Gregor Taxacher

 

Apokalypse ist jetzt

Vom Schweigen der Theologie
im Angesicht der
Endzeit

Eine Theologie für einen Habitus des Überlebens 
statt einer Religion bürgerlicher Stabilität

 

2012 im Gütersloher Verlagshaus
Bertelsmann, 222 Seiten

Gregor Taxacher (2012) Apokalypse ist jetzt - Vom Schweigen der Theologie im Angesicht der Endzeit 

2012   

222 Seiten

 

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Umweltbuch  

Taxacher-2010   Taxacher-2015 

Closets-1970   Fuller-1993

 

 

 

Inhalt          Inhalt.pdf      Leseprobe vom Verlag pdf bis Seite 23  

 

Von der Utopie zum Albtraum - Einleitung  (7) 

  • >1984<: Die Welt, ein Konzentrationslager

  • >Brave New World<: Perfektion ohne Entrinnen 

  • >Kein Land wie dieses<: Die Öko-Apokalypse der Dritten Welt

Kapitel 1  Naturgesetze als Gegner: Die globale ökologische Katastrophe  (16)  Geschichtstheologie mit Zahlen

Kapitel 2  Ausbeutende Zivilisation: Die globale soziale Katastrophe  (64)

Kapitel 3  Das Anthropozän: Die Moderne als permanente Endzeit  (110)

Kapitel 4   Gegenwart braucht Prophetie: Theologische Qualifikation der Zeit  (133)

  • 1. Die unbequeme Rede vom Gericht  (137)  Eine verdrängte biblische Grundkategorie - Zum Himmel schreiende Sünde - Das Gericht beginnt beim Hause Gottes

  • 2. Jenseits von Tragik und Ohnmacht  (156)  Verantwortung in der Überforderung - Die Banalität der Apokalypse - Wiederentdeckte Erbsünde - Gericht als gerettete Würde

Kapitel 5   Glauben und Leben im Anthropozän: Biblische Ressourcen für die Nach-Moderne  (176)

 

Zitatnachweis  (207-220) 
   Vorspiel (8x) -  Kapitel 1 (183x) -  Kapitel 2 (150x)  - Kapitel 3 (66x) - Kapitel 4 (78x) - Kapitel 5 (59x) 

Literatur  (221-222)

Hier ist mein eBook.
Man kann es nicht im PC speichern, sondern muss es online lesen !?
https://play.google.com/books/reader?id=MmiOjQvts1AC&pg=GBS.PP1 

 

 Gespräch auf youtube   2019 

75 min mit Taxacher in Zürich

Reformierte Kirche, Moderation  Dr. Stefan Grotefeld

 als Audio  

Fuller und Welzer werden erwähnt.

Dr. habil. Taxacher rechts - 2019 in Zürich

 

 

detopia-2021: 

E-Book am 4.12.21 auf GooglePlay gekauft. Man kann die Fußnoten anklicken - funktioniert auch umgekehrt.

Leider gibt es im ebook keine Seitenzahlen - und erst recht nicht die Paginierung des Papierbuches (was perfekt wäre).

 


 

Der Autor nähert sich dem Thema ernst- und gewissenhaft, mit großen Lesewissen der Umweltliteratur, auch von Zeitschriften, Belletristik, alte Ökoliteratur, die er punktgenau angibt - und was somit schon ein Zugewinn ist, denn niemand kann alles lesen (schon gar nicht alle Zeitungen/-schriften über Jahrzehnte).

Der Buchaufbau/Lektorat ist gut, nur wenige Setzfehler, Literaturverzeichnis hat Spannbreite, Kleinzitate (nur) in den Anmerkungen.

Habe neue Gedanken gefunden.

Das Papierbuch ist nicht mehr verfügbar, auch nicht gebraucht; das zeigt. Reichlich Leseberichte sind jedoch vorhanden; also ging es nicht spurlos vorüber; "es war nicht umsonst";)

Jedenfalls ein gelungener (eventuell sogar: großer; das wird die Zeit zeigen) Beitrag zur Zukunftsgestaltung.

 


 

Das vorliegende Buch erinnert mich - in seiner Grundhaltung/Einstellung - an Meißner-2009/17  und   Ditfurth.C-1995


Verlagsfehler beim ebook: Anmerkungen für Kapitel 2 fehlt im Inhaltsverzeichnis, aber sie sind hinten vorhanden, man kann sie im Text ancklicken.


