Autor

Dimitri Antonowitsch

Wolkogonow

 

- Stalin. Triumph und Tragödie. Ein politisches Porträt.  (1989)   DNB.Buch  800 Seiten

-- Trotzki - das Janusgesicht der Revolution (1992 Nowosti Moskau, 500 Seiten)

--- Lenin - Utopie und Terror  (1993 Nowosti, 1994 Econ, 2017 Berolina)  DNB.Buch    Bing.Buch 

---- Lenin, Stalin, Trotzki : die Revolutionäre und Machthaber im Portrait. Dimitri Wolkogonows voluminöse Schlüsselwerke über die mächtigsten Männer des jungen Sowjetreiches. 2018 bei edition berolina

Wikipedia.Autor *1928 in Sibirien bis 1995 (67)

DNB.Autor 

Bing.Autor   Google.Autor 

 

detopia:  W.htm   Stalinbuch 

Kommbuch   Sterbejahr 

 

Laqueur   Deutscher  Mitrochin 1999   Lenin I.Babel   L.Trotzki   Iwan Iljin  Solschenizyn

detopia-2020: Zwar noch nicht nach seinem Stalinbuch, aber jetzt nach dem Leninbuch stelle ich Wolkogonow in eine Reihe mit Solschenizyn und Iwan Iljin. Meine Gründe sind: 1. Die Schonungslosigkeit der Analyse. 2. Die bislang nicht bekannten Materialien. 3. Die persönliche Aufopferung für die Wahrheit und die Heilung des Volkes. -- Mein Dank an den Berolinaverlag (BEBUG mbH) ist riesengroß. (Sonst wäre das Buch an mir vorbeigegangen).

 

 

 

Inhalt 

Einleitung  (9-24)

Übersetzung Vesna Jovanoska 

Personen-Verzeichnis  (781-832)

1989 bei APN, Moskau   
1989 bei Claassen-Verlag  
1993 bei Econ-Verlag 


Ein Schlüsselwerk für die Vergangenheits­bewältigung der Sowjetunion.  

Dimitri Wolkogonow, Philosophieprofessor, Generaloberst der Armee der ehemaligen Sowjetunion, Mitglied der KPdSU von 1950 bis 1990; heute Abgeordneter im russischen Parlament. 

Zuletzt leitete er das Institut für Militär­geschichte des Verteidigungs­ministeriums der ehemaligen Sowjetunion.

Dies ist die erste sowjetische Stalinbiographie nach dem Tod des Diktators. Zum ersten Mal war es einem Autor möglich, alle vorhandenen Quellen über die Stalinzeit auszuwerten. 

Alle bisherigen Versuche, den Diktator zu charakterisieren, verblassen angesichts der hier recherchierten Tatsachen.

Stalins Amoralität und Menschen­verachtung waren nicht zu übertreffen. 


1. Der Feuerschein des Oktobers  (25)
En face und im Profil (28)  Der Februarprolog (41)  In Nebenrollen (49) Der bewaffnete Aufstand (58)  Die rettende Chance (71)  Die russische Vendee (75) 

2. Die Warnung des Führers  (95)   
Lenins Kampfgenossen (96)  Der Generalsekretär (114)  Der Brief an den Parteitag (127)  Stalin oder Trotzki (138)  Die frühen Quellen der Tragödie (148) 

3. Wahl und Kampf (157)  
Wie baut man den Sozialismus auf? (159) Der Popularisator des Leninismus (178)  Die intellektuelle Verwirrung (190)  Trotzkis Niederlage (202)  Stalins »Privatleben« (219)

4. Diktatur oder Diktator?  (239)   
Das Schicksal der Bauern (241) Bucharins Drama (258) Über Diktatur und Demokratie (277) Der Parteitag des Siegers (290) Stalin und Kirow (299)

5. In der Toga des »Führers« (319)
In Stalins Schatten (342)  Das Phantom Trotzki (359)  Die Popularität des Triumphators (366)

6. Das Epizentrum der Tragödie  (375) 
Die »Volksfeinde« (376)  Die Schauprozesse (386)  Tuchatschewskis »Verschwörung« (410)  Das Stalinsche Monster (432)  Schuld ohne Vergebung (444) 

7. An der Schwelle des Kriegs  (455)   
Politische Manöver (459)  Die dramatische Wende (475)  Stalin und die Armee (493)  Das Verteidigungsarsenal (501)  Die Ermordung des Vertriebenen (508)  Geheimdiplomatie (524)  Verhängnis­volle Rechenfehler (540) 

8. Der katastrophale Anfang  (555)   
Ein paralysierender Schock (556)  Harte Zeiten (567)  Furchtbare Verluste (580)  Katastrophen und Hoffnungen (588)  Kriegsgefangenschaft und Wlassow (598) 

