Franz Buggle
Professor für Sozialpsychologie

Denn sie wissen nicht, 

was sie glauben

Oder warum man redlicherweise 
nicht mehr Christ sein kann.

Eine Streitschrift.

 

1992 bei Rohwohlt

1997 als rororo-TB

2004 im Alibri-Verlag, überarbeitet und erweitert

2012 Alibri, Aschaffenburg, durchgesehen

1992-2012   464 Seiten

Wikipedia Autor  *1933 in Freiburg bis 2011 (77)

DNB.Buch 

Sitzvortrag 2001 von Prof. Buggle

Google.Buch 

Buch bei Alibri  (Verlag)

detopiaB.htm   Sterbejahr

Psychobuch   Umweltbuch

Bibel Halbfass   Utopie Dittmer   Jesus E.Bock   P.Lapide   Dollinger:Weltgeschichte   Drewermann   Mynarek  Franz.Alt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Franz Buggle, 1933 geboren, 
Studium der Psychologie, Philosophie, Pädagogik und Wirtschafts­wissenschaften in Freiburg i. Br. und München.
1963 Promotion zum Dr. phil. in den Fächern Psychologie, Philosophie und Psychopathologie.

1970-1974 Professor für Entwicklungs- und Sozialpsychologie an der Universität Regensburg. 
Seit 1974 Lehrstuhl für Klinische und Entwicklungspsychologie an der Universität Freiburg i. Br.

Kann man sich – als Basis und höchste Instanz aller christlichen Religiosität und Moral – auf die Bibel stützen und dabei intellektuell redlich bleiben, konsequent denken, ethisch human handeln? 

Nein, das kann man nicht! Zu diesem Schluß kommt der Autor in seinem sachlich-beharrlich argumentierenden Buch, das allgemein akzeptierte theologische Sprech­blasen zum Platzen bringt.

Was veranlaßt Franz Buggle, Professor für Psychologie an der Universität Freiburg, dazu, ein gründliches bibel- und christentumskritisches Buch vorzulegen? Ist nicht alles schon gesagt?

"Es ist ein ganzes Bündel von Motiven, die mich dieses Buch schreiben ließen. Da ist zunächst die weitverbreitete Unsicherheit in religiösen Fragen, das konflikthafte Schwanken zwischen Annahme und Ablehnung der von den Kirchen verkündeten Lehren bei sehr vielen Menschen, begleitet von einer immer wieder mit Staunen festzustellenden und kaum glaublichen Desinformation über religiöse Inhalte und Lehren, wie sie in Bibel und kirchlicher Verkündigung enthalten sind.

Im ersten Teil demonstriere ich durch Zitate, daß die Bibel, unsere <Heilige Schrift>, <Gottes Wort>, ein zutiefst gewalttätig-inhumanes Buch ist, völlig ungeeignet als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik. Nicht zuletzt habe ich dieses Buch auch als klinischer Psychologe in Gedanken gerade an die vielen Menschen geschrieben, wie sie mir immer wieder begegnen, die im Blick auf das Christentum in einer belastenden, nicht selten krankmachenden Orientierungsnot und Konflikthaftigkeit leben, weil ihnen die notwendigen Informationen für eine begründet-verantwortliche Entscheidung für oder gegen das Christentum, für oder gegen eine Kirchenzugehörigkeit fehlen ..."   (Franz Buggle) 

Pressestimmen:

“... dürfte es kein deutsches Buch geben, das die Kritik am Christentum derart umfassend belegt.” (FAZ, 4.4.1992)

“Noch nie ist dem progressiven Küng von einem anderen Progressiven öffentlich so viel intellektuelle Inkonsequenz nachgewiesen worden.” (Spiegel 1992)


 

Aus Wikipedia-2019

Franz Buggle war ein deutscher Psychologe und Religionskritiker.

Buggle studierte in Freiburg und München Psychologie, Philosophie, Pädagogik und Wirtschaftswissenschaften. Von 1958 bis 1963 war er wissenschaftlicher Assistent am Psychologischen Institut in Freiburg und promovierte bei dessen Gründer Robert Heiß. Anschließend wurde er Dozent an der Universität Hamburg am Lehrstuhl von Peter Hofstätter.

1974, nach einer Zwischenstation als Professor für Entwicklungs- und Sozialpsychologie an der Universität Regensburg, wurde er Ordinarius an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er 1998 emeritiert wurde.