 

detopia: 

Taubert.Greta (Buchtitel ähnlich)    

Müller-Fahrenholz (Inhalt ähnlich vermutlich)   

Thiede-Mobilfunk  (Lesebericht)

 

 

Rücktext

Die Menschheit der Gegenwart ist in einer nicht mehr abwendbaren und nicht mehr endenden Endzeit angelangt.

Der apokalyptische Charakter der Gegenwart besteht grundsätzlich und gegenwärtig, nicht nur prognostisch.

 

Umfassend und klar beschreibt Gregor Taxacher hier, welche Phänomene in der Umwelt, der Ökonomie und im globalen Zusammenleben die Situation der Gegenwart als eine apokalyptische qualifizieren.

Haben die Kirche, die Glaubenden darauf eine Antwort?  Taxacher findet sie in den apokalyptischen Kategorien der Bibel.

Diese neu wahrzunehmen, erschließt radikale Handlungsmöglichkeiten, die über ein bloßes Krisenmanagement weit hinausreichen.

 

GÜTERSLOHER VERLAGSHAUS

 


Verlag zum Buch

Wenn wir bleiben wollen, müssen wir uns ändern. Der Zusammenbruch der globalen Zivilisation ist in Wahrscheinlichkeiten ausrechenbar.

Wenn wir bleiben wollen, müssen wir uns ändern. Wahrhaben wollen wir das aber lieber nicht. Und auch die Kirchen schweigen.

Dabei verfügt gerade das Christentum in seiner Tradition der Apokalypse über Quellen der Weltdeutung, die einen rettenden Paradigmenwechsel mit herbeiführen könnten. Gregor Taxacher macht deutlich, was es bedeutet, diese heute zu aktivieren:

Theologie und Kirche müssen ihre faktische Koalition mit einer Religion bürgerlicher Stabilität aufgeben. Es gilt, gegen ein bloß technokratisches Krisenmanagement einen Habitus des Überlebens zu entwickeln, die biblische Gesellschaftskritik für eine Vision der Welt von morgen neu zu entdecken und auszulegen.

Ein Buch, das der Gesellschaft die Wahrheit zumutet, die sie aus der Erstarrung befreien kann.

 

 

 

 

 Leseberichte

Theologie sollte jetzt nicht schweigen 

Von Werner Thiede 2012 bei Amazon

 

Der katholische Theologe Taxacher macht die üblichen Tabuisierungen gesellschaftsrelevanten Überlebensfragen nicht mit, sondern zeigt mit bestechender Klarheit auf:

 Jetzt ist Endzeit - es geht in Bälde nicht mehr weiter auf unserem Planeten; die "Wende" ist weder politisch, technisch noch industriell zu schaffen. 

Genannt werden vorwiegend ökologische Gründe - wobei allerdings der Problempunkt der allgegenwärtig gewordenen Mobilfunkstrahlung fehlt - hierzu gibt es jetzt mein Buch "Mythos Mobilfunk". 

Das Merkwürdige ist, wie der Autor zutreffend herausstellt, dass Theologie und Kirche, die über die Jahrhunderte immer wieder apokalyptisches Denken forciert hatten, in einer Epoche, in der es aus säkularen Gründen mit der Apokalypse ernst wird, dazu nun weitestgehend schweigen. 

Ein aufrüttelndes, kluges, vernunftkritisches Buch, das viele Leser innerhalb und außerhalb von Theologie und Kirche verdient!

 


 

Zeichen setzen ist angesagt

Von Christian Döring 2012 bei Amazon 

Viele Verlage bringen in diesem Jahr Bücher zum bevorstehenden, zumindest angekündigten, Weltuntergang. Da hebt sich dieses von Gregor Taxacher sehr positiv ab. Er wartet nicht auf den bevorstehenden Weltuntergang im Dezember 2012, er erstaunt mich vielmehr mit seiner Aussage "Apokalypse ist jetzt".

Für mich viel Bekanntes aber auch Unbekanntes trägt er zusammen um genau zu begründen wie sich die Menschheit immer mehr an den Abgrund bringt.

Da ist es beinah ganz gleich auf welches Gebiet er schaut. Ob nun Natur und Umwelt oder unser globales Wirtschaftsgehabe nach immer mehr und immer besser, nach immer reicher...

Beim Lesen wird schnell klar, die Apokalypse ist längst da.

