten wir, wie grausam die Dekulakisierung gewesen war, und vermuteten, daß im Zusammenhang mit ihren Folgen das Regime unfähig geworden war, irgendeinen Fehler zuzugeben, und fortab unter den Zwang geriet, systematisch die für Stalin charakteristische Verantwortungsschieberei zu betreiben — immer öfter, immer grausamer und schließlich mörderisch. Stalin a sempre ragione — das wurde zu einem Dogma, an dem man auch in den ausländischen kommunistischen Parteien nicht einen Zweifel ausdrücken durfte, wollte man nicht ausgeschlossen und als Feind behandelt werden.

All das bedrückte meinesgleichen, ließ uns manchmal an uns selbst irre werden und an dem Sinn unserer unbedingten Parteitreue, verursachte unsere geheimen »Abweichungen« und erschwerte es uns, wie vorher im Futurum zu konjugieren: »Wenn dieser letzte Engpaß der sowjetischen Wirtschaft überwunden, wenn die Lebens­mittel­versorgung erst einmal gesichert sein wird; sobald die jüngere Generation von Wissen­schaftlern und Technikern den ihr gemäßen Platz eingenommen haben wird ...«

Doch hörte all das auf, für mich zu gelten, als die Moskauer Prozesse begannen. Noch versuchte ich, mich selbst zum Schweigen zu bringen, nur an die Opfer Hitlers, Mussolinis, Francos zu denken und mit deren Leiden zu rechtfertigen, was in Moskau geschah.

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Es gelang mir noch einige Monate, bis ich entdeckte, daß ich die Angeklagten der Moskauer Prozesse nachahmte, daß auch ich, wie diese Kapitulanten es während langer Jahre getan hatten, mit falschen Ketten­identifikationen mein Verbleiben in der Partei zu begründen suchte. Doch eines Nachts, im Herbst 1936 — ich ging nach Hause, der Vollmond stand über dem Pantheon, das auf meinem Weg lag — wurde ich von einer Herzschwäche übermannt; ich blieb stehen, rang schwer um Atem, wartete.

Noch ehe diese Extrasystole aufhörte, wußte ich, daß mein Herz nicht krank war, sondern nur im Organ­dialekt ausdrückte, daß es nun aus sein mußte mit allen Vorwänden, mit allen falschen Rechtfertigungen, mit dem Selbstbetrug.

Nur durch eine einzige Türe verläßt man die Revolution, sie öffnet sich ins Nichts — daß hatte ich mir oft vorgehalten, mich damit geängstigt. Nun, die Herzbeschwerden kamen wieder; sie hörten erst auf, nachdem ich den Sprung ins Nichts gewagt hatte. Ich beschloß zu schreiben; nicht über die Prozesse, an ihnen war mir nichts mehr rätselhaft.

Was ich damals, 1937, über ihre Hintergründe, über die Prozeduren und die Rolle der Richter dachte, brauchte ich nicht mehr zu ändern, auch nicht nachdem ich — zehn Jahre später — aus dem Munde meines Freundes Alexander Weissberg den Erlebnisbericht vernommen hatte, den er 1951 unter dem Titel Der Hexensabbath veröffentlichte.

So erfuhren dann all jene, die die Wahrheit kennen wollten, mit welchen Mitteln nicht nur körper­licher, sondern auch zerstörender seelischer Folter die falschen Geständnisse und ihre Wiederholung vor der Öffentlichkeit erzwungen wurden.

15


Was ich nach dem Kriege in meinen Romanen und in mehreren Essay-Bänden, zuletzt in Leben in dieser Zeit darüber geschrieben habe, erklärt deutlich genug, warum mir jene Prozesse, Dramatisierungen mörderischer Fiktion, als endgültiger Beweis dafür erschienen, daß das Regime zwanzig Jahre nach der siegreichen Oktober-Revolution einen Zustand totaler, totalitärer Depravation erreicht hatte, in welchem die Sinnverkehrung aller Ideen und die Verleugnung der Wahrheit unvermeidlich wurden.

