Hans Liebmann

Prof. Dr. Dr. h. c. 

Ein Planet wird unbewohnbar

Ein Sündenregister der Menschheit

von der Antike bis zur Gegenwart 

 

1973 im Piper-Verlag

Prof. Dr. h.c. Hans Liebmann (1973) Ein Planet wird unbewohnbar - Ein Sündenregister der Menschheit von der Antike bis zur Gegenwart 

1973    232 (240) Seiten 

*1910 in Leipzig bis 1973 (63)

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Klappentext:

Die Forschung auf dem Gebiet des Umweltschutzes zeigt eine stürmische Entwicklung: Was bis vor kurzem noch beiseite geschoben wurde, zwingt nunmehr zu drastischen Warnrufen: Nur gemeinsame, weltweit kontrollierte Aktionen vermögen ein Überleben der Menschheit auf dem Planeten Erde zu gewährleisten.

Um die Umweltschäden von heute zu erkennen, muß man die Umweltschäden von »gestern und vorgestern« studiert haben. Aus Antike und Mittelalter lassen sich wichtige Erkenntnisse gewinnen, die für den modernen Menschen von Bedeutung sind: Zum ersten Mal werden in diesem Buch - wissenschaftlich fundiert - frühere Kulturperioden unter dem Aspekt der Ökologie eindringlich untersucht. 

Reichhaltiges dokumentarisches Fotomaterial bekräftigt die These des Autors, daß der Umweltschutz keine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, sondern seit jeher die Menschheit zum Zweikampf mit der Natur herausgefordert hat.

Hans Liebmann, Zoologe, Parasitologe und Hydrobiologe von internationalem Rang, begnügt sich nicht mit der Darstellung von Fragmenten der aktuellen Problematik des Umweltschutzes, sondern behandelt, die wichtigsten Stationen knapp umreißend, die wissenschaftlichen und industriellen Möglichkeiten, die ein Ausweg aus dem drohenden Untergang menschlichen Lebens sein können.  

Liebmann will »weder zu pessimistisch noch zu harmlos die Umweltsituation der Menschheit in Vergangenheit und Zukunft sehen, sondern dazu beitragen, realistisch die zwingende Notwendigkeit zu erkennen, jetzt zu handeln«.

 

Inhalt     Inhaltsverz. in pdf 

Vorwort von H.Liebmann (9) 

Einleitung: Es begann vor 36 Jahren (13)

 

Literatur-verzeichnis (233)

Verzeichnis der Bildquellen (240)

 

 

Der Autor: 

1910 geboren in Leipzig, Studium der Zoologie, Botanik, Chemie und Bakteriologie an den Universitäten Jena und Leipzig; 

1935 Dr. phil.; 1938 Dr. phil. habil. an der Universität München;

1950 Professor für Allgemeine Zoologie und Hydrobiologie in München; 

seit 1954 Ordinarius für Zoologie, Parasitologie und Hydrobiologie - Vorstand der <Bayerischen Biologischen Versuchsanstalt> und des Zoologisch-Parasitologischen Instituts der Universität München; 

1968 Dr. h. c.

 

Vorstandsmitglied zahlreicher Organisationen, u.a. der Abwassertechnischen Vereinigung und der Vereinigung Deutscher Gewässerschutz;

Autor und Herausgeber zahl­reicher wissenschaftlicher Veröffentlichungen, u.a. Hand­buch der Frischwasser- und Abwasserbiologie; »Münchner Beiträge zur Abwasser-, Fischerei- und Fluß­biologie«, Zeitschrift für Wasser- und Abwasser­forschung. 

Die Bayerische Biologische Versuchsanstalt ist seit 1971 eine der drei Landeszentralbehörden des Bayerischen Staats­ministeriums für Landesentwicklung und Umwelt­fragen, München. 

Teil 1  Auf dem Wege in die Umweltkatastrophe  (29) 

1. Unsere gute alte Erde  (29)  

2. Oh, du armer, schöner Wald  (34)

3. Die Verschiebung des biologischen Gleichgewichtes, ein Alarmzeichen in der Natur  (40)

4. Bevölkerungsexplosion  (52)

5. Gefahren der Verschmutzung des Lebensraumes zu Lande, zu Wasser und in der Luft  (55) 

 

Teil 2   Die Umwelt in der Antike  (97)  

1. Die ersten Gesetze der Menschen waren Wassergesetze  (102) 

2. Heilige Wasser aus Tempeln  (121)  

3. Reines Wasser macht klug  (133) 

4. Wasseramulette  (138)  

5. cloaca maxima  (147)

6. Erde ohne Baumschutz  (150)  

7. Hygiene in der Antike  (154)

8. Die Mayas sind im Regen-Urwald verdurstet  (163) 

9. Fehler des Umweltschutzes in der Antike  (174)

 

Teil 3   Die Umwelt im Mittelalter   (177) 

1. Unrat auf ungepflasterten Straßen  (178)

2. Ziehbrunnen und Badestuben  (186)

3. Die Ratten  (192)  

4. Pest, Cholera und Pocken  (194)

 

Teil 4  Auswege aus der Umweltkatastrophe  (197)  