In seinem religionskritischen Werk Denn sie wissen nicht, was sie glauben. Oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann (1992) untersuchte er die Bibel und kam zu dem Schluss, dass sie „in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch, als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet“ sei.

Außerdem gehörte er dem Beirat des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) sowie dem wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung an.

2004 erhielt Buggle den Ludwig-Feuerbach-Preis, der vom Bund für Geistesfreiheit (Augsburg) vergeben wird.

 


 

 

BUCHBESPRECHUNG  von Jürgen Hettel in MIZ 4/1992.

 

Aus der mittlerweile doch recht beachtlichen Fülle literarischer Streitschriften gegen Religion und Kirche, die der Buchmarkt alljährlich hervortreibt, exponiert sich in diesem Jahr besonders eine Publikation aus dem Rowohlt Verlag, die durch drei bemerkenswerte Umstände gekennzeichnet ist.

Zum einen ist der Verfasser, Franz Buggle, bislang keinesfalls als ein einschlägiger Kritiker aufgefallen; er muß als Neuling auf diesem an entsprechenden Autoren doch recht überschaubaren Gebiet gelten. 

Zum anderen - allemal noch erstaunlicher - handelt es sich bei diesem Novizen um einen etablierten Angehörigen des gängigen Wissenschaftsbetriebs, gar um einen leibhaftigen Professor und Inhaber eines Lehrstuhls für Klinische und Entwicklungspsychologie an der Universität Freiburg, was allein schon deshalb besonderer Erwähnung bedarf, weil dezidiert religionskritische Schriften hiesiger Hochschullehrer - Theologen und Ex-Theologen ausgenommen - wahrlich Seltenheitswert besitzen und damit beredt Auskunft über den Mangel an "Metaphysischer Zivilcourage" (G. Anders) der universitären Intelligentia heutzutage geben. (Ein Zustand, den der Autor in seinem Buch - soviel sei bereits verraten - ebenfalls diagnostiziert und an ausgewählten Beispielen unerbittlich-präzise beleuchtet.)

Und last but not least hat seine Veröffentlichung in der Hauptsache das Fundament der größten vorfindlichen Buchreligion selbst, die Bibel nämlich, zum Untersuchungsgegenstand, geht damit also an die Wurzel der christlichen Undinge. Auch das ist bemerkenswert in Zeiten, in denen alle möglichen Heine- und Drewermänner eine Kirchenkritik in Szene setzen, die die Ursache von der Wirkung trennt und im Tadel der Institution die Prämissen des christlichen Glaubens vergessen machen will. Genau diese prekären Grundlagen seziert Franz Buggle nun in seinem Buch, kenntnis- sowie materialreich, bibelzitatgesättigt und argumentativ blitzsauber.

Wer allerdings eine Bibelkritik erwartet, in deren Zentrum vor allem eine genüßliche Auflistung aller Unklarheiten, Mehrdeutigkeiten, Widersprüche, Falschaussagen etc. steht, von denen die "Heilige Schrift" der Christen wahrlich strotzt, kommt nicht ganz auf seine Kosten. Der Freiburger Psychologe nimmt dieses Machwerk unter einem anderen Blickwinkel auf den Prüfstand; er untersucht die Verhaltensnormen, die ethischen Standards, die Leitbilder, die diese mit göttlichem Geltungsanspruch auftretende Quellenschrift transportiert.

Freigeschaufelt werden jene Stellen im Alten und Neuen Testament, die den Genozid bejahen, abscheulichsten Strafphantasien huldigen, zum Schlachtfest an Ketzern, Andersgläubigen, sexuell Abweichenden, Geisteskranken, ja sogar an unbotmäßigen Söhnen und Töchtern aufrufen, und damit hinreichend verdeutlicht, daß die Blutspur, die das Christentum durch die Geschichte gezogen hat, keine Kette von institutionellen Betriebsunfällen darstellt, sondern kausal genau aus der Moral hervorgeht, welche die Bibel in die Welt setzt.

Franz Buggles Streitschrift räumt auch mit der beliebten Unterscheidung zwischen dem Alten und dem Neuen Testament auf, die fortschrittliche Theologen so feinsinnig zu machen pflegen, wenn sie argumentativ in die Bredouille kommen. Abgesehen davon, daß der Verweis auf das scheinbar ethisch höherwertige und somit eigentlich maßgebende Neue Testament allein schon deshalb unlauter ist, weil es den letztlich verantwortlichen Urheber beider Testamente aufzuspalten trachtet, wiewohl gleichzeitig verkündet wird, daß er derselbe unwandelbare, absolut vollkommene Gott sei, kann Buggle zeigen, daß das Ausmaß der archaisch-sadistischen Grausamkeit im Neuen Testament keinesfalls geringer ist und teilweise, etwa in der Lehre von den ewigen Höllenstrafen, das Alte Testament diesbezüglich noch übertrifft.