Als Psychologe und als Marxist hatte ich mich von früh auf mit dem Phänomen der individuellen Selbstentfremdung beschäftigt. Die Moskauer Prozesse waren nun, weit mehr als die ärmlichen Hexenprozesse, Manifestationen einer extremen Selbst­entfremdung, einer mit psychisch atomisierenden Drohungen erzwungenen Verfeindung des Menschen mit sich selbst — all dieses ohne Psychose und ohne irgendwelche mystische Verwirrung der Sinne oder der Vorstellungen.

Ein Regime, das dergleichen zustandebringen und der ganzen Welt als Triumph der Friedensliebe und des sozialistischen Humanismus verführen konnte — unter dem anbefohlenen Jubel der gesamten Bevölkerung und der lauten Zustimmung aller Kommunisten und ihrer Sympathisanten — ein solches Regime enthüllte sich damit als vorbildlich totalitär. Im Organdialekt meiner Herzbeschwerden drückte sich die unerträgliche Qual aus und die grenzenlose Beschämung darüber, für solch eine totalitäre Herrschaft eingetreten, für sie Anhänger geworben, ihretwegen so vieles hintan gestellt zu haben. Der Sturz war tiefer als der Abgrund. 

 

Da ich nie ein Stalinist gewesen war, wurde ich auch nicht ein Antistalinist nach der Art jener, die im Jahre 1956 von Chruschtschow erfuhren, daß man fortab Josip Wissarionowitsch Djugaschwili, genannt Stalin, retroaktiv als einen Feind, als den allein an allem Unglück Schuldigen anzuklagen und zu verleugnen hatte.

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Die marxistische Geschichtsauffassung so gut wie meine psychologische Denkweise hinderten mich daran, einer einzelnen Person für alles Geschehen die Verantwortung, das Verdienst und die Schuld zuzuschreiben — gleichviel ob dieses »weltgeschichtliche Individuum« Alexander der Große oder Julius Cäsar, Napoleon oder irgendein Tyrann unserer Zeit gewesen ist. Daher war mein Ausgangspunkt die in diesem Essay wiederholte Feststellung: »Die Tyrannis, das ist nicht nur der Tyrann, allein oder mit seinen Komplizen, sondern auch die Untertanen, seine Opfer, die ihn zum Tyrannen gemacht haben.«

Es gibt in jedem Volke Tausende potentieller Hitler und Stalin, doch nur selten gelingt einem von ihnen der Aufstieg zur absoluten Macht, in der er endlich die Erfüllung seines unzähmbaren Wunsches nach Gottähnlichkeit findet.

So kommt es auf die politische, soziale und ökonomische Lage an, etwa auf eine von der Mehrheit des Volkes als drückend, ja als erniedrigend empfundene Notlage, der die herrschende Schicht nicht steuern kann oder will, weil sie damit ihre Privilegien oder ihre Machtposition gefährden könnte. Schwankend zwischen fatalistischer Gleichgültigkeit gegenüber allem außer den unausweichlichen Erfordernissen des zermürbenden Alltags einerseits und einem sporadischen, jedoch kraftlosen Aufruhr andererseits, ersehnt das Volk das Kommen eines Retters, der mit einem Schlag alles zum Guten wenden würde. Jene, die Wunder erwarten, statt ihre Lage selber zu bessern, bringen Wundertäter an die Macht, die sich schnell genug in Tyrannen verwandeln.

Zum Unterschied von vielen Autoren, die in späteren Jahren das gleiche Problem behandelten, und im Gegensatz zu der Massenpsychologie Gustave Le Bon's und seiner modernen Anhänger, habe ich keineswegs versucht, das Verhalten der Unterdrückten aus deren Massencharakter zu erklären, sondern ich habe es im Gegenteil unternommen, die Masse oder Menge selbst individualpsychologisch aufzugliedern und sie in den gegebenen sozial-ökonomischen Zusammenhängen, in ihren politischen Reaktionen zu erforschen.

