Donald Widener

 Kein Platz für Menschen 

 Der programmierte Selbstmord 

 

Fahrplan in die Katastrophe, Timetable for disaster, The Slow Guillontine

 

1970 bei Nash Publishing, Los Angeles, Vorwort von Jack Lemmon

1971 bei Goverts, Stuttgart, Übersetzung und Vorwort von Richard Kaufmann.

1971 bei Büchergilde 1972 im Fischertaschenbuch

Don (Donald) Widener - Kein Platz für Menschen - Der programmierte Selbstmord # "Timetable for disaster" (Zeitplan für die Katastrophe)

1970   216 Seiten

encyclopedia.com  widener-donald-1930-2003
*1930 in Kalifornien bis 2003 (73)

DNB.Buch

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detopia:

Ökobuch  

Planetenfilm    W.htm  

Sterbejahr   1970-Buch  

 

 

Sachbuch über globale

Umweltprobleme am Beispiel der USA

 

 

Widmung: Veda, Jeff und Chris

für ihre Geduld mit mir

 

 

 

 

 

 

Google.Buch

 

 

 

 

 

 

detopia    Carson-1962   Commoner-1971    Grzimek-1971   HansReimer-1971   Taylor-1970   Taylor-1975   Richard.North.1986 


Rücktext  -  Am Beispiel der USA stellt der Autor die globale Katastrophe der Umweltzerstörung und -vergiftung dar. Er verwertet Materialen seiner mehrfach preisgekrönten Fernsehdokumentation -The Slow Guillontine-.


Das Buch ist die Fortsetzung des Dokumentarfilmes The slow Guillotine - Die langsame Guillotine


detopia-2019:

Ich stimme dem Rezensenten aus Basel zu (unten)), nämlich, dass die Übersetzung flapsig-schnellsprachlich wirkt. Aber für die detopische Zwecke der rückblickenden Sichtung der Warnungen spielt das keine Rolle. Vom 'kaufmännischen' Vorwort bin ich jedoch angetan (er kann also ordentlich, wenn er will).


Inhalt      Volltext 1972 Fischer-TB pdf 

 

Vorwort von Richard Kaufmann  (9)

1)  DDT - Der wohlwollende Henker (17)

2)  Seesterne statt Sardinen - Die Angst wächst (37)

3)  Smog - Der tödliche Schleier (49)

4)  Lauf! Lauf! - Der Himmel stürzt ein! (61)

5)  Abgestorbene Wälder - Wissenschaftler als Totengräber (73)

6)  Abgase - Die Lobby der Autoindustrie (85)

7)  Dr. Farbers »Muffler« - Der Auspuff als Entgifter (95)

8)  Blei - Ein Fluch aus der Antike kehrt zurück (109)

9)  H2O und andere Unbekannte (127)

10) Der Eriesee oder die Kloake von Amerika (143)

11) Mißbrauchte Flüsse - Tote Katzen und Entendreck (157)

12) Luftfahrt - Düsen statt Alligatoren (171)

13) Ringsum Dreck - Die Guillotine wartet (193)

14) Fahrplan in den Untergang - Kein Platz für Menschen (209)

 


Der Autor 

Don Widener, Kalifornier, ist Journalist und Publizist.

Die Fernsehdokumentation ›The Slow Guillotine‹, die diesem Buch zugrunde liegt, hatte in den USA einen sensationellen Erfolg und wurde mit fünf Filmpreisen ausgezeichnet.

 


Über dieses Buch 

 

Zu den zentralen Fragen unserer Zeit gehört die, inwiefern der technologische Fortschritt und die Gleichsetzung von Fortschritt mit technischer ›Machbarkeit‹ die natürlichen Grundlagen der menschlichen Existenz bedroht.

Die Umweltschäden in der Biosphäre, der Hydrosphäre und der Atmosphäre haben vielerorts irreparable Ausmaße angenommen.

Zu den aufrüttelndsten Umweltbüchern seit Rachel Carsons ›Der stumme Frühling‹ gehört der vorliegende Band Don Wideners, der die bedauerliche Tatsache nachweist, daß seit Mrs. Carson auf dem Gebiet des Umweltschutzes so gut wie nichts besser, eher vieles schlimmer wurde.