Buggles Buch bestätigt so - welche Ironie! - die Richtigkeit gerade jeder offiziellen Ansicht, obgleich in der theologischen Praxis notgedrungen faktisch geleugnet, von der Unwandelbarkeit des Christengottes, der tatsächlich der immergleiche Blutsäufer ist und nur durch Opfer, blutige zumal, versöhnt werden kann. Ob die Fans anderer Kulte und wer auch immer von seinem Schwert zuhauf gefressen werden oder sein eigener Sohn am Kreuz den Geist aufgibt - stets muß der Saft des Lebens fließen, um ihn - wenigstens vorläufig - zu besänftigen.

Aber damit nicht genug. Frauendiskriminierung, Verfolgung von Geisteskranken, Häretikern, Atheisten, Juden, Sklavenhaltung, Teufels- und Dämonenglauben werden gerade im Neuen Testament massenhaft propagiert, wie Buggle detailliert nachweist, ohne indessen zu vergessen, auch ethisch positive Züge in diesem Teil der "Heiligen Schrift" entsprechend zu würdigen.

Sein Fazit fällt dennoch eindeutig aus: "Die Bibel ... ist in zentralen Teilen ein gewalttätig-inhumanes Buch, als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet." 

Mit diesem zwingenden Schluß endet das Buch des Freiburger Professors noch lange nicht. Erreicht ist nunmehr knapp die Hälfte seines fast 500 Seiten - im doppelten Sinne des Wortes - starken Werkes. In zwei weiteren Großkapiteln wird zum einen die Apologetik eines Hans Küng einer vernichtenden Kritik unterzogen, zum anderen "die religiöse Szene im deutschen Raum" ins grelle Licht der Öffentlichkeit gezerrt. 

Buggle demontiert den gänzlich zu Unrecht als progressiv verschrienen Theologen (ohnehin eine contradictio in adiecto) nach allen Regeln der Kunst, er sticht die klerikalen Sprechblasen dieses metaphysischen Troubadours so gekonnt auf, daß dieser, derart zur Salb-Ader gelassen, endlich als das erscheint, was er auch ist: ein personifiziertes sacrificium intellectus, das ständig in den eigenen Wortstrudeln absäuft.

Die daran anschließende breit angelegte Darstellung des Umgangs deutscher Intellektueller und Hochschullehrer mit Religion und Kirche zeigt an ausgewählten Beispielen (u.a. an C. F. von Weizäcker, Hoimar von Ditfurth), wie auch ansonsten relativ kritische Geister, ganz zu schweigen von den bekennenden Christen à la Jens, Zahrnt, Dirks, Sölle etc. in Sachen Gott und Bibel auf morschen Denkkrücken daherkommen, wie eingetrocknet mittlerweile im Bereich der Humanwissenschaften jegliches Aufklärungspotential ist und welche Gründe und Hintergründe diese weitverbreitete schiere Regression ins Mittelalter hat.

Buggle, auch das soll nicht verschwiegen werden, schreibt wohltuend konkret, angenehm unaufgeregt und also sehr sachlich, er argumentiert glasklar, bezieht deutlich Stellung, kurz: sein Buch verzichtet - sehr zum Nutzen des Lesers - gänzlich auf jenes positivistisch beschränkte Gebaren, das von den amtierenden Mitgliedern der "Scientific Community" so gerne zeitgeistmäßig mit Wissenschaftlichkeit schlechthin verwechselt wird.

Über eine gewisse Neigung zur Konstruktion von Schachtelsätzen, die er überdies mit dem Rezensenten teilt, kann großzügig hinweggesehen werden, zumal ihr keineswegs so exzessiv nachgegeben wird, daß der Gebrauchswert der wirklich imponierenden Streitschrift beeinträchtigt ist. Stilistisch ganz dünnhäutigen Lesern könnte allerdings eine sprachliche Marotte nahegehen, die der Freiburger Professor ausufernd pflegt: Wo immer sich die Gelegenheit bietet, adjektivische Attribute per Bindestrich zu verklammern, wird sie gerne wahrgenommen. Vor Substantiven befinden sich also bevorzugt solche Wortungetüme wie "einseitig-defizitär", "unvollständig-exemplarisch", "grausam-absurd" und dergleichen mehr. Einem Sachbuchautoren indessen können lexikalische Abwege, wenn sie die Verständlichkeit seines Textes nicht minimieren, generös verziehen werden.