9. Der Oberste Befehlshaber  (611) 
Stalin und die Stawka (612)  Die Stalingrader Erleuchtung (619)  Der Oberste Befehlshaber und die Militärführer (630)  Das Denken des Strategen (639)  Stalin und die Verbündeten (653) 

10. Der Höhepunkt des Kultes  (669)   
Die Früchte und der Preis des Sieges (674)  Das Leichentuch der Stalinschen »Geheimnisse« (686)  Der Paroxysmus der Gewalt (694)  Der alternde »Führer« (707)  Eiswinde (712) 

11. Relikte des Cäsarismus  (729)   
Mumien des Dogmatismus (739)  Die totale Bürokratie (750)  Irdische Götter sind sterblich (766)  Das Stalinsche Erbe (775)  Die historische Niederlage (776) 

 

  

 

 

Inhalt     Lenin - 2018 im Verlag Berolina

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Statt einer Einleitung - Im Blickpunkt der Geschichte  (13)

 

Erstes Kapitel - Die frühen Jahre (25)

Genealogie der Familie Uljanow (26)  Alexander und Wladimir (31)  Auf dem Weg zum Revolutionär (35)  Entdeckung des Marxismus (40)  Nadjeschda Krupskaja (43)  Geheime Geldangelegenheiten (49)

 

Zweites Kapitel - Großmeister der Bolschewiki (59)

Theoretiker der Revolution 60  Das Phänomen des Bolschewismus 67  Lenin und die Menschewiki 72  Plechanow - ein Paradoxon 79  Martows Tragödie  85

 

Drittes Kapitel - Die Narbe des Oktober (91)

Der demokratische Februar (93)  Parvus und Ganetzki - Die deutsche Frage (98)  Lenin und Kerenski (117)  Juli 1917 - Generalprobe für die Revolution (122)  Der Oktober - Eine »Verschwörung der Gleichen«? (133)  Die Kommissare und die Verfassungsgebende Versammlung (150)

 

Viertes Kapitel - Die Opferpriester des Terrors (173)

Die Anatomie des Friedens von Brest-Litowsk (177)  Die »weißen Ornate« (188)  Die Sünde des Zarenmordes (198)  Hat Fanny Kaplan wirklich geschossen? (214)  Die Guillotine des Terrors (230)

 

Fünftes Kapitel - Lenins personelles Umfeld (247)

»Der fähigste Mann ... im ZK«  249 Der Mann mit der »unumschränkten Macht 261 Das bolschewistische Tandem 275 »Der Liebling der ganzen Partei«  286 Das »leninsche Politbüro«  303

 

Sechstes Kapitel - Die totalitäre Gesellschaft (323)

Der betrogene »Hegemon«  326 Die »räuberischen Bauern«  333 Die Tragödie der Intelligenz 347 Lenin und die Kirche 364

 

Siebtes Kapitel - Der geistige Kosmos (377)

Geheimnisse des Intellekts  379 Ein »Mann des Schicksals«  388 Prophet der Komintern  393 Inessa Armand  414

 

Achtes Kapitel - Das Mausoleum des Leninismus (435)

Macht und Krankheit 437 Die lange Agonie 449  Die Mumie und die »Einbalsamierung« der Ideen  465  Das Vermächtnis und die Erben  (481)  Der historische Lenin  (505)

 

Statt eines Schlusswortes - Die Niederlage im Sieg  (511)

 

Literaturverzeichnis (519)

 

 

 

 

   

       

 

 

Zum - Autor - Wikipedia - 2020

 

 

Dmitri Antonowitsch Wolkogonow (* 22. März 1928 in Tschita in Ostsibirien; † 6. Dezember 1995 in Krasnogorsk bei Moskau) war ein sowjetischer bzw. russischer Generaloberst (Dreisternegeneral), Philosophieprofessor und Historiker.

International bekannt wurde Wolkogonow durch seine kritische Aufarbeitung der sowjetischen Geschichte, als Basis diente ihm ein intensives Quellenstudium. Für die Erforschung der Stalinära gilt er aufgrund seiner intensiven Aufarbeitung des Materials als einer der profiliertesten Historiker der Sowjetunion bzw. Russlands.

 

Dmitri Wolkogonow stammt aus einer sibirischen Bauernfamilie. Der Vater war Kolchosleiter, die Mutter hatte einen Universitätsabschluss und wurde aufgrund des Abschlusses in der Verbannung Lehrerin und Direktorin in Agul, da dort keine Lehrkräfte zur Verfügung standen. Der Vater wurde 1937 verhaftet und erschossen, weil man bei ihm eine Broschüre des in Ungnade gefallenen Bucharin gefunden hatte. Darauf wurde die Familie in das Dorf Agul, Rajon Irbejsk, Region Krasnojarsk in Westsibirien verbannt. Die Mutter starb während des Zweiten Weltkrieges ebenfalls in relativ jungen Jahren. Weiters starben zwei seiner Onkel in Lagern, einfache Bauern, die unvorsichtige Äußerungen gemacht hatten.