Fotos – zum Teil aus dem Ruhrgebiet – beweisen, daß das brillant und sarkastisch dargestellte US-Material auch in Europa zu finden wäre. 

 


 

Film 1970

Umweltfilm von Don Widener / mit Jack Lemmon

 

The Slow Guillotine / Timetable für Desaster

 

youtube.com/watch?v=jYIyLQqlveQ   51 min 

 

Jack Lemmon is narrating this 1970 film produced and written by environmental filmmaker Don Widener about the damage being done to our environment. Scenes of severe and seemingly irreparable damage from pollution in multiple locations throughout the United States.

 


 

Buchtext im Volltext

https://epdf.pub/kein-platz-fr-menschen-der-programmierte-selbstmord.html  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lesebericht    1971

muellerscience.com/WIRTSCHAFT/Umwelt/Widener_Reimer.htm  

Erschienen in den Basler Nachrichten, 19. Mai 1971

 

 

Richard Kaufmann leitet die von ihm wenig überzeugend geleistete Übersetzung aus dem Amerikanischen mit dem Hinweis auf die menschliche Dummheit, die wirtschaftlich-politische Verflechtung und die Tatsache ein, dass "alle Errungenschaften Nordamerikas mit einem Verzug von drei bis sieben Jahren bei uns einzutreffen pflegen" - auch die ökologische Krise.  

Don Widener berichtet mit viel Humor - Galgenhumor? -, wie Rachel Carson, die Vorkämpferin gegen DDT und Pestizide, als verrücktes altes Mädchen und "Vogelbeobachterin" abgestempelt wurde - von der "chemisch-landwirtschaftlichen Bruderschaft", also dem Gespann Shell-Chemie/Landwirtschafts­ministerium.  

DDT hat keine einzige Schädlingsart radikal ausgelöscht, dafür 150 Arten immunisiert; seine Rückstände reichern sich in den verschiedensten Lebensmitteln, in Phytoplankton, Fischen und Vögeln an, dezimieren Fischschwärme und fördern durch Vernichtung der natürlichen Räuber der Seestern-Eier die explosionsartige Zunahme der "Dornenkronen", welche sich von Korallenriffen ernähren.  

(Unterdessen wurde der Gebrauch von DDT in Kanada, Zypern, Skandinavien, Ungarn, Norwegen, Japan, der BRD und – bald auch - in der Schweiz verboten; in den USA - ausser in einigen Bundesstaaten - ist das noch lange nicht vorgesehen.)  

 

„Wir. Die sauberen Amerikaner.“ 

 

Noch in den USA glauben viele Städte, dass es "Smog bei uns nicht geben kann". Kinderglaube nennt das Widener. Erkrankungen und Tod an Lungenemphysemen nehmen zu, keine Überraschung, wenn schon Bäume (z.B. die Ponderosa-Pinien in den San Bernardino-Bergen) absterben und Mäuse eine geringere Lebensdauer im Smog haben. 

Doch in Kalifornien scheint das nur wenige zu kümmern, obwohl die finanziellen Verluste der durch die Luftverschmutzung geschädigten Zitrusbäume und Zierpflanzen in diesem Staat auf eine Milliarde Franken jährlich beziffert werden. Einen Schaden von fast 50 Milliarden Franken "hat der Smog innerhalb der letzten 20 Jahre in Südkalifornien angerichtet ... Nur ein Schweizer Bankier kann solche riesigen Summen überhaupt begreifen."  

 

Geradezu toll sind die Machenschaften und Absprachen der Automobilindustrie: Ausschaltung des freien Wettbewerbs bei der Erforschung und Entwicklung von Abgas-Reinigungsanlagen und von 1961 an ständige Hinausschiebung der Installation von solchen sowie Unterdrückung der Öffentlichkeitsarbeit in diesen Fragen.

1968 wurden die Luftdüsen im Vergaser bei Chevrolet vergrössert, um mehr Luft in die Zylinder zu lassen und die luftverschmutzenden Partikel im Auspuff zu verringern - das lässt dafür den Anteil an Stickoxid um das Zwei- bis Dreifache steigen. (Der neueste Slogan: „Wir. Die sauberen Amerikaner.“)  

 

Blei im Gehirn  

 

Ein Freund Wideners, Dr. Milton Farber, hat eine Anlage, einen "Muffler" entwickelt, der Stickstoffoxide um mehr als das Dutzendfache reduziert. Statt Blei könnte man dem Benzin Alkohol für die Klopffestigkeit zufügen.  