Also: Wer schon immer eine profunde literarische Auseinandersetzung mit der herrschenden Desinformation über die Bibel gesucht hat, ist mit Buggles Erstlingswerk blendend bedient. 

 


Nachruf auf Franz Buggle, 18.8.1933 – 12.1.2011

Von Thomas Hummitzsch, Dienstag, 8. Februar 2011

Der emeritierte Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Entwicklungspsychologie am Psychologischen Institut der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg Franz Buggle ist tot. Am 12. Januar ist er in Au bei Freiburg im Breisgau im Alter von 77 Jahren gestorben. Franz Buggle war einer der bedeutendsten Religions- und Kirchenkritiker Deutschlands. Mit seinem 1992 erschienenen Buch „Denn sie wissen nicht, was sie glauben oder warum man redlicherweise nicht mehr Christ sein kann” erregte er Aufsehen. Darin wendet er sich gegen die „selektive verfälschend-idealisierende Darstellung der Bibel” und legt die „archaisch-inhumanen Implikationen der zentralen neutestamentlich-christlichen Lehre vom Kreuzestod Jesu als Erlösungstod und Sühneopfer” frei.

Franz Buggle hat in Freiburg und München Psychologie und Philosophie studiert und promovierte mit einer Arbeit über die Weltanschauung von Jugendlichen. Anschließend arbeitete anschließend er als wissenschaftlicher Assistent in Freiburg und Hamburg. 1970 wurde er in Regensburg Professor für Entwicklungs- und Sozialpsychologie, 1974 kehrte er an die Universität in Freiburg zurück und hatte dort bis zu seiner Emeritierung 1998 den Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Entwicklungspsychologie inne. Er gehörte er dem Beirat des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) sowie dem wissenschaftlichen Beirat der Giordano Bruno Stiftung (GBS) an. 2004 verlieh ihm der Bund für Geistesfreiheit (BfG) den Ludwig-Feuerbach-Preis.

Franz Buggles grenzüberschreitendes wissenschaftliches Interesse spiegelte sich in der ungewöhnlichen Vielfalt seiner Lehrangebote. Dem Wesen seines Fachgebiets zufolge war er auch immer mit Fragen der Religiosität von Menschen und den sich daraus ergebenden Konflikten im Alltag konfrontiert. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten der Bibel als Ursache dieser Konflikte war nur folgerichtig.

Anlässlich Franz Buggles 70. Geburtstag schrieb Michael Charlton in den Freiburger Universitätsblättern (Heft 161) im September 2003:

“ Die entscheidende Motivation für eine kritische Auseinandersetzung mit der biblisch-christlichen Ethik bezog Franz Buggle aus seiner Erkenntnis als klinischer Psychologe, dass die in der Kindheit und Jugend erfahrene religiöse Sozialisation zwar von manchen Menschen als Quelle der Kraft und der Selbst- und Fremdakzeptanz erlebt wird, von anderen aber als schwere Kränkung des eigenen Selbstwertgefühls, als lebenslange Belastung und nicht selten als Ursache für psychische Krankheit.

Ausdruck fand diese Feststellung in seinem Werk „Denn sie wissen nicht, was sie glauben …”. Darin kommt Franz Buggle zu dem Schluss, dass die Bibel ein „gewalttätig-inhumanes Buch” und „als Grundlage einer heute verantwortbaren Ethik ungeeignet” sei. Sein kritisches Buch fand nicht nur im Fachkreis, sondern auch bei Philosophen, Naturwissenschaftlern und Medizinern sowie selbst bei Wissenschaftstheologen große Zustimmung. Dies musste nicht nur eine persönliche Genugtuung sein, sondern macht Buggles Bedeutung zu Lebzeiten deutlich.

http://www.diesseits.de/menschen/nachruf-franz-buggle


 wikipedia  Michael_Schmidt-Salomon *1967 in Trier  

 

http://www.guenter-schulte.de/schriften/die_grausame_wahrheit_der_bibel/die_grausame_wahrheit_fset.html

 

 

detopia-2019:
Ein sehr ausführliches Inhaltsverzeichnis durch welches wir die Schwerpunkte des Autors kennenlernen.

