Lewis Mumford

Mythos der Maschine 

Kultur, Technik und Macht

 

Die umfassende Darstellung der 
Entdeckung und Entwicklung der Technik

 

The Myth of the Machine
deutsch von L. Nürenberger und A. Hälbig 

 

1974 im Europa-Verlag Wien 

1980-1991 im Fischer-Verlag 

1984 im Baulino-Verlag 

Lewis Mumford - Mythos der Maschine - Kultur, Technik und Macht

1967 und 1970 

833 + 23 Seiten 

DNB.Buch

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wikipedia Megamaschine  

 

detopia

Mumford Start 

Ökobuch    Utopiebuch

N.Postman.1991 

R.Bahro.1987    H.Gruhl.1982 

Jared.Diamond     (Zusatzordner)

 

Inhalt

Prolog  (13)

Epilog -
Der Fortschritt

 des Lebens
(809) 

 

Bibliographie  (835)  

Personenregister  
(849-856) 

 

Die Originalausgabe
erschien unter dem Titel:

The Myth of the Machine

Volume I: Technics and Human Development (1966-1967)

Volume II: The Pentagon of Power« (1964-1970)

 

fischer alternativ  
Eine Reihe des Fischer-Taschenbuchverlags
21-25.Tausend: Dezember 1981  
Ungekürzte Ausgabe  
Umschlag: Peter Hajnozcky, Zürich 

Printed in Germany 1980  
ISBN-3-569-24001-8   
Fischer Taschenbuch Verlag  
 Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung der Europa Verlags-AG, Wien  


Mythos der Maschine ist ein Buch, in dem ein Gesamtbild der Entwicklung des Menschen gezeichnet wird — seiner Kultur und seiner vermeintlichen Fortschritte ....

Eines der großen Bücher unseres Jahrhunderts .... Lewis Mumford ist der bedeutendste Historiker der Technik und der industriellen Entwicklung."  

Chicago Tribune

 

Lewis Mumford, geboren 1895 in Flushing, Long Island (USA), Ehrendoktor der Universitäten von Edinburgh und Rom, studierte in New York Sozial­wissen­schaften. Er wurde früh als Universitäts­professor berufen und lehrte an der Columbia University, New York, an der Stanford University und am Massachusetts Institute of Technology. 

Im Laufe von fünfzig Jahren schrieb er bekannte Bücher wie »The Story of Utopias«, 1922, »Technics and Civilization« 1934, »The Culture of Cities« 1938, »The Condition of Man« 1944, »Kunst und Technik« 1959, »Die Verwandlungen des Menschen« 1960, »Die Stadt« 1963.

 

Teil 1:  Die Technik und die Menschheitsentwicklung — Technics and Human Development 

 

Die geistige Begabung des Menschen  (27)  Die Notwendigkeit disziplinierter Spekulation (27). Deduktionen und Analogien (29). Steine, Knochen und Gehirne (36). Gehirn und Geist (41). Das Licht des Bewußtseins (44). Die ungebundene Kreativität des Menschen (51). Die Spezialität der Nichtspezialisierung (53). Der Geist in Entstehung (57). Schöpfer und Former (62).

In der lang vergangenen Traumzeit  (65)  Die vernachlässigte Funktion (65). Die Gefahr von innen (68). Die schreckliche Freiheit des Menschen (71). Die urzeitliche Kunst der Ordnung (76). Die Kunst der Vorspiegelung (81). Ritual. Tabu und Moral (87).

Die Sprechbegabung  (91)  Von tierischen Signalen zu menschlichen Symbolen (91). Die Dinge ergeben einen Sinn (93). Die Geburt der menschlichen Sprache (101). Die Pflege der Sprache (104). Mythos als »linguistische Krankheit« (111). Die sprachliche Ökonomie des Überflusses (115)

Finder und Erzeuger  (121)  Das Elefantenkind (121) Urzeitliches Forschen (124) Der technische Narzißmus (132) Stein und Jäger (136) Jagd, Ritual und Kunst (141) Rund um das Feuer (149)

Vorstufen der Seßhaftigkeit  (153)  Die »landwirtschaftliche Revolution« — revidiert (153). Das Auge des Züchters (153). Vom Sammeln zum Pflanzen (159). Die tägliche Mühsal (164). Die Ritualisierung der Arbeit (167).

