Theodore Roszak 

Öko-Psychologie

Der entwurzelte Mensch und der Ruf der Erde 

 

The Voice Of The Earth:
An Exploration of Ecopsychologie

1992 by Simon & Schuster, New York
1994 by Kreuz Verlag Stuttgart

Theodore Roszak - Öko-Psychologie (1992) The Voice of the Earth - Der entwurzelte Mensch und der Ruf nach der Erde 

1992    444+30 Seiten

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Lesebericht von Peter Münch  

Lesebericht von Sven Sohr  

(Zusatzordner

Der grandiose Entwurf einer neuen Psychologie, die Mensch und Erde nicht länger getrennt, sondern als ein Lebens­system betrachtet.

Inhalt

Ökopsychologie
Eine Annäherung
 Vorwort
  (11)

 

Epilog:  Die Prinzipien der Ökopsychologie  (441)  

Anmerkungen  (447)  

Register    (465-474)


Umschlag: Jürgen Reichert, Stuttgart

Umschlagfoto: Gerhard P. Müller, Dortmund

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Rinne


Würdigung des Buches bei Michael Reitz 2015 und "Wie kommt das Neue in die Welt?"  ab Minute 25 


bei detopia:

G.Bateson    F.Capra    T.Hartmann 1998    Gruhl Öko-Ethik    Mynarek Öko-Religion    Sohr Öko-Gewissen    Aldo Leopold    J.Lovelock

 

 


Fritjof Capra zum Buch: 

"Seit er in den späten sechziger Jahren den Begriff <Gegenkultur> geprägt hat, ist Theodore Roszak einer der schärfsten Beobachter und klarsten Interpreten zeitgenössischer Trends in Kultur, Philosophie und Wissen­schaft. Ökopsychologie ist eine grundlegende Lektüre für jeden, der sich vom Schicksal der Erde betroffen fühlt."  


Theodore Roszak entwirft ein neues Menschenbild: Wir stehen nicht allein gegen die ganze Welt. Unsere, wenn auch verschütteten, Wurzeln haben wir im Lebensgeflecht der Erde, letztlich im Urknall, aus dem unser Universum hervor­gegangen ist.

Die gegenwärtige Situation scheint dem zu widersprechen. Eine Spezies wie der Mensch, die ihre eigenen Lebensgrundlagen zerstört, muß als wahnsinnig bezeichnet werden.

 


Teil 1   Psychologie  

 

1.  Ich bitte noch um etwas Suppe, Sir!  — Das Zusammenwirken von Psychologie, Kosmologie und Ökologie  (22)  Anna im Reich des Überflusses (22)  Sind wir für die Erde tragbar? (26)  Die Kollision der Ideologien (35)  
Panikmache und Schuld-Trips (41)  Hier drinnen - dort draußen (47)  Die Grenzen des Ich (54)

2.  Die moderne Psychologie auf der Suche nach ihrer Seele  (59)  Bart Simpson und der Tiger (59)  Die dritte Kränkung (63)  Kollusiver Wahnsinn (66)  Thanatos (70)  Normative Entfremdung (76)  Die denaturierte Umwelt (82)  Die Psyche und die Biosphäre (87)

3.  Steinzeitpsychologie — Eine spekulative Rekonstruktion  (96)  Molchaugen und Froschzehen (96)  Der Bereich des Heiligen  (101)  Ein Stück historische Realität (110)  Der ökologische Kontext (117)  Ökologischer Wahnsinn (121)  Das sublime Empfinden  (124)  Die Wissenschaft und das Heilige (127) 

 

  Teil 2   Kosmologie   

4.  Bewußtsein im Kosmos — Der Agnostizismus und das anthropische Prinzip (134)  Die atheistische Position (134)  Materie-, Zufall, Unendlichkeit (139)  Die Materie transzendiert sich selbst (144)  Die Amibivalenz des Zufallbegriffs (148)  Die Geschichte der Zeit (153)  
Eintausend Affen (160)  Kosmische Koinzidenzen und die Angemessenheit der Umwelt (165)  Der Gläubigkeitsindex (178)

5.  Anima Mundi — Die Suche nach Gaia  (191)  Mutter Erde hat viele Gesichter (187)  Die kosmische Haushälterin (191)  Die alchimistische Regentin (194)  Die Große Göttin im High-Tech-Gewand (199)  »Bloße« Metaphern, »reale« Mechanismen (202)  Gaia — eine sich selbst erschaffende Welt (209)  Von Gaia lernen (213) 

6. Wo Gott einst war — Tiefensysteme und die neue Naturmystik  (220) Ist das Ganze die Summe seiner Teile? (220)  Das System als Kunstwerk und die Wissenschaft von den Systemen (226)  Der höhere Reduktionismus (231)  Der Geist in der Maschine  (234)  Tiefensysteme (237)  Der alte Deismus und die neue Naturmystik (242) 