Sehr interessant wird das Buch an der Stelle, an der der Theologe zu fragen beginnt, was sagt eigentlich die Theologie zu diesem Thema in der Gegenwart? Der Autor schaut genau hin, vermisst deutliche Standpunkte der Kirche und wirft ihr vor sich nicht auf ihre Möglichkeiten zu besinnen.

Gut auch, der Autor lässt mich am Ende seines Werkes nicht ratlos zurück, er zeigt mir deutlich meine Möglichkeiten dem Strom der Zeit zu entkommen. Er zeigt, dass der Satz: Ich allein kann ja doch nichts tun! so nicht stimmt.

Dieses Buch habe ich mit großem Gewinn gelesen und vor allem auch gelernt, dass Apokalypse nichts mit Weltuntergang zu tun hat, sondern Offenbarung heißt.

 


Googbook   books.google.de  Apokalypse_ist_jetzt.html?id=TPabNAEACAAJ&redir_esc=y  

Verlag   penguinrandomhouse.de    Apokalypse-ist-jetzt/Gregor-Taxacher/Guetersloher-Verlagshaus  

Domradio    domradio.de   2021-08-28/theologe-nehmt-es-wirklich-ernst-apokalypse-forschung-fuer-umweltprobleme-heranziehen

Lehrer-Biblio  lbib.de/Apokalypse-ist-jetzt-Vom-Schweigen-der-Theologie-im-Angesicht-der-Endzeit-74181

publik-forum.de/Publik-Forum-16-2021/mehr-apokalypse-wagen

reformiert.info  ldie-wahrheit-ueber-die-apokalypse-ist-zumutbarr-18179.html  

vwl-nachhaltig.de  fundamentalkritik/theologische-kritik  


 

Von Peter Zürn 

  bibelwerk.ch/d/m112326 

 

Wir leben in der Endzeit. Ökologische und soziale Katastrophen haben globale Dimensionen angenommen. Die Möglichkeit, dass die Welt – jedenfalls, die Welt, wie wir Menschen sie kennen – untergeht, ist Realität.

Diese Möglichkeit wird aller Wahrscheinlichkeit nach solange es Menschen gibt, auch nicht mehr verschwinden.

Wir Menschen haben die Macht der Selbstvernichtung auf uns gezogen und werden sie nicht mehr los. Deswegen ist die Endzeit für uns zum Dauerzustand geworden. 

Angesichts dessen ist es doch schon sehr auffällig, wie wenig Stimmen aus den christlichen Kirchen und ihrer theologischen Reflexion zu dieser Situation erklingen. Die Apokalyptik ist nach Hollywood abgewandert. 

Die Rede vom Gericht ist verpönt. Spiritualität ist auf die Gestaltung des individuellen Lebens fokussiert.

Ich übertriebe hier natürlich – im besten Fall bis zur Kenntlichkeit.

 

Gregor Taxacher spricht im Untertitel seines Buches «vom Schweigen der Theologie im Angesicht der Endzeit» und stellt im Titel ganz klar fest: «Apokalypse ist jetzt». Taxacher macht «biblische Ressourcen für die Nach-Moderne» fruchtbar. Im Zentrum steht dabei die «verdrängte biblische Grundkategorie» des Gerichts (137). Er entwickelt die Ressourcen der Prophetie, des deuteronomistischen und des weisheitlichen Denkens und Handelns sowie der Apokalyptik für unsere Gegenwart. 

 

Zuvor jedoch liefert Taxacher eine umfangreiche Analyse der globalen ökologischen und sozialen Lage, die in die geschichtsphilosophische Einordnung unserer Gegenwart als «Anthropozän» mündet. Sie umfasst mit 130 Seiten mehr als die Hälfte des Buches und ist anspruchsvoll zu lesen.

Wir Menschen haben eine völlig neue Situation auf der Welt geschaffen: die Möglichkeit unsere eigenen Lebensgrundlagen zu zerstören und uns zu vernichten. Von uns Menschen hängt der Fortbestand der Welt, wie wir sie kennen, ab. Unser auf grenzenlosem Wachstum beruhendes ökonomisches System ist dermassen «erfolgreich», dass es zur Vernichtung unseres begrenzten ökologischen Systems führt. 

