Werner Sombart

1902: Der moderne Kapitalismus 

1896: Sozialismus und soziale Bewegung im neunzehnten Jahrhundert

1911: Die Juden und das Wirtschaftsleben

1913: Luxus und Kapitalismus

1913: Der Bourgeois

1919: Sozialismus und soziale Bewegung 

1922: Liebe, Luxus und Kapitalismus  Über die Entstehung der  modernen Welt aus dem Geist der Verschwendung  

1927: Der moderne Kapitalismus. Historisch-systematische Darstellung des gesamteuropäischen Wirtschaftslebens von seinen Anfängen bis zur Gegenwart

1934: Deutscher Sozialismus

1938: Vom Menschen

Wikipedia.Autor  *1863 im Harz bis 1941 (78)

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geboren: 19.01.1863 in Ermsleben am Harz gestorben: 18.05.1941 in Berlin letzte Ruhestätte: Ehrengrab Waldfriedhof Dahlem Berlin - Hüttenweg 


Entstand der Kapitalismus aus dem Geist der Verschwendung? Meist ist von anderem die Rede: von protestantischer Ethik und der pfennigfuchsenden Sparsamkeit früher Unternehmer.

Werner Sombarts berühmte Studie beweist mit einer Fülle von Material etwas ganz anderes: Am Anfang stand eine tiefgreifende Wandlung im Verhältnis der Geschlechter – Liebe und Ehe traten auseinander. 

Die schräge Amoure betritt offen das Parkett der Gesellschaft, sie möchte gesehen werden, und dazu braucht es den Luxus. Der aber will produziert sein: Weniger der Geist ökonomischer Vernunft, denn der der Halbwelt setzte die große Industrie in Gang.

 


 

Werner Sombart studierte nach seiner Schulausbildung Wirtschaftswissenschaften, Philosophie und Geschichte an den Universitäten in Berlin, Pisa und Rom. Nach Abschluß des Studiums wirkte er von 1890 bis 1906 als Professor in Breslau, von 1906 bis 1917 an der Handelshochschule in Berlin und seit 1917 als Nachfolger Gustav Schmollers an der Universität Berlin. Bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1931 beschäftigte sich Sombart mit nationalökonomischen, soziologischen und philosophischen Fragestellungen. Sein besonderes Interesse galt der europäischen Wirtschaftsgeschichte und dem Verhältnis zwischen Kapitalismus und Sozialismus. Daneben war er bemüht, die Nationalökonomie als "verstehende Wissenschaft" zu interpretieren.

Seinem Werdegang entsprechend war die erste Auflage seines Werkes "Sozialismus und soziale Bewegung" (erschienen 1896) an marxistischen Leitlinien orientiert, die 10. und letzte Auflage von 1924 hingegen an entschieden Antimarxistischen. Eine geradlinige Hinwendung zum Antimarxisten ist bei Sombart allerdings nicht festzustellen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 definierte er die soziale Welt in dem Werk "Der deutsche Sozialismus" im nationalsozialistischen Sinn. Später wandte er sich jedoch vom Nationalsozialismus wieder ab. Sombart gehört zu den bekanntesten Wissenschaftlern Deutschlands. Seine Arbeiten fanden im In- und Ausland großen Anklang.

 

Bereits vor 90 Jahren beschäftigte sich Werner Sombart mit dem Phänomen, warum es in den USA keinen Sozialismus gibt. Sombart fand heraus, daß die politische Kultur der Vereinigten Staaten sich von den politischen Kulturen Europas, auch von denen mit langer demokratischer Tradition, erheblich unterscheidet: Die Aufteilung der politischen Parteien nach sozioökonomischen Klassen mit entsprechenden Programmen und Ideologien hat in Amerika nicht stattgefunden. Dort gibt es nur eine Partei, die der bürgerlichen Besitzenden, aufgeteilt in "Republikaner" und "Demokraten". Ursprünglich regional definiert, konkurrieren sie heute mittels Symbolen und Personen, nicht durch Programme.

 

 

Werner Sombart (1863 – 1941) war zu Lebzeiten einer der bedeutendsten deutschen Soziologen und Nationalökonomen – vielleicht sogar der bekannteste Sozialwissenschaftler Deutschlands.