7.  Die Sonderstellung des Menschen — Die Bedeutung von Omega  (252)  Die Milliarden und das Milliardstel (252)  Der neue Zeitpfeil (256)  Das Paradox der dissipativen (ableitenden) Schöpfung (261)  Satans Anus (267)  Noo-Sphäre oder Neuroto-Sphäre?  (270)  Die ökologische Hierarchie (274)  Imago Mundi (280)  Der Neuentwurf des Mikrokosmos (284) 

 

   Teil 3  Ökologie  

8.  Das Krebsgeschwür der Städte und das patriarchale Ego  (296)  Die Megapolis in der Agonie (296)  Der Wahnsinn der Städte (300)  Der Traum von der wilden Weisheit (305)  Neolithischer Konservatismus und das ethische Unbewußte (312)  
Tiefensysteme und Tiefenökologie (318)  Paläolithischer Konservatismus und feministische Spiritualität (321)  Der Ärger mit den Männern (329)  Die Wiedergewinnung des Ursprünglichen (336)

9.  Das Neontelefon — Ein moralisches Äquivalent zum zügellosen Konsum  (341)  Ein Produkt ist ein Produkt ist ein Produkt (341)  Das Zeitalter des egalitären Luxus (345)  Ausgewogenheit (349)  Utopische Transformationen (352)  Ökologie, Ethik und Ästhetik (358)  Narren Gottes (360) 

10.  Eine Revision des Narzißmusbegriffs  (365)  Das Monument (365)  Die große Weigerung (369)  Narziß kriegt eins drauf (372)  Die Macht der Unschuld (376)  Die eupsychische Vision (379)  Sokrates und Freud (384)  Das Recht auf Selbsterkenntnis (387) 

11.  Auf dem Weg zu einem ökologischen Ich  (391)  Die Stärke des Ich (391)  Die Psychologie der Revolution (396)  Die Weisheit des Es (400)  Die vollkommene Umwelt (404)  Das verzauberte Kind (411)  Das ökologische Unbewußte (419)

12.  Dem Planeten dienen  (424)  Das prometheische Intervall (424)  Wir werden den Ruf der Erde hören (427)  Die Frage der Größenordnung (431)  Ein Kongreß unautorisierter Identitäten (434)

Lesebericht von  laudismonte.de  2011 bei Amazon -- Nachdruck mit Zustimmung des Autors bei detopia.

Synthese von Ökologie und Psychologie

Synthese von Ökologie und Psychologie in einem neuen wissenschaftlichen Paradigma - psychologische Variante des von dem norwegischen Philosophen Arne Næss (1912-2009) 1973 geprägten Begriffs der »Tiefenökologie« (»deep ecology«, in: The Shallow and the Deep), eine gegen die industrialisierte Weltanschauung gerichtete neue Kosmologie.

Das leichtflüssig und mit sprühender Intelligenz geschriebene Werk des amerikanischen Professors führt zwingend auf die Erkenntnisse der Tiefenökologie zu, deren Ansätze freilich schon seit den 1930er-Jahren (Aldo Leopold: Land Ethic) vorliegen.

Führt man sich die dargestellte Hypothese der universalen biokybernetischen Systemtendenz der Biochemiker James Lovelock und Lynn Margulis vor Augen (auch: Gaia-Hypothese, wobei die Wahl dieses poetischen Begriffs als Abkürzung durch Margulis wegen esoterischer Assoziationen später sehr bedauert wurde), stellen sich Analogien zum Wissens- und Glaubenssystem der Sympathie aus der Antike ein.

Man sollte dieses Buch jedoch frei von spirituellen Erscheinungen, vor allem den seit den 1980er-Jahren, als intelligente und überaus ernst zu nehmende Gesellschafts­kritik mit einem vernünftigen Lösungsansatz für akute und langfristige Probleme bewerten.

 

Aber wie hätten wir die Erde lieben können, solange die Natur­wissenschaften uns deutlich machten, daß wir Produkte eines blinden Zufalls in einer feindseligen, leeren Wüste des Universums sind? 

Diese düstere Deutung hat auch Sigmund Freud geprägt, als er vom »Unbehagen an der Kultur« und dem »Todestrieb« im Menschen schrieb.  

Die Naturwissenschaften zeichnen in der Gegenwart ein ganz anderes Bild von Kosmos, Mensch und Bewußtsein als noch vor wenigen Jahrzehnten. Diese jüngsten Erkenntnisse untersucht Roszak im Hinblick auf die Stellung des Menschen im Ganzen des Lebens.

Was Freud das »Es« nannte, ein Sammelbecken wilder Triebe, wird für Roszak der Wurzelgrund einer »wilden Weisheit«, die den Ruf der Erde hören — und antworten kann. 

 

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 (Ordner)    www.detopia.de 

 Theodore Roszak - Öko-Psychologie - Der entwurzelte Mensch und der Ruf der Erde - The Voice Of The Earth: An Exploration of Ecopsychologie