Garten, Heim und Mutter  (171)  Triumph der Domestizierung (171). Der Einfluß des Gartens (172). Der Höhepunkt der Domestizierung (175). Das Mysterium des Opfers (180). Die neolithische Synthese (183). Archaische Dorfkultur (185).

Könige als treibende Kraft  (193)  Die Rolle der Gesellschaftsordnung (193)  Neue Maßstäbe (196)  Der Königskult (198)  Mesopotamien liefert die Bestätigung (206)  Die Technik göttlicher Herrschaft (211) Zivilisation und »Zivilisation« (217)

Die Konstruktion der Megamaschine  (219)  Die unsichtbare Maschine (219). Mechanische Leistungsnormen (225). Das Machtmonopol (230). Die Überhöhung der Persönlichkeit (234). Die Mühen der Konsumtion (237). Das Zeitalter der Erbauer (240).

Die Bürde der »Zivilisation«  (245)  Die Sozialpyramide (245). Das Trauma der Zivilisation (249). Die Pathologie der Macht (252). Der Weg des Imperiums (257). Reaktionen gegen die Megamaschine (262). Die Zügelung der Megamaschine (266).

10  Erfindungen und die Künste  (269)  Zwei Technologien (269). Kam die Erfindung zum Stillstand? (278). Umfassendere Aufzeichnungen (285). Der Vorrang der Kunst (289). Die Moralisierung der Macht (294).

11  Pioniere der Mechanisierung  (301)  Der benediktinische Segen (301). Die Vermehrung der Maschinen (305). Maschinen für die Freizeit (308). Das Gleichgewicht des Mittelalters (310). Die Mechanisierung des Mammon (312). Materielle Anreize zur Dynamik (316). Der Zauberlehrling tritt auf (320). Die radikalen Erfindungen (323). Leonardo da Vincis Vorahnungen (326).

 

  Teil 2:  Das Pentagon der Macht — The Pentagon of Power  

Neue Entdeckungen, neue Welten  (337)  Die neue Vision (337). Das mittelalterliche Vorspiel (340). Äußere Konflikte und innere Widersprüche (350). Utopia der Neuen Welt (357). Der Gegensatz zum Naturalismus des Mittelalters (361).

Die Wiederkehr des Sonnengottes  (367)  Sonnenkult und Wissenschaft (367). Träume von der Neuen Welt kontra Realitäten der Alten Welt (380). Keplers Traum (386)

Das mechanisierte Weltbild  (393)  Denaturierte Umwelt (393). Galileis Verbrechen (399). Einzelheiten des Verbrechens (403). Bestätigung durch die Maschine (409). Maschinen als unvollkommene Organismen (412). Absolution für Galilei (418).

Politischer Absolutismus und Reglementierung  (423)  Herren der Natur (423). Der Übergang zum Absolutismus (426). Der Wissenschaftler als Gesetzgeber (431). Das mechanische Modell neu überprüft (433). Das Versagen des mechanischen Weltbilds (443). Leviathan auf Rädern (447). Die Maschine als Erzieher (451).

Wissenschaft als Technologie  (455)  Die »neue Instauration« (455). Bacons technische Einsicht (461). Die Welt des neuen Atlantis (465). Bacons Träume erfüllt (471). Voraussagen und Wirklichkeit (479).

Die polytechnische Tradition  (483)  Das mittelalterliche Kontinuum (483). Das polytechnische Erbe (487). Technische Befreiung (493). Unterminierung der Polytechnik (499). Die technologische Erbmasse (509). Der subjektive Übergang (513). Die begrabene Renaissance (516).

Massenproduktion und menschliche Automation  (523)  Das Pentagon der Macht (523)  Mechanische Mobilisierung (529)  Aufhebung der Grenzen (532)  Der Triumph der Automation (535) Sand im Getriebe (539)  Das Paradoxon der Automation (541)  Zwänge und Nötigungen (547)  Endstadium: Das große Gehirn (550)  Vorwärts nach »Nirgendwo« (557)

Fortschritt als Science Fiction  (561)  Die Räder des Fortschritts (561). Evolution und Rückentwicklung (566). Die Rolle der Utopien (575). Vorfabrizierte Utopien (578). Bellamys rückwärtsgewandter Traum (581). Von der Utopie zur Kakotopie (586). Schöne neue Welt (591).