17


Die Adlersche Psychologie fand hier ihre adäquate Anwendung, da ja gerade sie die überragende Rolle des Gemeinschaftsgefühls und zugleich die mannigfaltigen Auswirkungen des individuellen Machtstrebens innerhalb aller gesellschaftlichen Verhältnisse am eingehendsten behandelt hat.

Im Jahre 1937 versuchte ich, das totalitäre Modell, wie man heute gerne sagen würde, so scharf wie möglich herauszuarbeiten, also nicht namentlich das Hitler- oder das Stalinregime darzustellen, sondern nur das zur Geltung zu bringen, was ihnen beiden gemeinsam war. Neben den naheliegenden sachlichen Gründen hatte ich auch einen taktischen Grund, zumindest scheinbar im Abstrakten zu bleiben, das heißt kein einziges Mal das Dritte Reich oder die Sowjetunion, ihre Diktatoren, deren Komplizen und Cliquen namentlich zu bezeichnen. Die Sowjetunion wollte ich nicht frontal attackieren, weil - wie gesagt - meinesgleichen in ihr damals noch, zwei Jahre vor dem Abschluß des Stalin-Ribbentrop-Paktes, den sichersten Verbündeten gegen Hitler sah.

Und so naiv es klingen mag, hoffte ich damals, daß unter Umständen Exemplare dieses Büchleins nach Deutschland gebracht werden könnten. Griff ich die Nazis nicht namentlich an und erwähnte ich niemals den Marxismus, so gefährdete es den deutschen Leser viel weniger, selbst wenn man den Essay bei ihm entdeckte. Überdies bestand nicht der geringste Zweifel daran, daß jeder Deutsche in der hier dargestellten Tyrannis vor allem, wenn nicht gar ausschließlich das Nazi-Regime erkennen würde.

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Meine Naivität war noch größer, da ich glaubte, daß die Kommunisten nichts gegen die Verbreitung meiner Schrift unternehmen würden, eben weil darin ja so vieles auf Hitler persönlich hindeutete und für einen orthodoxen Kommunisten fast nichts auf Stalin hinwies. Doch interpretierten die Funktionäre der Partei die am Ende dieses Essays formulierten sechs Prinzipien einer Prophylaxis zur Vermeidung der Tyrannis ganz richtig: in jedem Satzteil erspähten sie die Anspielung auf den Vater aller Völker, auf den unfehlbaren Stalin. 

 

 

Ein ganz neuer, von jungen Wiener Intellektuellen gegründeter Verlag wollte den Essay im Frühjahr 1938 herausbringen; der Text war schon gesetzt, ich schickte mich an, die Bürstenabzüge zu korrigieren, als Hitlers Truppen in Österreich einmarschierten. Schließlich erschien Die Analyse der Tyrannis zusammen mit dem etwas später geschriebenen Essay Das Unglück, begabt zu sein ein Jahr später im Verlag Science et Littérature in Paris. Der Band bildete die zweite der »Schriften zu dieser Zeit«, die der emigrierte deutsche Buchhändler Dr. Ernst Heidelberger herausgab; Alfred Döblin verfaßte den ersten Band: Die deutsche Literatur im Ausland seit 1933.

Die Zeit war aber dieser Schrift ganz entschieden nicht günstig: einem Parteiverbot gehorchend, hüteten sich Kommunisten und Sympathisanten, das Buch auch nur in die Hand zu nehmen. Der Befehl, es überdies totzuschweigen, war so strikt, daß auch die bürgerlichen Zeitungen der Emigration sich sogar weigerten, eine bezahlte Ankündigung seines Erscheinens zu drucken. Schließlich erledigte die Gestapo diese Angelegenheit radikal: sie vernichtete die ganze Auflage.