Inhaltsverzeichnis   Inhalt-2004.pdf

 

Der 11. September 2001 - die unerwartet rasche Bestätigung einer Diagnose? Vorbemerkungen zur überarbeiteten Neuauflage 2004  (17)

Warum dieses Buch?  (37)

 

I. Der verdrängte Skandal: Die Bibel, Basis und letzte Instanz aller christlichen Religiosität und Moral: ein gewalttätig-inhumanes Buch?

 

A. Die Bedeutung der Bibel als basale Quelle und letzte Instanz in religiösen und ethischen Fragen - und einige Probleme und Gefahren, die sich daraus ergeben (55)

B. Welche Modelle vermittelt die Bibel für den Umgang ethnischer Großgruppen miteinander? Die Bejahung von Eroberungskriegen und Völkermord (Genozid) 67

a. Die fünf Bücher Mose 67

1. „Greift die Midianiter an und schlagt sie!": Der biblische Gott hat Wohlgefallen an Eroberungs- und Vernichtungskriegen und ordnet sie an 67

2. „Er selbst vernichtet die Völker bei deinem Angriff': Der biblische Gott führt selbst Eroberungs- und Vernichtungskriege 68

3. Der biblische Gott befiehlt ausdrücklich den Genozid, d. h. die mitleidlose Hinschlachtung von Kindern, Frauen, Greisen, Männern 69

b. Das Buch Jesaia: Die „heiligen Krieger" des biblischen Gottes, „seine hochgemuten, jauchzenden Helden", „zerschmettern Kinder vor den Augen" ihrer Eltern 76

c. Die Psalmen 78

1. Die besondere kirchliche Hochschätzung der Psalmen, insbesondere als Quelle von Gebetstexten 78

2. Das große Ausmaß an Gewalt- und Rachebedürfhis, verbunden mit egozentrischer Selbstgerechtigkeit, das sich in den Psalmen äußert 79

3. Enthusiastische Bejahung der Gewalt gegen ethnische Feinde und des (Vernichtungs-)Krieges 80

d. Das Neue Testament: „Versammelt euch zum großen Mahl Gottes! Freßt Fleisch von Freien und Sklaven, von Großen und Kleinen!" 83

C. Die biblische lieblose, haßerfüllte Abwertung Andersund Nichtgläubiger 86

a. „Ihr sollt ihre Altäre niederreißen und ihre Steinmale zerschlagen": Aufforderung zur gewalttätigen Intoleranz gegenüber andersgläubigen Menschen im Alten Testament 86

b. Intoleranz und Abwertung von Andersgläubigen und (Wunsch-) Phantasien über ihre Bestrafung und Vernichtung im Neuen Testament 87

c. Kirchengeschichtliche Folgen: Diskriminierung bis zur physischen Vernichtung der jeweiligen „Ketzer" und Andersgläubigen 92

d. Mögliche Einflüsse auf Einstellungen und Verhalten einflußreicher Politiker und ihrer Wähler 94

D. „Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen": Gewalttätigkeit gegen normabweichende, „sündige" Menschen und deren äußerst inhumane Bestrafung auf Wunsch und Befehl des biblischen Gottes und seiner Frommen 97

a. Das Alte Testament 98

1. Die fünf Bücher Mose 98

(1) Die Interpretation menschlichen Leidens als von Gott verhängte Strafe. Die Aufforderung zur mitleidlosen Ausmerzung der „Bösen" 98

(2) Aufforderung des biblischen Gottes zu einer exzessiven Anwendung der Todesstrafe 99

(3) Exzessiv eifersüchtige Anordnung der Todesstrafe bis zur Hinschlachtung ganzer Stadtbevölkerungen wegen der Teilnahme an fremden Kulten. Aufforderung zur Denunziation und Tötung auch nächster Angehöriger 99

(4) Exzessive Anordnung der Todesstrafe für sexuelle Abweichungen 101

(5) Anordnung der Todesstrafe gegen verhaltensschwierige Söhne 103

(6) Aufforderung zur Hinrichtung wahrscheinlich geistesgestörter Menschen 103

(7) Die extrem sadistisch-grausame Qualität der in den fünf Büchern Mose sich zeigenden Strafsucht des biblischen Gottes 103