1. Steuerung des Bevölkerungswachstums  (198) 

2. Geordnete Abfallbeseitigung  (200) 

3. Standardwerte für Höchstbelastungen bei Gewässerverunreinigungen  (204)

4. Internationale Meeresschutz-Konvention  (209) 

5. Standortungebundene Atomkraftwerke  (213)  

6. Höchstdosen an Staub und Gift bei Luftverschmutzung  (216) 

7. Geräuscharme Maschinen  (222)  

8. Giftfreie Nahrung  (223)  

9. Erholungslandschaft  (224)

10. Ökologie und Ökonomie - ein Balance-Kunststück  (227)  

 

 

Eine Rezension von Lothar Schulze

ehemals Zwickau, zukunft-frieden-schulze.de 

 

Der leider kurz vor dem Erscheinen seines Buches verstorbene Verfasser war Hydrobiologe. Verständlicherweise bekommt somit auch das Wasserproblem eine zentrale Stellung in diesem Werk, das sich in leichtverständlicher Weise an jeden wendet. Die Einleitung sagt deutlich, worauf es dem Verfasser ankommt: "Um die Umweltschäden von heute zu erkennen muß man die Umweltschäden von gestern und vorgestern studiert haben".

Während aber früher die Völker aus den von ihnen selbst zerstörten Landstrichen auswandern konnten, ist das heute nicht mehr möglich: "Die Völkerwanderung' muß deshalb ersetzt werden durch eine Geisteswandlung .... Allerdings war es leichter, eine Ächtung der Atombombe zu erreichen, als eine Ächtung der Umweltverschmutzung zu Lande, zu Wasser und in der Luft durchsetzen." 

In diesem Buch wird u.a. die Empfindlichkeit des biologischen Gleichgewichts gezeigt, wobei der Verfasser viele, teilweise farbige, Schemazeichnungen und viele Fotografien verwendet. Das Prinzip der "Selbstreinigung" der Gewässer wird erklärt und die Faktoren dargestellt, durch die sie verhindert wird. Anhand eines Schemas des Wasserkreislaufes, bezogen auf das Gebiet der Bundesrepublik (S. 57), wird erläutert, daß wir uns die Verschwendung von hygienisch einwandfreiem Trinkwasser für viele andere Zwecke eigentlich gar nicht leisten können.

Es ist unmöglich, hier auf all das wertvolle Zahlenmaterial und die Informationen einzugehen, die dieses reichbebilderte Buch bietet. Wer weiß z.B., daß ein Doppelzentner Getreide zum Wachstum die 55fache Menge seines eigenen Gewichtes an Wasser bedarf? usw.

Das Kapitel <Auf dem Wege in die Umweltkatastrophe> dürfte manchen Zweckoptimismus beträchtlich dämpfen; denn es wird dargestellt, daß nicht nur Flüsse und Seen, sondern auch das Meer in Gefahr gerät, aus dem biologischen Gleichgewicht zu kommen.

Natürlich ist es nicht nur das verschmutzte Wasser, das die Existenz des Menschen bedroht. Deshalb finden sich auch Angaben über den Müll, die Luftverschmutzung, den Lärm und das Gift, das Schädlinge bekämpfen soll, dabei aber das Leben des Menschen ebenfalls gefährdet.

Der Verfasser hat die alten Kulturen des Mittelmeerraumes gründlich studiert und zeigt anhand vieler Beispiele und Bilder, daß man sich damals des Wertes von gutem Wasser wohl bewußt war. Es wurde viel Aufwand getrieben, um in trockenen Gebieten auch den Tau zur Wasserversorgung nutzen zu können. Quellwasser wurde durch lange Rohrleitungen und Aquädukte herangeführt. Was man allerdings damals nicht erkannte, war die Bedeutung des Waldes für den Wasserhaushalt. Das führte zu katastrophalen Folgen, die bis heute noch nicht beseitigt sind. Durch den Raubbau am Wald wird die Humusdecke fortgeschwemmt, was die Verkarstung der Gebirge nach sich zieht. 

In einem weiteren Kapitel zeigt der Verfasser, wie im Mittelalter durch die Mißachtung der wichtigsten hygienischen Grundsätze das Leben in den Städten erheblich ungesunder wurde. Seuchen großen Ausmaßes waren damals die Regel, während sie im Altertum unbekannt waren. An vielen Beispielen wird klar, daß die Fehler von früher und heute gar nicht so unterschiedlich sind. Die Folgen können jetzt aber erheblich schlimmer werden.

Der Verfasser ist kein Pessimist. So versucht er im letzten Kapitel, Auswege aus der Umweltkatastrophe zu zeigen, wobei er als wichtigsten Ansatzpunkt die Steuerung des Bevölkerungs­wachstums sieht. Die Natur leistet zur Erhaltung der Lebensbedingungen weit mehr, als der Mensch mit technischen Anlagen zu schaffen in der Lage ist.

Sie kann es aber nur, wenn hinreichend viele und hinreichend große Flächen einer natürlichen Landschaft übrigbleiben, und wenn der Mensch selbst darauf achtet, daß die Lebewesen, die für das Gleichgewicht in der Natur sorgen, nicht durch unsere Abfälle vergiftet werden.

Ein nützliches Buch zum Umweltproblem und hochinteressant, besonders für die Leser, die etwas über die geschichtlichen Entwicklungen wissen wollen. 

 

 

 

 

 

 

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