Aldous Huxley

 

Wiedersehen
mit der
Schönen Neuen Welt

 

Brave New World Revisited 

Die brave neue Welt - erneut besucht

Dreißig Jahre danach

Ein Sachbuch

Brave New World Revisited -- Wiedersehen mit der Schönen neuen Welt -- Dreissig Jahre danach  -- Von Aldous Huxley

1958     128 Seiten  (*1894)

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Buckminster Fuller

Neil.Postman.1985

 

Inhalt 

 

 Vorwort  (7)

 

1959 by Chatto, London 

ab 1960 bei Piper  

 

In der Übersetzung von Herbert Herlitschka 

wikipedia Herberth Herlitschka  (1893-1970)

 

 

 

 

 Aldous Huxley :  Revisited:  Schöne Neue Welt    (1959)      -

 

Umschlag 1987: F. Luci

unter Verwendung des Environments

»Alice, ihre Musik und Gedichte hörend« (1970)

von G. Segal (Staatsgalerie München)

 

 

 

 

 Übervölkerung   (9)

 2  Quantität, Qualität, Moralität (21)

 3  Überorganisierung   (24)

 4  Propaganda in einer Demokratie (36)

 5  Propaganda unter einer Diktatur (44)

 6  Die Kunst des Verkaufens   (53) 

 7  Gehirnwäsche   (64)  Pawlow 

 8  Chemische Beeinflussung   (75) 

 9  Unbewußte Beeinflussung   (84) 

10  Hypnopädie   (92) 

11  Erziehung zur Freiheit   (104) 

12  Was lässt sich tun?   (116-128)

 

 


 

*(d-2010:) In meinem DDR-Dictionary steht "brav" als Üb. für "brave" geschrieben; in anderen Quellen aber, daß man "brave" gerade nicht mit "brav" übersetzen kann. 
brave liegt aber weiter von "schön" entfernt als von "rechtschaffend" - nach dem lesen des buches würde ich übersetzen: die wohlgeordnete neue welt. oder eben auch, wie schon früher übersetzt, als die wackere neue welt. 

 


Verlagstext:

Dreißig Jahre danach oder Wiedersehen mit der Wackeren Neuen Welt.

 

Siebenundzwanzig Jahre nach dem Erscheinen seines weltberühmt gewordenen Romans »Schöne neue Welt«, einer ironisch-satirischen Zukunfts­vision, mißt Aldous Huxley die Utopien von damals an der Realität der Gegenwart, und er kommt zu dem Schluß, daß viele seiner Voraussagen bereits Tatsachen geworden sind. 

Die Anonymität der Verwaltungsapparate (auch in den westlichen Demokratien), tiefenpsychologische Methoden der politischen Propaganda und der gewaltlosen Manipulation sowie die Allgegenwart der Massenmedien bedrohen unmerklich Individualität und persönliche Freiheit des Menschen.

Dieser große Essay ist bis heute aktuell geblieben, denn die Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat deutlich werden lassen, daß für die westlichen Demokratien in der Verwirklichung der Huxleyschen Negativutopie die weit größere Gefahr liegt als in der Orwells.

 


 

Nichts an Aktualität eingebüsst 

1999 Von Ein Kunde 

Mit seinem Ende der 50er Jahre geschriebenen Essay in Anlehnung an sein berühmtes Werk "Schöne neue Welt" zeigt Huxley (antidemokratische) Tendenzen in den europäischen Demokratien auf, welche Orwells anti-utopische Gedanken noch übertreffen und bedauerlicherweise drohen, tatsächlich einzutreten. Bezeichnend ist Huxleys Ausspruch in diesem Buch: "Wir leben im Zeitalter der Fernsehsüchtigen, der Seifenopern und des Disc-Jockeys", wohlbemerkt in den 50er Jahren geschrieben! Dieses Buch sollte Pflichtlektüre im Englisch-Schulunterricht sein und sollte wachsam machen vor Konsumterror, Nationalismus und Totalitarismus. 

 


 

 

 

 

 

 

 

  

Vorwort   

von Aldous Huxley 1958 

7

Des Witzes Seele kann zur leibhaftigen Unwahrheit werden. So elegant und einprägsam Kürze auch sein mag, kann sie naturgemäß nie allen Gegebenheiten eines vielfältigen Sachverhalts gerecht werden. Einen solchen vermag man nur im Weglassen und Vereinfachen kurz zu fassen.

Weglassungen und Vereinfach­ungen helfen uns, zu verstehen — aber in vielen Fällen das Falsche; denn was wir erfassen, sind vielleicht nur die säuberlich formulierten Vorstellungen des Vereinfachers, nicht die ganze, vielverzweigte Wirklichkeit, der diese Vorstellungen so willkürlich entnommen sind.

Doch das Leben ist kurz und des Lernens kein Ende: Niemand hat Zeit für alles. In der Praxis sind wir gewöhnlich gezwungen, zwischen einer ungebührlich kurzen oder dem Verzicht auf jegliche Darlegung zu wählen. Die Verkürzung ist also ein notwendiges Übel, und Aufgabe des »Kürzenden« ist es, so gut er kann, mit einer Arbeit fertig zu werden, welche, wenn auch an sich schlecht, doch besser ist als nichts. Er muß lernen, zu vereinfachen, ohne zu verfälschen. Er muß lernen, sich auf das Wesentliche eines Sachverhalts zu konzentrieren, ohne zu viele die Wirklichkeit näher bestimmende Nebenumstände unbeachtet zu lassen. 

Auf diese Weise gelingt es ihm vielleicht, zwar nicht die volle Wahrheit (denn die volle Wahrheit über irgendeinen wichtigen Gegenstand ist unvereinbar mit Kürze), aber beträchtlich mehr zu sagen als die gefährlichen Viertel- und Halbwahrheiten, welche immer die gängige Münze des Denkens waren.

Das Thema der <Freiheit und ihrer Feinde> ist unerschöpflich, und was ich hier geschrieben habe, ist sicherlich zu kurz, um ihm gerecht zu werden, aber ich habe wenigstens viele Seiten des Problems berührt. Jede dieser Seiten ist in der Darlegung vielleicht ein wenig zu sehr vereinfacht worden; diese aufeinander­folgenden übermäßigen Vereinfachungen summieren sich jedoch zu einem Bild, welches, wie ich hoffe, eine Andeutung des Ausmaßes und der Vielfältigkeit der Sache selbst vermittelt.

Nicht berücksichtigt in diesem Bild — nicht weil sie unwichtig wären, sondern bloß aus Bequemlichkeit und weil ich sie bei früheren Gelegenheiten erörterte — sind die mechanischen und militärischen Feinde der Freiheit — die Waffen und Werkzeuge, welche die Macht der Weltbeherrscher über ihre Untertanen so außerordentlich verstärkt haben, und die immer ruinöseren kostspieligen Vorbereitungen für immer sinnlosere und selbstmörderischere Kriege. 

Beim Lesen der folgenden Kapitel sollte man sich als Hintergrund den ungarischen Aufstand und seine Niederschlagung denken, die Wasser­stoff­bomben, die Kosten dessen, was jede Nation <Verteidigung> nennt, und jene endlosen Kolonnen uniformierter junger Männer, weißer, schwarzer, brauner und gelber Hautfarbe, die gehorsam dem gemeinsamen Massengrab entgegenmarschieren.

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