2. Die Psalmen  (106)

(1) Das hohe inner- und außerkirchliche Ansehen des Psalters 106

(2) Wie die Psalmen wirklich sind: ein in weiten Teilen und in einem selten sonst zu findenden Ausmaß von primitiv unkontrollierten Haßgefühlen, Rachebedürfhissen und Selbstgerechtigkeit bestimmter Text 108

3. Das Buch Jesaia: Ein Gott, der weder „mit Witwen und Waisen Erbarmen hat" und dessen Gewand mit dem Blut der „Geschlachteten" bespritzt ist 116

4. Erstes Resümee: Der archaisch-inhumane Umgang mit normabweichendem „sündigem" Verhalten in den Kernbüchern des Alten Testamentes und seine Bedeutung für die Bewertung biblisch begründeter Religiosität 121

 

b. Das Neue Testament 123

1. Die unlösbare Legierung von humanen mit gewalttätig-grausamen Einstellungsmomenten gegenüber abweichendem oder „sündigem" Verhalten 123

2. Die Lehre des Jesus der synoptischen Evangelien von den ewigen Höllenstrafen. Seine häufig übersehene Neigung zu einer undifferenzierten Leistungsethik und entsprechend gewalttätigen Bestrafungspraktiken 125

3. Die Legierung von Liebesgebot und exzessiv inhumanen Strafphantasien und -drohungen in den Briefen des Apostels Paulus 140

4. Entsprechungen in den nicht-paulinischen Apostelbriefen 145

5. „Und er wird mit Feuer und Schwefel gequält vor den Augen der heiligen Engel und des Lammes": Die Offenbarung des Johannes, neutestamentlicher Gipfelpunkt der in der biblisch-christlichen Religion enthaltenen sadistisch-inhumanen Aspekte  (146)

c. Resümee: Das biblische Modell, normabweichendes Verhalten zu „bewältigen" 155

E. Die archaisch-inhumanen Implikationen der zentralen neutestamentlich-christlichen Lehre vom Kreuzestod Jesu als Erlösungstat und Sühneopfer 158

a. Die Faszination des biblischen Gottes und seiner Anhänger für (vergossenes) Blut 158

b. „Ohne daß Blut vergossen wird, gibt es keine Vergebung": Die neutestamentliche Interpretation des Kreuzestodes Jesu als Sühneopfer setzt das alttestamentarische archaisch-inhumane Gottesbild voraus 160

c. Zu modernen theologischen Versuchen, den Skandal des Kreuzestodes Jesu und seiner biblischen Interpretation als Sühne- und Erlösungsopfer auch gegenüber einem fortgeschrittenen humaneren ethischen Standard akzeptierbar erscheinen zu lassen 165

F. Die absolute Willkür des biblischen Gottes und die Forderung nach bedingungsloser und rechtloser Unterwerfung des zum Guten aus eigener Kraft unfähigen, die ewige Verdammnis verdienenden Menschen unter die völlig frei-ungebundene Gnade Gottes 177

G. Biblische Einstellungen gegenüber diskriminierten gesellschaftlichen Teilgruppen 182

a. Das biblische (Leit-) Bild der Frau als Quelle und Rechtfertigungsgrund von Diskriminierung und Verfolgung 182

b. Das große Gewicht des Teufels- und Dämonenglaubens beim Jesus der Evangelien und seine verhängnisvolle Funktion bei der Diskriminierung und Verfolgung von Geisteskranken, Häretikern, Atheisten und Juden 188

c. Die biblische Bejahung der Sklavenhaltung  (210)

H. Weitere, hier bislang nicht berücksichtigte kritische Aspekte der biblischen Botschaft  215)

I. Erstes Fazit: Die biblische Legierung von ethisch positiven und negativen Zügen, archaisch grausamer Gewalttätigkeit und Forderungen nach Nächstenliebe  (218)

 

II. Zu Versuchen, den biblisch-christlichen Gottesglauben mit dem modernen Weltbild und humanistisch-aufgeklärter Ethik in Einklang zu bringen, dargestellt am Beispiel <Existiert Gott?> und <Christ sein> von Hans Küng

 

A. Zur Wahl der Küngschen Hauptwerke <Existiert Gott?> und <Christ sein>  (229)

a. Von der Anhänglichkeit an alte Weltanschauungen, auch wenn sie klar Vernunft und Erfahrung widersprechen 229

b. Warum in der folgenden Auseinandersetzung Existiert Gott? und Christ sein von Hans Küng exemplarisch herangezogen werden sollen 232

c. Thematischer Überblick über die im folgenden geführte Auseinandersetzung mit der Küngschen Apologetik 234