In den reichen Ländern des Westens und Nordens kann das noch weitgehend verdrängt werden, in anderen Ländern längst nicht mehr. Wir ergänzen die Verdrängung mit weiteren unzulänglichen Reaktionen, mit Kosmetik, mit Zynismus, mit dem Bau von Festungen… Unsere menschliche Sensibilität ist angesichts der Situation überfordert. Angesichts der Macht der Fortschritts-Logik ist Taxachers Fazit pessimistisch. Es spricht sehr viel für das Scheitern des herrschenden Menschheitsprojektes.

Ab S. 133 konfrontiert Taxacher Gegenwart und Theologie miteinander.

Er blickt vom biblischen Glauben auf die Gegenwart unter Annahme der Gegenwart Gottes als Herr der Geschichte. So radikalisieren sich die anstehenden Fragen: «Die Frage allein, wie der Untergang zu vermeiden sei, wird der vorgerückten Stunde und unsere Wissen um sie nicht gerecht, so wenig wie ein Mensch im bewusst erlebten Todeskampf nur medizinische Fragen hat» (136). 

Was bedeutet das mögliche Scheitern des westlichen Fortschrittprojektes für Menschen im Angesicht Gottes? 

Taxacher will, wie gesagt, die verdrängte biblische Kategorie des Gerichts wieder ins Bewusstsein rufen. «Gericht» im biblischen Verständnis ist Folge der Geschichte, Ausdruck der Differenz zwischen gewollter Schöpfung und tatsächlicher Welt, Wahrnehmen zum Himmel schreiender Vergehen gegen die Schöpfung. Die Gerichtsrede ist die dunkle, aber not-wendige Rückseite der Verheissung und des Evangeliums. Um jeder Selbstgefälligkeit zu entgehen, gilt es wahrzunehmen, dass in der Bibel das Gericht immer «beim Haus Gottes» beginnt. Die biblische Rede vom Gericht spricht von Schuld und weist Verantwortung zu. Für die heutige globale ökologische und soziale Krise ist daraus vor allem die «Verantwortung in Überforderung» (157) zu gewinnen, denn konkrete subjektive Schuld ist eher selten zuzuordnen. 

Und trotzdem fungiert die Rede vom Gericht als Gegenmittel zur ausgeprägten Verschleierung von Verantwortlichkeiten. Sie wirkt gegen «die Banalität der Apokalypse» (161). Auch die Erbsündenlehre, systemtheoretisch gelesen, zielt in diese Richtung. Und schliesslich dient die Rede vom Gericht auch dazu, Würde von Menschen als ethische Subjekte und Verantwortliche zu retten. Wer die Welt mit dem Blick des Gerichts betrachtet, verändert die Wahrnehmung der Situation von einer tragischen in eine ethische und eine subjekthafte. Sie führt «jenseits von Tragik und Ohnmacht» (156). 

Bei der Entfaltung der biblischen Ressourcen beklagt Taxacher das fehlende prophetische Moment in den Kirchen der Gegenwart. Er erkennt in den Ansätzen eines Thomas Rusters eine neue Form von deuteronomistischer Theologie, die versucht in der Praxis christlicher Gemeinden «toracodierte Systeme» zu etablieren, die andere gesellschaftliche Systeme stören und die irritierende Kraft von Differenzen einbringen, wenn sie z.B. in ihrem Binnenraum das biblische Zinsverbot oder des regelmässigen Schuldenerlasses praktizieren oder den Genuss bestimmten Fleisches neu problematisieren. 

Für die «Gratwanderung zwischen Aktivismus und Verzweiflung» (202), der vielen von uns wohl vertraut sein dürfte, empfiehlt Taxacher eine kritische Orientierung an der biblischen Weisheit mit ihrer skeptischen und realistischen Haltung.

«Sie wird oft einfach in der Konsequenz bestehen, mit der Einzelne auch das Private als politisch begreifen und hier, bei ihren Nächsten, wo sie tatsächlich keine Entschuldigung der Ohnmacht haben, real und symbolisch für das Einstehen, was sie im Grossen nicht werden retten können.»

Es gilt wohl, sich in die Weisung Gottes an Baruch, den Schreiber des Propheten Jeremia nach Jer 45 einzuüben, dem nichts Grosses verheissen ist, der aber das eigene Leben dem Unglück, das das Volk Israel treffen wird, als Beute wird entreissen können.

 

 

 

 

 

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Gregor Taxacher (2012) Apokalypse ist jetzt - Vom Schweigen der Theologie im Angesicht der Endzeit