Militärdienst und Politik 1945 trat er in die Rote Armee ein. Am Ende der dreijährigen Ausbildung zum Panzerleutnant im Juli 1952 erfuhr er durch einen Kameraden, der ihn bespitzeln musste, dass er als Angehöriger von „Staatsfeinden“ galt und weiterhin mit Verfolgung rechnen müsse.

Er zeigte Begabung für Militärgeschichte und -organisation und begann 1961 ein Studium an der Lenin-Militärakademie in Moskau. Danach war er dort Professor für Philosophie bis 1970.

1950–1990 war er Parteimitglied der KPdSU.

Noch bei Stalins Tod im März 1953 als junger Leutnant war er überzeugter Stalinist, er glaubte, dass Stalin für den Tod seines Vaters und anderer Verwandter und die Verbannung seiner Familie nicht verantwortlich war.

Aber bereits Mitte der 1950er Jahre erhielt er Zugang zu den Parteizeitungen der 1920er Jahre und erkannte die Unterdrückung einer politischen Debatte im Vergleich zur damaligen Zeit. Bestärkt wurde er durch die Geheimrede Chruschtschows am XX. Parteitag der KPdSU 1956. Seither sammelte er Material für seine Stalinbiographie.

Wie viele hohe sowjetische Funktionäre führte Wolkogonow ein Doppelleben. Nach außen stieg er immer höher, nach innen vertiefte er sich immer mehr in die Archive, was zu einer hohen persönlichen Unzufriedenheit führte.

1970 wechselte er in die Propagandaabteilung der Armee. Mit seinen damaligen Publikationen erwarb er sich den berechtigten Ruf eines Hardliners.

1978 begann er die Arbeit an der Stalinbiographie, die nach dem Amtsantritt Michail Gorbatschows kurz vor ihrem Abschluss stand. 1990 erschien sie in der Sowjetunion. Zu diesem Zeitpunkt waren alle Prinzipien der letzten 70 Jahre in Frage gestellt und die meisten Tabus wurden aufgearbeitet. In den frühen 1980er Jahren machte er Stalins Machtstreben für die totalitäre Entwicklung verantwortlich, während der Arbeit am zweiten Teil der Stalinbiographie änderte er seine Meinung und machte drei Faktoren dafür verantwortlich:

Lenin durch seinen autoritären Kommunismus; Stalin durch sein rücksichtsloses Streben nach persönlicher Allmacht und Manipulation der innerparteilichen Rivalitäten; Das russische Volk durch Trägheit, passiven Charakter, Hang zu einem starken Führer, Unkenntnis von Demokratie und persönlicher Autonomie.

1984–1985 war er Vizechef in der Hauptverwaltung der Armee, als solcher war er an der psychologischen Kriegführung gegen den Westen beteiligt.

1985 wurde er vor die Alternative gestellt, seine Forschungen oder seinen Posten in der Politischen Hauptverwaltung aufzugeben. Er entschied sich für die Übernahme der Leitung des Instituts für Militärgeschichte.

1985–1991 war er Direktor des Instituts für Militärgeschichte des Verteidigungsministeriums der UdSSR. Als solcher hatte er die Möglichkeit, die Geheimarchive der Partei zu studieren und legte die erste umfassende, dokumentarisch belegte Kritik am stalinistischen System vor.

In den frühen 1990er Jahren ließ er sich taufen.

1990 sammelte er Material für seine radikale Kritik an Lenin, der letztendlich die Krise der 1990er Jahre verschuldet hätte.

Im Juni 1991 erschien unter seiner Herausgeberschaft der Entwurf einer neuen Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Noch im gleichen Monat wurde er von Verteidigungsminister Dmitri Jasow und hohen Militärs zum Rücktritt gezwungen.

Durch den erzwungenen Rücktritt hatte er praktisch freie Hand, außerdem war er bereits ein offener Anhänger Boris Jelzins.

In der ersten Jahreshälfte 1991 wurde bei ihm bei einer Routineuntersuchung Darmkrebs entdeckt. Sein englischer Herausgeber ermöglichte ihm eine Operation sowie eine weitere wegen eines Tumors in der Leber, da unmittelbar nach seinem erzwungenen Rücktritt eine schwere Operation in einem Moskauer Militärspital zu riskant schien.