50'000 bis 400’000 Kinder in den USA sollen bereits an Bleivergiftung leiden und 200 im Jahr daran sterben. Wenn man Versuchstiere Bleikonzentrationen im Luftstaub aussetzt, wie sie "auch etwa über der Schweizer Hauptstadt Bern" (2500 ppm) zu finden sind, entstehen pathologische, histologisch nachweisbare Veränderungen im Gehirn und im Rückenmark, berichtet Dr. Claire C. Patterson vom California Institute of Technology in Pasadena. 

 

(Widener muss ein Lügner sein, stellte doch die Eidgenössische Kommission für Lufthygiene Anfang dieses Jahres ausdrücklich fest, dass bislang nirgendwo, weder bei Menschen und Tieren, noch bei Pflanzen Gesundheitsschäden durch Bleiabgabe hervorgerufen worden seien.)  

 

Rostwasser gegen Blutarmut?  

 

Im Trinkwasser von Pasadena tauchten eines Tages Mückenlarven auf. In 96% der Wasserproben von 1100 Gemeinden wurden Pestizide festgestellt. Widener: "In meiner Heimatstadt … sieht Wasser aus der Leitung oft gestreift aus, als habe man es gerade durch gebrauchte Socken filtriert."Als in Washington D. C. Rostwasser in der "Farbe von kräftigem Kaffee" aus den Hähnen kam, sagte der Chef der Wasserwerke: Wenn Sie "blutarm sind, dann ist dieses Wasser für Sie möglicherweise gesünder als das Wasser, das Sie bisher getrunken haben.“ Auf Kelley's Island im Eriesee wurde das mit Chemikalien behandelte Wasser leuchtend gelbgrün, der Strand dagegen blau.  Der „Stinkpfuhl“ Eriesee 

 

Vom Eriesee hat der Autor den "Eindruck, dass irgendwann in letzter Zeit unsere kranke Welt hier Durchfall gehabt habe". Die Rettung dieses "Stinkpfuhls" würde 60 Milliarden Dollar kosten und ein paar Generationen dauern. Der Eriesee hat eine grösste Tiefe von 60 Metern, bedeckt eine Fläche von mehr als der Hälfte der Schweiz und nimmt jährlich 160 Milliarden Liter ungeklärte Abwässer aus Städten und Industrien auf.

50 Tonnen Phosphate bleiben täglich im See und werden in organische Materie (Algen) verwandelt. Zur Vernichtung der im See deponierten organischen Abfälle würde jährlich eine Viertelmilliarde Tonnen reiner Sauerstoff gebraucht. Zählungen der Kolibakterien an den Stränden "ergaben, dass ihre Konzentration heute tausendmal höher ist als der festgesetzte Sicherheitspegel".  Auch bald kein Fluss mehr ist nicht eine mit Müll, Industrieabwässern und Algen gefüllte Kloake, die womöglich noch durch ein Kernkraftwerk aufgeheizt wird. Selbst die Würmer fühlen sich darin nicht mehr wohl.  

 

Eine langsame Hinrichtung  

 

Der Tod kommt nicht dramatisch, es ist eher eine langsame Hinrichtung.

"The Slow Guillotine" hiess denn auch ein Fernsehdokumentarfilm Wideners über die Umweltverpestung. 

Städte verfallen unter Industriestaub, Verkehrs- und Baulärm, Abgasen, -fall und -wasser und erstarren in Asphalt, Beton und Glas.

Durch blinde Profitgier, Gleichgültigkeit, Vertuschung und Trölerei haben wir uns selbst zum Untergang verurteilt.

Selbstreinigung der Ökosphäre und ausreichende Verdünnung der Giftstoffe ist Vergangenheit.

Was tun?

Harte Gesetze aufstellen und deren Einhaltung streng überwachen; Industrie und Gemeindeverwaltungen heranziehen. Phantastische Geldmittel sind einzusetzen, sollen unsere verzweifelten Bemühungen nicht dem Manne gleichen, der mit einer Hutnadel einen Kavallerieangriff aufhalten wollte.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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