Im Mittelpunkt des theoretischen und historischen Interesses Werner Sombarts steht neben dem Sozialismus vor allem die Erscheinung des Kapitalismus. 

Sombart interessiert Entstehung und Gestalt dieses Wirtschafts- und Sozialsystems, das er in seinem Hauptwerk „Der moderne Kapitalismus“ innerhalb eines breiten historischen, soziologischen und ökonomischen Ansatzes einer grundlegenden und umfassenden Kritik unterzieht.

Sombart sieht wirtschaftliche Entwicklung geprägt durch Epochen aufeinanderfolgender Wirtschaftssysteme. Deren Gestalt und Struktur sind für ihn nicht durch einen evolutionären Prozess gekennzeichnet, der sich auf Grundlage von menschlichem Eigeninteresse und rationalem Handeln organisiert. 

Merkmale der unterschiedlichen Wirtschaftssysteme seien vielmehr grundlegende geistige Orientierungen und Strömungen. Für Sombart sind es der Wille und der „Geist“ der Menschen, die den bisherigen Wirtschaftssystemen ihre jeweilige organisatorische Ausprägung verliehen haben. 

Seiner Auffassung nach kennzeichnet das System des Kapitalismus unter anderem das rationalistische Profitstreben des „homo oeconomicus“ - verbunden mit einer Vernachlässigung gemeinschaftlicher Werte und menschlicher Interaktion. 

Werner Sombart versucht nicht nur, die Genese des Kapitalismus historisch und theoretisch zu erklären und die Grundelemente dieses Wirtschaftssystems in einer einheitlichen Theorie zu fassen, sondern auch Thesen zur zukünftigen Entwicklung des Kapitalismus zu geben

Sombart vermutet, dass die Vorherrschaft des Kapitalismus abgelöst und das zukünftige ökonomische System durch nichtkapitalistische Elemente ergänzt werde. Er sagt eine Zunahme der Planbarkeit der Wirtschaft voraus und fragt nach Möglichkeiten aktiver, normativer Wirtschaftsgestaltung durch den Staat, ohne jedoch Privateigentum und freien Wettbewerb abschaffen zu wollen.

„Sein Werk wird Generationen überdauern“ schrieb 1927 ein Rezensent über die Arbeit Werner Sombarts. Bereits zu dessen Lebzeiten wurde jedoch seine fachliche Reputation immer wieder angegriffen, seine Arbeiten kritisiert oder abgelehnt. Seit den dreißiger Jahren schwand das wissenschaftliche Interesse an Sombarts Werk fast vollständig – unter anderem Folge des Vorwurfs methodischer Mängel, Reaktion auf seine empirisch im Laufe des 20. Jahrhunderts widerlegte Kritik an Liberalismus und Kapitalismus und ihm nachgesagte Verbindungen zum Nationalsozialismus. 

Erst seit dem letzten Jahrzehnt erhalten die Positionen Werner Sombart wieder erhöhte Aufmerksamkeit in der wissenschaftlichen Diskussion.

Die Frage nach Relevanz und Auswirkungen des Werkes Werner Sombarts für die moderne Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie bildet daher den Hintergrund des folgenden Referates. Nach einem Überblick über Sombarts wissenschaftliche Biographie steht die Vorstellung seines Hauptwerkes „Der moderne Kapitalismus“ im Mittelpunkt. Das Referat fragt nach Sombarts Sichtweise des kapitalistischen Systems und seiner Entstehungsgeschichte. Anschließend an Empfehlungen und Prognosen über die zukünftige Entwicklung des Kapitalismus schließt das Referat mit Thesen über die aktuelle Bedeutung Sombarts für die Diskussion der heutigen Wirtschafts- und Gesellschaftsverfassung.

Literatur:

  • Appel, Michael (1992): Werner Sombart – Theoretiker und Historiker des modernen Kapitalismus, Marburg

  • Backhaus, Jürgen (2000): Werner Sombart (1863-1941) – Klassiker der Sozialwissenschaften, Marburg

  • Groß, Gustav-Adolf (1931): Die wirtschaftstheoretischen Grundlagen des „Modernen Kapitalismus“ von Sombart, Jena

  • Lenger, Friedrich (1994): Werner Sombart – 1863-1941 – eine Biographie, München

  • Sombart, Werner (1987): Der moderne Kapitalismus (3 Bände), München 

 

 

 

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