Es war das charakteristische Schicksal eines Buches, dessen Autor sich selbst ins Niemandsland verbannt hatte. Im Niemandsland lebt man nicht, da wird man doppelt erschlagen — dies hatte ich mir oft wiederholt. Und eben das Schicksal widerfuhr dieser verfrühten Analyse der Tyrannis.

19


*

 

Ich würde heute recht vieles anders ausdrücken als der Zweiunddreißigjährige, der ich damals gewesen bin. Trotzdem lasse ich in dieser neuen Auflage, was er geschrieben hat, unverändert. Die Leser von heute, insbesondere die Jungen unter ihnen, werden vielleicht mit Staunen feststellen, wie Wesen und Wüten der totalitären Diktaturen im Jahre 1937 zwar nicht in allen Einzelheiten bekannt, doch durchaus erratbar waren.

Der junge Autor sah Hitlers Selbstmord nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches voraus; ebenso die Wahrscheinlichkeit, daß selbst Stalins Tod nicht unbedingt das Ende des von ihm vervollkommneten Regimes zur Folge haben würde, soviel anderes bot sich dem Blick dessen dar, der auf das Privileg der praktikablen Unwissenheit ein für allemal verzichtet hatte.

Auch der zweite Essay bleibt genau so, wie ich, nach Paris in die zweite, doppelte Emigration zurückgekehrt, ihn geschrieben und veröffentlicht habe. Ich mag seinen schulmeisterlichen Ton nicht und noch weniger die zugleich anklägerisch und maßlos optimistische Rhetorik seiner Schlußfolgerungen. Hingegen bleibt meine Sorge um die Erhaltung des kulturellen Erbes auch heute bestehen; es ist schon wieder aufs schwerste gefährdet, unter anderem auch von jenen, die sich auf die gleichen revolutionären Prinzipien berufen, zu denen ich mich damals bekannt habe. Einige von diesen haben bis heute meinem Skeptizismus standgehalten.

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Der kritische Leser wird die beiden so verschiedenen und dennoch zusammenhängenden Essays am besten verstehen, wenn er dessen eingedenk bleiben wird, daß der erste unter der »ständigen Drohung, die über unser aller Leben verhängt ist«, geschrieben wurde und der zweite »im Augenblick unserer tiefsten Erniedrigung«. In ihm bekannte sich der Skeptiker zur Hoffnung auf eine Zukunft, die, schrieb er, heute ferner scheinen will als je. »Der bittere Geschmack dieser Hoffnung entspricht einer Gegenwart, die die Last des Lebens besonders drückend macht.«

Die ereignisreiche Zeit, die seit jenem Sommer 1938 vergangen ist, hat die Hoffnung nicht zerstört und nicht erfüllt; der bittere Geschmack ist an ihr haften geblieben.

Paris, November 1974  

 

  

Vorwort 1937

 

I

Die vorliegende Studie kann weder eine soziologische Untersuchung ersetzen, noch kann sie eine politische Orientierung bieten. Der nach Macht strebende, der von ihr berauschte und der von der Macht des andern faszinierte Mensch ist ihr Gegenstand. Somit ist dieser Versuch ausschließlich der subjektiven Seite der Macht gewidmet und nicht ihrer objektiven, die, als gesell­schaft­liches Verhältnis allein begreifbar, Gegenstand der Soziologie ist.

Die Psychologie kann das Wesen der Macht ebensowenig ergründen wie etwa die Ursachen des Krieges oder die jeweiligen Veränderungen in der Ordnung der menschlichen Gesellschaft.

20


Wo die Psychologie es dennoch versucht hat, hat sie sich einer Grenzüberschreitung schuldig gemacht, deren Sinnlosigkeit durch ihre Resultate deutlich geworden ist: Den Daseinsgrund einer Massenbewegung in verdrängter Homosexualität suchen; in der libidinösen Bindung der Soldaten an den Feldherrn die Begründung für den Bestand eines modernen Heeres finden; eine Weltwirtschaftskrise aus dem Mangel an Gemeinschaftsgefühl ableiten — das sind Resultate, denen der Unwert tragischer Scherze, doch nicht der Wert wissenschaftlicher Ergebnisse eignet.