Die Zusammenballung der Macht  (599)  Ein Brief an die Geschichtslehrer (599). Die alte und die neue Megamaschine (606). Das neue Bündnis (612). Totalitarismus des Übergangs (614). Der Beitrag der Nazis (619). Implosionen und Explosionen (625). Vergleich der Megamaschinen (630). Menschenopfer und mechanische Erlösung (633).

10  Die neue Megamaschine  (637)  Die Geheimnisse des Tempels (637). Abdankung der höheren Priesterschaft (642). Das allgegenwärtige Auge (649). Der Organisationsmensch (652). Die Technik der totalen Kontrolle (658). Elektronische Entropie (671).

11  Die megatechnische Wüste  (679)  Pyramiden mit Klimaanlage (679). Flucht aus der Wirklichkeit in den Weltraum (683). Raumfahrers Leiden (685). »Posthistorische« Kultur (692).

12  Versprechungen, Bestechungen, Drohungen  (703)  Anfänge des Überflusses (703). Kosten und Nutzen der Megatechnik (710). Bestechung durch die Megatechnik (713). Quantität ohne Qualität (718). Die Gefahr des Schmarotzertums (722).

13  Demoralisierung und Aufruhr  (731)  Der berstende Monolith (731). Verschwundene Sicherungen (735). Das revolutionäre Strandgut (738). Nihilistische Reaktionen (742). Regressionssymptome (744). Der Kult des Anti-Lebens (748). Unfruchtbare Subjektivität (755). Der Optimismus der Pathologie (759).

14  Der neue Gleichklang  (767)  Pflanzen, Säuger und der Mensch (767). Das organische Weltbild (774). Von der Macht zur Fülle (784). Aufforderung zur Fülle (792). Neue Perspektiven der Kultur (797). Wenn die Schläfer erwachen (802) 

 

 

 

aus wikipedia-2021 zum Buch

 

 

Der Mythos der Maschine ist ein Sachbuch des US-amerikanischen Forschers und Schriftstellers Lewis Mumford, das erstmals (in zwei Bänden) 1967/70 in den USA erschien.

Die deutsche Ausgabe gibt den Titel verkürzt als Mythos der Maschine wieder. Ihr Untertitel deutet bereits die Spannweite und den kritischen Blickwinkel von Mumfords umfangreicher Untersuchung an: Kultur, Technik und Macht.

Von Kritikern wird dem Werk Kulturpessimismus vorgeworfen.

Grundzüge

Unter Megamaschine versteht Mumford das ganze System moderner westlicher Wirtschafts- und Lebensweise, das für ihn einen beängstigenden totalitären Anspruch vorbringt und zu Kriegen führt. Die Hauptvertreter der Megamaschine zur damaligen Zeit sind der nordamerikanische und der sowjetische Imperialismus. Sie fußt auf dem mechanistischen Weltbild, das sich im Lauf der Renaissance durchsetzt: Alle Dinge sind beherrschbar, weil und insofern sie quantifizierbar, nämlich messbar, vorhersagbar, wiederholbar sind. Geschichte, Kultur, Moral und das Subjekt überhaupt mit seinen Ängsten, Hoffnungen, Kraftquellen müssen dabei notwendig unter die Räder kommen, da sie nicht quantifizierbar sind. Wie sich versteht, ist der Kapitalismus mit seinem Streben nach Wachstum die gefundene Wirtschaftsform für eine Megamaschine. Die Frage, welches Glück oder Unglück mit diesem Streben einhergehe – also die Frage nach der Qualität – klammert sie rigoros aus. Mumford arbeitet den zerstörerischen Charakter des westlichen „Fortschritts“ heraus, der sich bekanntlich unaufhaltsam beschleunigt. „Nur die destruktiven Prozesse sind schnell, nur die Entropie kommt ohne Mühe.“[1] Dem hält er ein organisches Weltbild entgegen, mit dem das vielbeschworene „Wachstum“ der westlichen Marktwirtschaften nicht das Geringste zu tun hat. Zu einer Zeit, da es noch weitgehend Fremdwort ist, handelt Mumford ausführlich von Ökologie.