B. Die selektive, verfälschend-idealisierende Darstellung der Bibel durch Küng und seine Versuche, eine auch heute noch akzeptierbare Interpretation des Kreuzestodes Jesu zu finden 235

a. Der selektiv-verfalschende Umgang Küngs mit biblischen Aussagen 235

b. Die Interpretation des Kreuzestodes Jesu durch Küng 241

c. Weitere Abwehrstrategien: Die bloße Nennung von Problemen soll ihre Lösung vortäuschen. Uminterpretation problematischer Handlungen und Eigenschaften des biblischen Gottes in ihr Gegenteil 245

d. Zur Unterscheidung der biblischen „Botschaft" von naturwissenschaftlichen und historischen biblischen Aussagen 248

e. Die Bibel: Gottes Wort und letztverbindliches Leitbild christlichen Glaubens und Handelns? 248

f. Zusammenfassung 254

C. Die apologetische Unterscheidung Küngs zwischen dem partiell verderbten historisch-institutionalisierten und dem „eigentlichen" oder „wahren" Christentum ( 258)

D. Vereinbarkeit aufgeklärt-wissenschaftlicher Weltsicht mit einem Bekenntnis zu Christentum und Kirche? Küngs „praktische" Lösung des Theodizeeproblems (266)

E. Christlicher Gottesglaube oder Atheismus: Die verfälschende Darstellung einer Alternative  (283)

a. Die Diskriminierung atheistischer Einstellungen: Eine sehr alte biblisch-christliche Tradition 283

b. Verdrängung von Religiosität oder nicht viel eher von Religionskritik? 284

c. Zu Küngs Auseinandersetzung mit einigen „klassischen" Atheisten: Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Sigmund Freud 285

d. Ein Patt zwischen biblisch-christlichem Gottesglauben und Atheismus ? 290

e. Ist der biblisch-christliche Gottesglaube achristlichen und atheistischen Positionen überlegen? 296

F. Resümee  (302)

 

III. Die religiöse Szene im deutschen Raum

A. Die Ausgangslage: Eine „unmögliche" religiöse Situation  305

B. Die Rahmenbedingungen  309

a. Das geringe Ausmaß an "metaphysischer Zivilcourage" 309

b. „Niemand darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen": Ein Wintermärchen? 310

c. Die grundgesetzwidrige Verletzung der religiösen Neutralität des Staates und Vermischung staatlicher und kirchlicher Bereiche 313

C. Vier typische Reaktionsmuster deutscher Intellektueller und Hochschullehrer auf die dargestellte religiöse Situation  (315)

a. Die Konsequenten: Dezidierte Christentumskritiker  (316)

b. Die Dennoch-Gläubigen: Dezidierte Christentumsbekenner  (316)

1. Walter Jens: Warum ich Christ bin 317

2. Heinz Zähmt: Warum ich glaube  (325)

(1) Wie man als deutscher Intellektueller trotz allem weiterhin auf die Bibel bauen kann 326

(2) Die Theodizeefrage, eine Frage, <die weder beantwortbar ist noch unbeantwortet bleiben darf>  (334)

3. Carl-Friedrich v. Weizsäcker: Garant kirchlich-christlicher Gläubigkeit?  (338)

(1) „ Wer weiß, daß 2x2 = 4 ist, kann zwar schweigen, aber er kann nicht ehrlich zugeben, es könnte auch 5 sein."  (338)

(2) C. F. v. Weizsäckers unkritisch verehrende Einstellung zur Bibel 341

(3) Carl Friedrich v. Weizsäcker als Prototyp des gebildetinformierten, aber in religiösen Dingen inkonsequentwidersprüchlich denkenden deutschen Wissenschaftlers und Intellektuellen 349

(4) Der Versuch, das Ethos der Wahrhaftigkeit und intellektuellen Redlichkeit durch das Ethos der Mitmenschlichkeit und des politischen und sozialen Engagements zu kompensieren 353

4. Im Grenzbereich: Hoimar v. Ditfurth oder der Versuch, modernes (naturwissenschaftliches Weltbild und biblisch-christliche Religiosität zu versöhnen  (354)

(1) Wie unterschiedlich konsequent und kritisch dieselben Personen auf dem Gebiet der Religion und anderen Lebens- und Wissensbereichen argumentieren können 354