Mit der gekennzeichneten Grenze dieser Untersuchung muß sich der Leser ebenso abfinden, wie es der Autor getan hat. Er mag sich damit trösten, daß die Erkennung einer Schranke häufig — und gerade im Bereiche des Bewußtseins — eine unabdingbare Voraussetzung für deren Aufhebung ist. Die Schrankenlosigkeit ist die nur fingierte Wirklichkeit des Träumers. Der Träumer aber kann schrankenlos sein, weil er nicht handelt und sofern er nicht handelt.

Die andere Grenze, die Beachtung verdient, engt die Wirkung solchen Versuches ein. Mag die Not dieser Zeit manchen dazu verführen, von der Psychologie zu erwarten, sie würde die erkrankte Menschheit erfolgreich behandeln, ihr in Gestalt einer Heilung das Heil bringen — uns hat die gleiche Not in einem über die Macht der Gewalt und über die Geringfügigkeit der Rolle belehrt, die der Psychologie zwischen zwei Weltkriegen tatsächlich zukommt. Die Aussichten eines Kopfes im Zusammenstoße mit einer Faust waren nie glänzend. Doch was vermag ein Kopf gegen ein Maschinengewehr, was gegen Giftgas?

Der entmutigende Schluß, zu dem solche Gegenüberstellung drängt, ist indes nicht vollgültig. Denn, die das Maschinengewehr bedienen — wie weise ist die Sprache: bedienen! — und die das Giftgas abblasen, sind Menschen, die Köpfe zu verlieren haben.

21


Sie haben sie auch, um zu denken. Und solange die Denkfähigkeit nicht völlig verschwunden ist, hat der Psychologe, entmutigt zwar in bezug auf seine erzieherische Chance, doch noch eine Aufgabe: nachdenklich zu stimmen. Das ist nicht viel, gewiß! Doch würde einer unsere Bescheidenheit kränken wollen mit der Frage: nicht mehr? — so würden wir ihm antworten: nicht weniger! Denn wir sind Optimisten. Wir sind es, obschon wir genauer, als wir es hier sagen könnten, die Lächerlichkeit erkennen, die damit verbunden ist. Doch mit der Lächerlichkeit der menschlichen Existenz mußte sich der Psychologe abfinden, da er begann, einer zu sein. Also zu jener gleichen Zeit, als ihm die Größe der menschlichen Existenz aufging.

 

2

Und diese Erkenntnis von der Lächerlichkeit und der Größe jeglicher menschlichen Existenz, so fremd und so beängstigend für den Tyrannen, haben frühzeitig in allen, die dem Wesen des Menschen nachsannen, das Interesse für das Wesen des Macht­gierigen, des Tyrannen, für den Machtrausch und für den unvermeidlichen Untergang in der Macht geweckt.

Daß in dem Willen zur Macht die Flucht vor der Lächerlichkeit sich manifestieren müsse, das war früh bekannt, wenn auch nicht mit den Termini einer wissenschaftlichen Psychologie formuliert. Und daß diese Flucht sich stets als eine wirkungslose Ausflucht erweisen müsse, darüber waren schon die Hellenen durch ihre Tragödie belehrt. Da der tragische Held zusammenbrach, belehrte sein Fall alle, die es anging — und das ging und geht alle an — wie lächerlich er gerade dann gewesen war, wenn er, auf dem Gipfel der Größe, sich um Welten von aller Lächerlichkeit entfernt gewähnt hatte.

