Deborah Danowski

Eduardo de Castro

 

In welcher Welt leben? 

Ein Versuch über die Angst vor dem Ende

 

2014 bei Cultura e Barbárie

2019 bei Matthes und Seitz, Berlin

 

Lesebericht   Audio DLF 2019 

Deborah Danowski - Eduardo Viveiros de Castro - In welcher Welt leben?  - Ein Versuch über die Angst vor dem Ende

2014     180 Seiten

wikipedia.Castro  *1951 in Rio

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Nachwort von Ulrich van Loyen

Aus dem brasilianischen Portugiesisch von Clemens und Ulrich van Loyen

Há Mundo Por Vir? Ensaio Sobre os Medos e os Fins

 

Verlag / Klappentext

 

Die Vorstellungen vom Ende der Welt sind so vielfältig und zahlreich wie ihre Kulturen.

Von der Sintflut über nukleare Katastrophen bis zur Vernichtung der Menschheit durch ein Supervirus reichen die Fantasien, die nicht nur die Science-Fiction durchziehen, sondern auch ganze Philosophien und Religionen begründen. 

Die Philosophin Deborah Danowski und der Ethnologe Eduardo Viveiros de Castro beleuchten in diesem Buch die wichtigsten und verbreitetsten Variationen des Themas vom Ende der Welt vor dem Hintergrund der globalen Umweltkrisen im Anthropozän.

Die gegenwärtigen Katastrophenszenarien sind zumeist auch Gedankenexperimente über den drohenden Niedergang der westlichen Zivilisation. Es wird klar: Das Ende der Welt muss nicht gleich das Ende aller Zeiten bedeuten. 

In diesem in viele Sprachen übersetzten Essay ziehen die beiden Autoren eine Bilanz aus den Enden der Welt, um aus ihnen weitreichende philosophische, ökologische und anthropologische Schlussfolgerungen für die politische Praxis zu schöpfen.

Ein wichtiges Buch für unsere Zeit, ein Buch, das Hoffnung macht.

Es wird klar: Das Ende der Welt muss nicht gleich das Ende aller Zeiten bedeuten.

 

 

Inhalt  Inhalt.pdf

 

Und welche gewalttätige Bestie ...(7)

Metaphysik und Mythophysik (12)

 

... da die Zeit gekommen ...(14)

Gaia und anthropos (14)  Die Perspektive des Weltendes (28)

 

... Kriecht nach Bethlehem, um geboren zu werden? (33)

Die Welt vor uns (33)   Die Welt nach uns( 35)

 

Außerhalb des Denkens oder Der Tod des Anderen  (39)

Ein bestimmtes Volk ohne Welt der unmittelbaren Vergangenheit (39)

Das thanatologische Argument (42)

»Niemand wird das Fehlen bemerken« (49)

 

Am Ende allein  (55)

Ceci n’est pas un monde (55)

Nach der Zukunft: Das Ende als Anfang (60)

Das Große Drinnen: Die spekulative Höhlenkunde von Gabriel Tarde (74)

 

Eine Welt aus Menschen 79

Das Ende der Verwandlungen oder das erste Anthropozän 80

Anthropomorphismus gegen Anthropozentrismus 88

Das Ende der Welt der Indios 94

 

Menschen und Erdverbundene im Krieg von Gaia 101

Die unmögliche Spezies 102

Das Ende der Welt als fraktales Ereignis 121

 

Die Welt in der Schwebe 138

An die Welt glauben 150

 

Danksagung und Postscriptum 155

Ulrich van Loyen: Nachwort 158

 

Anmerkungen 162     Literaturverzeichnis 176 

 

 

 

 

Leseberichte

 

 

 

 

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sueddeutsche   Apokalypse  

 

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10. Juli 2019

Nimmt alle anderen Gründe für einen Weltuntergang in sich auf - die Klimakatastrophe.

  • Die Philosphin Deborah Danowski und der Ethnologe Eduardo Viverios de Castro erläutern in ihrem Buch "In welcher Welt leben" Varianten des Weltuntergangs.

  • Der Anfang vom Ende, so die Annahme der beiden Apokalyptiker, sei die Gegenübersetzung von "Mensch" und "Natur" mit der Entstehung der modernen Wissenschaften im 17. Jahrhundert gewesen.

  • In ihrem Werk, das von Antikapitalismus geprägt ist, benennen die beiden Autoren kalt und genau die wohl schlimmste Konsequenz des Klimawandels: die verschärfte Ungleichheit zwischen Arm und Reich.

Von Thomas Steinfeld

 


 

zu Süddeutsche Zeitung  2019

Rezensent Thomas Steinfeld ist bestens gerüstet für den Weltuntergang mit diesem Handbuch der brasilianischen Philosophin Deborah Danowski und dem Ethnologen Eduardo Viveiros. Die allgegenwärtige Klimakrise stets im Hinterkopf blickt der Kritiker hier mit den Autoren auf unterschiedliche Weltuntergangsvisionen: So lernt er etwa den "Akzelerationismus" kennen, dessen Anhänger glauben, die Welt lasse sich durch eine technische Perfektionierung des Kapitalismus retten, begegnet hier aber natürlich auch der Lehre vom Anthropozän, also der Idee, mit der Gegenüberstellung von "Mensch und Natur" habe das Ende der Welt bereits begonnen.

Überzeugend können die Autoren dem Rezensenten auch die Thunberg'sche Beschwörung einer geschlossen am Gemeinwohl interessierten Menschheit widerlegen.

Ihrer [der Autoren] Idee eines "Anthropomorphismus", der das Gegenüber von Mensch und Natur im Sinne einer "Erdverbundenheit" aufhebt, will sich der Kritiker allerdings auch nicht recht anschließen.

 


zu Dlf  2019

Hans von Trotha bewundert den Optimismus und das Reflexionsvermögen von Deborah Danowski und Eduardo Viveiros de Castro. Wie die Autoren in ihrem halb philosophischen, halb anthropologisch-ethnologischen, teils abstrakten, teils konkreten Essay zeitgenössische Vorstellungen und Diskurse von der Apokalypse präsentieren und zugleich nüchtern und engagiert gegen jede Form von Katastrophismus argumentieren, findet Trotha bemerkenswert. Nicht nur die indigenen Kosmologien Amerikas erscheinen dem Rezensenten dadurch in neuem Licht.

 


 

zu Frankfurter A.Z., 05.2019

Christian Schwägerl schätzt das Buch des Anthropologen Eduardo Viveiros de Castro und der Philosophin Deborah Danowski für seine optimistischen Denkfiguren aus der Welt der Indigenen. Mit Anthropomorphismus aus der Falle des Anthropozentrismus - das scheint Schwägerl bedenkenswert. So wenig leichtgängig er die akademisch gehaltene Studie findet, so sehr überrascht ihn ihr Ideenreichtum.

Ausgehend von der Vorstellung, nach der Apokalypse auf der Erde bleiben zu wollen, entwickeln die Autoren laut Rezensent mit großer analytischer Kraft und sachlicher Umsicht eine Apokalypsephilosophie in der Tradition eines Günther Anders.

 

 

 

 

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(Ordner)   www.detopia.de 

Deborah Danowski - Eduardo Viveiros de Castro - In welcher Welt leben?  - Ein Versuch über die Angst vor dem Ende