Jürgen Fuchs 

Wir danken Lilo Fuchs für ihre Unterstützung
dieser Seite, vermittelt durch Utz Rachowski. 

Zum 10. Todestag von Jürgen Fuchs - Neuauflage der 
"Vernehmungsprotokolle" - ergänzt mit den tatsächlichen 
Vernehmungsprotokollen! 

 

Audio: 

Jürgen Fuchs liest über "Kadergewinnung" an Schulen 

"Die Farben des Jürgen Fuchs" (in derJugend)   v. U. Rach.

Lutz Rathenow 2009   +  Udo Scheer 2009    

Wikipedia.Autor  *1950 in Reichenbach bis 1999 (48)

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Bücher von Jürgen Fuchs:

 

Über Jürgen Fuchs:  

 

Weitere Weblinks

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Internationales Jürgen-Fuchs-Symposium in Jena am 8.12.2000 

Grußwort zur Eröffnung, Dr. Michael Krapp, Kultusminister, Thüringen

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist mir eine große Ehre und Freunde, heute hier zur Eröffnung des internationalen Symposiums zu Werk und Wirken von Jürgen Fuchs zu Ihnen zu sprechen. Ich darf Ihnen auch die besten Grüße und Wünsche des Thüringer Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel für einen produktiven Verlauf dieser wichtigen Tagung überbringen.

Ich selbst habe mich in den letzten Monaten intensiv mit Leben und Werk des Schriftstellers, Bürgerrechtlers und Aufklärers Jürgen Fuchs beschäftigt. Es ist wichtig, dass wir sein Denken, also das Denken eines ebenso engagierten wie couragierten Intellektuellen und Schriftstellers, weiter wach und uns gegenwärtig halten. Das ist wichtig für das Gedächtnis an Jürgen Fuchs selbst. Es ist wichtig für seine Familie, seine Freunde und Mitstreiter, und es ist wichtig für uns und die politische Kultur unseres Landes.

Sowohl in Zeiten der schmerzlich vermißten, als auch der endlich gelebten Demokratie sah Jürgen Fuchs in ihr eines der kostbarsten Güter. Er hielt sie immer für "tendenziell gefährdet", wie er noch 1998 bekannte. Er erkannte sehr früh, daß obsolete DDR-Nostalgie und jugendlicher Rechtsextremismus eine für unser Land schädliche Zweckgemeinschaft eingehen.

Jürgen Fuchs beklagte das "Erfahrungsdefizit" hinsichtlich des Umgangs mit der Demokratie in den "neuen Ländern". Zu Recht plädierte er immer wieder dafür, dass sich Literatur und Publizistik "dieser Auseinandersetzung stellen" sollten. Und zu Recht verlangte er eine "Mutprobe gegen die totalitären Versuchungen, auch in uns". Ihm lag am Schutz der Demokratie, einerseits durch die Einbeziehung aller, aber eben auch durch das offene Streitgespräch, um die Positionen zu klären und öffentlich zu machen. Jürgen Fuchs war kein Anhänger der faulen Kompromisse oder des Konsenses um jeden Preis.

Ungemein wichtig war ihm auch der Erhalt authentischer Orte des Erinnerns. Hier, so sagte er, "schärft sich der Blick“ auf das "Gewordensein“. Er mußte auch erkennen, dass diese Orte des Erinnerns "umkämpft sind". Denn manchen geht es darum, die Erinnerung auszulöschen, "das Störende wegzumachen". Für Jürgen Fuchs dagegen war es "außerordentlich wichtig, gerade dieses stehenzulassen und nicht zu schmücken, umzurüsten". Denn wenn etwas abgerissen und abgeräumt ist, dann ist die Vergangenheit schon fast ausgelöscht, dann ist die Vergangenheit schon nicht mehr nachvollziehbar.

Deshalb empörte Jürgen Fuchs sich zu Recht, wenn die Forderung nach authentischen Gedenkorten "als irgendwelches Gerede" und "phantastische Geschichten eines Schriftstellers" abgetan wurde. Das sage ich heute auch angesichts des immer noch nicht gesicherten Torhauses der Stasi-U-Haft in Gera – ein Ort, in dem Matthias Domaschk, ein Freund von Jürgen Fuchs, auf bis heute ungeklärte Weise zu Tode kam.

Das Werk von Jürgen Fuchs enthält auch heute viele wichtige Botschaften für uns. Deshalb empfehle ich ausdrücklich, daß etwa der Lyrik-Band "Schriftprobe" an Thüringer Regelschulen und Gymnasien gelesen wird.   ...

 

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