22


 So stak in aller Tragödie die gewendete, gleichsam ummontierte Komödie. So ist alle wahre Komödie die Tragödie, von der andern Seite gesehen. Shakespeare, dessen Menschenkenntnis auch die heutige Psychologie noch nicht ausgeschöpft hat, Shakespeare war es, der der Tragödie diese ihre andere Seite gab. Seine Helden, seine Machtgierigen — das sind Gekränkte, Verkürzte, mißverstandene Mißversteher. Sein Bösewicht ist gewillt, einer zu werden, weil er auf der Flucht vor der Selbstverachtung ist. Seine Mörder morden in Notwehr: Sie fürchten, es würde ihre Lächerlichkeit sie töten.

Stendhal und Dostojewski haben die Lehren Shakespeares vervollkommnet. Alfred Adler, der Begründer der vergleichenden Individualpsychologie, hat sie wissenschaftlich begründet.

Nietzsche, mit dessen Namen und dessen Werk der Begriff »Wille zur Macht« unlösbar verknüpft erscheint, hat zwar Dostojewskis psychologische Hellsicht gerühmt, doch nur in seinem »Menschliches, Allzumenschliches« folgt er den Spuren der großen Menschenkenntnis.

Ihm wurden sein eigenes Wesen und dessen Krankheit zur Schranke. Spottet er über das Allzumenschliche, so verkennt er die Größe des Menschlichen. Ihm fehlte der Mut, sich zum Menschen zu bekennen, darum suchte er aus lauter Selbstverachtung den Übermenschen, den Verwirklicher des Willens zur Macht, wie er ihn verstand, und darum endete er im Dunkel seines unguten »Ecce homo«.

Nietzsche leitete den Willen zur Macht von der Stärke, von der Macht selbst ab. Er verkannte den unlös­lichen Zusammenhang zwischen der Schwäche und der Macht. Es war das gleiche Mißverständnis, mit dem er seine eigene Not mißverstand.

23


Eine andere, von sich selbst mißverstandene, massenhafte Not wurde in unserer Zeit die gesellschaftliche Protektion und Bestimmung für das Heraufkommen von Männern, die sich auf Nietzsches Willen zur Macht berufen. Nicht ganz mit Unrecht berufen, da seine Machtauffassung die Auffassung des von der Macht beseligt träumenden Untertanen war. Die Untertanen aber machen den Tyrannen, sie setzen ihn instand, vor lauter Untertanen keinen Menschen mehr zu sehen.

Unter allen Schulen und Richtungen der modernen Psychologie hat einzig die Adlersche Lehre, hat die Individualpsychologie den psychologischen Problemen der Macht und der Geltung die gebührende, somit eine zentrale Bedeutung eingeräumt. Die Psycho­analyse hat sich niemals von ihrem Ausgangsmilieu, der Familie, und von ihrem Ausgangskonflikt, dem Familienkonflikt, lösen können. Sie versucht es im Gegenteil, die Weltgeschichte als eine konfliktreiche Familiengeschichte und die Machtkämpfe, die alle bisherige Geschichte beherrscht haben, aus dem Ödipus-Komplex zu erklären.

Alfred Adler hat hinter der Familie entscheidende gesellschaftliche Zusammenhänge gesehen oder doch zumindest vermutet. Solche Einsichten, verbunden mit einer Menschenkenntnis, die von den Erfahrungen und den Lehren der Geschichte weise Gebrauch zu machen verstand, öffneten Adler einen Weg, an dessen Anfang die wissenschaftliche Menschenkenntnis beginnt. Lehnen wir das philosophische System ab, in dem Adler später seine psychologischen Erkenntnisse geordnet und zum Teil leider verändert hat, so machen wir dankbar von jenen seiner Befunde Gebrauch, deren — wir sind dessen gewiß — auf die Dauer keine psychologische Bemühung wird entraten können.

Auf die Dauer mag sich auch die Hoffnung auf eine Zeit rechtfertigen, in der die erzieherische Bemühung um Wert und Würde des Menschen, jedes Menschen, nicht zur Lächerlichkeit verurteilt sein wird durch die ständige Drohung, die über unser aller Leben verhängt ist. Über dieses Leben, das Voraussetzung von Wert und Würde, von Sinn und Erfüllung ist.

24-25

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