Tempel und Wolkenkratzer

Durch die zunächst verblüffende Parallele, bereits in den Bauzeiten ägyptischer Pyramiden und mesopotamischer Tempel den Vorläufer der modernen Megamaschine zu sehen, macht Mumford allerdings klar, dass weder Kapitalismus noch der sogenannte Fortschritt zum alleinigen Sündenbock taugen. Das Streben, „sich die Erde untertan zu machen“, ist älter als das Alte Testament. Andererseits legt Mumford zahlreiche Indizien für die Annahme vor, es habe vor den großen autoritären Königreichen (und außerhalb ihrer) „Bremsen“ gegen dieses Streben geben. Er weist sie bis ins europäische Mittelalter und das 19. Jahrhundert nach (Romantik, Lebensphilosophie, William Morris). „Sand im Getriebe“[2] einer Megamaschine sind vor allem selbstorganisierte dezentrale Strukturen, Handwerk und Polytechnik, umfassende Bildung statt Spezialistentum, Autonomie. Als Mumford seine Untersuchung abschloss, befand sich die weltweite Studentenrevolte auf ihrem Höhepunkt, die sich zumindest streckenweise die „Große Verweigerung“[3] auf die Fahnen geschrieben hatte: eben der Megamaschine gegenüber, die sich laut Mumford einem jahrtausendealten Prozess der Enteignung der Menschen von ihren Lebensgrundlagen verdankt. Allerdings sah Mumford auch schon das Aufgehen jener Rebellion in Kulturindustrie[4] voraus.[5]

Massenorganisationen

Neben Parallelen zur Frankfurter Kritischen Theorie kann Mumfords Arbeit eine Verwandtschaft mit Friedrich Georg Jüngers Werk Die Perfektion der Technik von 1953 bescheinigt werden. Möglicherweise kannte Mumford das vollständige Werk des deutschen Philosophen nicht. In seinem Literaturverzeichnis führt er lediglich eine auf Englisch erschienene Frühfassung The Failure of Technology von 1949 an. Auch für Jünger besteht die Megamaschine nicht nur aus Stahl oder Elektronik. Sie ist auch Propagandamaschine (siehe auch Soziale Maschine). Sie besitzt auch die bedeutende Fähigkeit, Massen zu organisieren, was sich – für Mumford – schon beim Pyramidenbau oder bei den Feldzügen Alexander des Großen bewährte. Mumford ächtet Technik keineswegs generell. Er lehnt vor allem die moderne Großtechnik ab, die den Menschen zum Anhängsel der Maschine – und Spielball von „Experten“ macht, die nur noch technische Lösungen kennen. Sollte Mumford Des Teufels Wörterbuch seines Landsmanns Ambrose Bierce gelesen haben, dürfte ihm dessen Definition des Erfinders gefallen haben: „Einer, der Räder, Hebel und Federn einfallsreich kombiniert und das für Kultur hält.“[6] Mumford weist immer wieder auf die sozialen und geistigen Errungenschaften hin, die bei vielen Historikern – schon von der Betrachtung der Altsteinzeit an – unter den Tisch fallen, weil sie nicht so widerstandsfähig und handlich sind wie ein Faustkeil oder eine Dampfwalze. Nebenbei raubt Mumford dem modernen Menschen die Einbildung, die Industrialisierung sei dessen Errungenschaft. Sie verdankt sich vielmehr zahlreichen Erfindungen, die zwischen 1300 und 1800 gemacht wurden, so Wassermühle, Kanal, Segelschiff, Taschenuhr oder Erfindungen im Bergbau.[7] Den Sprung zur Groß- und Massenproduktion ermöglichte die explodierende Geldwirtschaft.

Wirkung

Die deutsche Übersetzung erschien zunächst 1974 im Europaverlag, dann 1977 bei S. Fischer in Frankfurt/Main.

Diese Ausgabe erzielte bis 1986 sechs Auflagen (31.000 Exemplare).

In der 19. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie – der betreffende Band 15 erschien 1991 – ist Mumford nicht vertreten.

In Oesterdieckhoffs Lexikon der soziologischen Werke schreibt Arndt Emmert, neben Renewal of Life und The City sei der Mythos der Maschine Mumfords bedeutendstes Werk. In der Soziologie werde es allerdings nur spärlich bis gar nicht rezipiert, wohl wegen seines kulturpessimistischen Tonfalls. Von „entscheidender Bedeutung“ sei sein Einfluss auf Futurologie und Technologiekritik. Neil Postman habe Mumfords Technikkritik „kenntnisreich“ und „engagiert“ genannt.[8]

 

 

 

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