(2) Überwindung der unredlichen Spaltung zwischen biblischchristlicher Religiosität und modernem wissenschaftlichem Weltbild? 357

(3) Die unkritische Verwischung vernunftüber- und -unterschreitender, allgemein „religiöser" und spezifisch christlicher Aussagen 358

(4) Die spezifische Unsensibilität für Widersprüche in religiösen Fragen und forcierte Versuche der Harmonisierung von biblisch-christlicher Religiosität und modernem Reflexionshorizont, dargestellt am Beispiel des Theodizeeproblems 361

(5) Die bereichsspezifische unkritische Einstellung zu Küngs Werken und dessen apologetischer Unterscheidung von Botschaft und Einkleidung 365

(6) Die „ Mythologisierung " biblisch-christlicher Aussagen als weiterer Versuch, die unhaltbare Situation der biblischchristlichen Religiosität doch noch zu retten 367

(7) Die Entdifferenzierung tatsächlich hochdifferenter Sachverhalte 369

(8) Hoimar v. Ditfurth als Verkörperung des auf hohem Niveau in religiösen Fragen gespalten-inkonsequenten deutschen (Natur-) Wissenschaftlers und Intellektuellen (371)

c. Agnostiker oder Leute, die auch zu Dingen schweigen, über die man reden kann 374

d. Das graue Heer der „Lauen" und „Mitläufer"  (375)

1. Man „ißt, was auf den Tisch kommt": Komment statt Argument 375

2. Verwaschenes Denken und Kult der Undeutlichkeit 379

3. Zu wünschen: Eine Haltung jenseits von fanatischem Bekennertum und feiger Undeutlichkeit 381

 

D. Die Rolle der Humanwissenschaften oder wie „das Aufklärungspotential der Wissenschaft weginterpretiert oder heruntergespielt" wird  (384)

a. Psychologie: Trotz anerkannt hoher Relevanz Vermeidung und Tabuisierung religiöser Themen in Forschung und Theoriebildung 385

b. Soziologie: Zum ebenfalls auffalligen, wenn auch weniger extremen Forschungs- und Theoriedefizit in der deutschen Religionssoziologie 392

c. Erziehungswissenschaft und Pädagogik - oder zu welchem Ausmaß an skandalösen Erziehungsinhalten deutsche Erziehungswissenschaftler und professionelle Pädagogen schweigen, sofern sie von den etablierten Kirchen ausgehen 394

1. Religionspädagogische Untersuchungsstrategien: Tabuisierte Forschungsbereiche und Abspaltung humaner, aber abstrakter Programmatik von konkreten inhumanen Inhalten 394

2. Die archaische Inhumanität der Religionsbücher, nach denen heute 35jährige und ältere unterrichtet wurden: Anleitungen zur Neurotisierung unmündiger Kinder durch Induktion extremer Strafängste  (397)

3. Ist die kirchliche Religionspädagogik heute nicht ganz anders? Die „Glattstellung" skandalöser biblischer Inhalte oder das Dilemma zwischen intellektueller Redlichkeit und Inhumanität 405

 

E. Resümee: Einige Gründe und Hintergründe der dargestellten Situation  (412)

a. Desinformation und Infantilisierung des religiösen Wissensstandes 413

b. Prämien für Kirchlichkeit 415

c. Informations- und Medienpolitik der Kirchen 416

d. Beeinflussung durch Assoziationstechniken statt argumentativer Begründung 417

e. Ein deutsches Wunder: Schaf frißt Wolf  (420)

f. Neokonservativer „Reflexionsstopp" im Rahmen funktionalistischer Religionsauffassung und „poststrukturalistischer" Vernunftkritik 424

g. Anthropologisch-entwicklungsgeschichtliche Faktoren und Unterwerfungstendenzen? 428

h. Folge: Verbreitete gesellschaftliche Unredlichkeit und Heuchelei und oberflächlich-undeutliche Religiosität 431

 

IV. Ein neues religiöses Paradigma?

A. Von Sinn und Notwendigkeit eines neuen religiösen Paradigmas und einer neuen Religionskritik  (439)

B. Vier Kriterien, denen jedes wirklich neue religiöse Paradigma genügen müßte, um auch für heutige aufgeklärt-wissende Menschen akzeptierbar zu sein  (441)

 

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Literatur  (448)

Personen- und Werkregister  (458)

Ein unerschrockener Aufklärer. Ein Nachruf von Michael Schmidt-Salomon (462)

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