Während seiner zweiten Operation in Oxford im August 1991 erfuhr er vom Putsch gegen Michail Gorbatschow. Er hatte bereits früher von Verteidigungsminister Jasow die Drohung erhalten, dass etwas passieren werde, um Personen wie ihn loszuwerden. Er ging ein hohes persönliches Risiko ein, als er über BBC die Sowjetarmee aufrief, sich den illegalen Befehlen der Verschwörer zu widersetzen und sandte an den Parlamentspräsidenten ein Fax, in dem er den Putsch ablehnte.

Anfang September 1991 kehrte er nach Moskau zurück und wurde Sonderberater Boris Jelzins in Verteidigungsfragen. Seine Hauptaufgabe war die Reduktion der Politischen Abteilung, da politische Indoktrination nicht mehr erforderlich sei. Den betroffenen Offizieren riet er zu einer Tätigkeit als politischer Berater. Zu dieser Zeit wurde er Generaldirektor der russischen Archive.

Vom Sommer 1991 – Ende 1993 war er zugleich Leiter der Kommission für die Freigabe von Staats- und Parteidokumenten. Unter seiner Amtszeit wurden 78 Millionen Akten zugänglich gemacht, dennoch wurde ihm von russischen Historikern der Vorwurf gemacht, er habe die Archive für private Zwecke monopolisiert.

1992 erschien in Russland seine Trotzki-Biographie, die noch weniger orthodox-kommunistisch orientiert war.

Seit 1993 war er Mitglied der Staatsduma. Von den Demokraten wurde er ebenfalls angegriffen, als Jelzin während einer Konfrontation mit dem Parlament einen Aufstand im Oktober 1993 gewaltsam und blutig beendete. Wolkogonow rechtfertigte den Einsatz von Waffen mit der mangelnden Kooperation der Aufständischen trotz Friedensangeboten, der Gefahr eines Bürgerkrieges und der Rückkehr zum GULag. Für ihn sei der Einsatz von Gewalt ein schmerzliches moralisches Dilemma gewesen, da Anwendung von Gewalt die Basis der marxistisch-leninistischen Herrschaft gewesen war.

Ende 1994 warnte Wolkogonow vor der Durchführung des Einmarsches in Tschetschenien, auch wenn das Regime verbrecherisch sei und gestürzt gehöre.

1994 erschien die Lenin-Biographie in Russland.

Nach Fertigstellung der Leninbiographie arbeitete er an seinem letzten Werk „Die sieben Führer“, das teilweise als sein Hauptwerk angesehen wird, wobei er die Kapitel über Lenin und Stalin nicht einfach kürzte, sondern aktualisierte und überarbeitete. Von Breschnew an stand er mit den sowjetischen Führern sogar in persönlichem Arbeitskontakt.

Wolkogonow wurde gelegentlich des Opportunismus bezichtigt, er fiel jedoch unter Gorbatschow bald in Ungnade und war auch unter Jelzin unbequem. Thema seiner Bücher war auch sein persönlicher Wandlungsprozess vom orthodoxen Marxisten (und sogar überzeugten Stalinisten) zum Demokraten.

Seine Thesen zur Geschichte sind:

Es ist sinnlos, sich an der Geschichte zu rächen Es ist ebenso sinnlos, die Geschichte zu verlachen Man muss jedoch die Geschichte kennen und sich an sie erinnern Die sieben kommunistischen Führer teilte er in drei Gruppen ein:

Vom Volk anerkannte Diktatoren, die etwas Geheimnisvolles, Irrationales, klassisch Revolutionäres an sich hatten und daher als einzige als wirkliche Führer anerkannt waren (Lenin|Wladimir Lenin, Josef Stalin) Von diesen begründete orthodox-bolschewistische und konservative Richtung (Leonid Breschnew, Konstantin Tschernenko, Juri Andropow nur mit Einschränkungen) Reformistische Richtung (Nikita Chruschtschow, Michail Gorbatschow.

Gorbatschow war aus der Sicht Wolkogonows jener Parteiführer, der als einziger ein Nachdenken über die fundamentalen Fragen des Sowjetsystems forderte, ein Umdenken aber ablehnte und das kommunistische System unter allen Umständen wahren wollte).

Wolkogonow hatte einen Bruder und eine Schwester, war verheiratet und hatte eine Tochter, die die Herausgabe seines Nachlasses besorgt.

Vieles konnte er wegen seiner Krebserkrankung nicht mehr in Angriff nehmen, an der er Ende 1995 in der Nähe von Moskau starb. Beigesetzt wurde Wolkogonow auf dem Kunzewoer Friedhof in Moskau.

 

 

 

 

 

 

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Volkogonov, Dimitrij Antonovic: Lenin, Stalin, Trotzki